Abo
  • Services:

Datenschutz: Caspar warnt Whatsapp vor Datenweitergabe an Facebook

Whatsapp könnte bald einen neuen Versuch starten, massenhaft Nutzerdaten an Facebook weiterzuleiten. Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar will sich in der Debatte nicht ausbooten lassen.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar
Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar (Bild: HmbBfDI/Thomas Krenz)

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar warnt den Messengerdienst Whatsapp vor einer unzulässigen Weitergabe von Nutzerdaten an den Mutterkonzern Facebook. Mit Blick auf die Ankündigung des Unternehmens, nach dem Inkrafttreten der EU-Datenschutzverordnung einen neuen Anlauf für eine Datenweitergabe zu prüfen, sagte Caspar auf Anfrage von Golem.de: "Whatsapp und Facebook haben unter dem bisherigen Datenschutzrecht keine Rechtsgrundlage für einen Massendatenaustausch der Nutzer. Das wurde durch zwei Entscheidungen der Hamburger Verwaltungsgerichtsbarkeit bestätigt. Nach Geltung der Datenschutzgrundverordnung wird sich daran nichts ändern."

Stellenmarkt
  1. Marienhaus Dienstleistungen GmbH, Saarlouis, Losheim am See
  2. Kliniken Schmieder, Allensbach am Bodensee

Nach Ansicht Caspars setzen die am 25. Mai 2018 in Kraft tretenden Vorschriften zur Einwilligung und zum Kopplungsverbot "noch höhere Hürden" für den Konzern. "Es ist absurd, wenn Hoffnungen darauf gesetzt werden, dass das, was bisher rechtswidrig war, nun erlaubt ist", sagte der Datenschützer.

Caspar warnt vor Kungelei mit Datenschutzbehörde

Whatsapp hatte kürzlich in einer Verpflichtungserklärung versichert, die Daten von EU-Bürgern künftig nur "in voller Übereinstimmung" mit den Erfordernissen der Verordnung weiterleiten zu wollen. Das gelte sowohl für die Rechtsgrundlage als auch für die Information der Nutzer. Eine Überprüfung der britischen Datenschutzbeauftragten hatte zuvor ergeben, dass es Whatsapp derzeit an einer rechtlichen Grundlage fehle, die Daten weiterzuleiten. Zudem habe Whatsapp die Nutzer nicht in angemessener Weise über das Teilen der Daten informiert.

Whatsapp versicherte in der Erklärung, vor Beginn der geplanten Datenweitergabe mit der zuständigen Datenschutzbehörde zu kooperieren. Nach Ansicht Caspars geht der Facebook-Konzern offenbar davon aus, "dass die anderen europäischen Behörden mit der Entscheidung hierüber künftig nichts mehr zu tun haben werden und die Sache allein zwischen dem Konzern und der federführenden Behörde geklärt wird". Das sei ein Irrtum. "Am Ende wacht hierüber der Europäische Datenschutzausschuss und jede andere betroffene Behörde. Es kann gut sein, dass dieser Fall die erste Herausforderung für das neue Rechtsorgan und für die Funktionsfähigkeit der Datenschutzordnung in der EU sein wird. Ich werde nicht zögern, ihn vor das neue Gremium zu bringen", kündigte Caspar an.

Hielt sich Whatsapp an deutsche Auflagen?

Unklar ist weiterhin, ob Whatsapp trotz eines gerichtlichen Verbots derzeit massenhaft Daten deutscher Nutzer an Facebook weiterleitet. Hintergrund ist ein Bußgeldbescheid der spanischen Datenschutzbehörde AEPD, die beiden Firmen eine unzulässige Weitergabe und Nutzung der Daten vorwirft. Caspar will sich wegen dieser Entscheidung mit der spanischen Behörde absprechen. "Sollte sich herausstellen, dass es trotz der Zusicherungen dennoch zu dem geplanten Austausch auch von Daten deutscher Nutzer gekommen ist, werden wir nicht zögern und ebenfalls ein Bußgeldverfahren einleiten", sagte Caspar.

Dem Bußgeldbescheid zufolge teilt Whatsapp zwar nicht die Telefonnummern seiner Nutzer mit Facebook. Zu den übermittelten Daten gehören jedoch neben der Whatsapp-Account-ID auch Informationen über das genutzte Gerät (Mobilfunknetz, Betriebssystem, App-Version), bestimmte Nutzereinstellungen, die "Zuletzt online"-Angaben sowie das Anmeldedatum des Whatsapp-Accounts. Von den 37 Millionen Whatsapp-Nutzern in Spanien sollen lediglich 21 Prozent eine Nutzung ihrer persönlichen Daten durch Facebook abgelehnt haben.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. Fractal Design Meshfy Light Tint 69,90€)
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  3. 119,90€

Apfelbaum 22. Mär 2018

Caspars persönliche Meinung spielt hier überhaupt keine Rolle, auch wenn es gut ist, dass...

maci23 21. Mär 2018

Dieser Konzern schert sich nicht um die Sicherheit der Daten! Ich kann mich noch an ein...

klosterhase 21. Mär 2018

Letztlich geht es doch nur darum, Druck auf die Datensammler auszuüben, damit auch die...

Niaxa 21. Mär 2018

Facebook ist der Mutterkonzern, Whatsapp eines der Unternehmen darunter. Es ist nicht 1...

deadjoe 20. Mär 2018

erstmal abwarten wenn du ersten Präzedenzurteile zum berechtigten Interesse durch sind...


Folgen Sie uns
       


Sony Xperia 10 Plus - Hands on (MWC 2019)

Das Xperia 10 Plus hat Sony auf dem Mobile World Congress 2019 vorgestellt. Im ersten Hands on konnte uns die schmale Bauform überzeugen. Endlich gibt es auch Dual-Kamera-Technik. Das Xperia 10 Plus kommt Anfang März 2019 für 430 Euro auf den Markt.

Sony Xperia 10 Plus - Hands on (MWC 2019) Video aufrufen
Sailfish X im Test: Die Android-Alternative mit ein bisschen Android
Sailfish X im Test
Die Android-Alternative mit ein bisschen Android

Seit kurzem ist Sailfish OS mit Android-Unterstützung für weitere Xperia-Smartphones von Sony verfügbar. Fünf Jahre nach unserem letzten Test wird es Zeit, dass wir uns das alternative Mobile-Betriebssystem wieder einmal anschauen und testen, wie es auf einem ursprünglichen Android-Gerät läuft.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android, Debian, Sailfish OS Gemini PDA bekommt Dreifach-Boot-Option

Tom Clancy's The Division 2 im Test: Richtig guter Loot-Shooter
Tom Clancy's The Division 2 im Test
Richtig guter Loot-Shooter

Ubisofts neuer Online-Shooter beweist, dass komplexe Live-Spiele durchaus von Anfang an überzeugen können. Bis auf die schwache Geschichte und Gegner, denen selbst Dauerbeschuss kaum etwas anhaben kann, ist The Division 2 ein spektakuläres Spiel.
Von Jan Bojaryn

  1. Netztest Connect Netztest urteilt trotz Funklöchern zweimal sehr gut
  2. Netztest Chip verteilt viel Lob trotz Funklöchern

Uploadfilter: Der Generalangriff auf das Web 2.0
Uploadfilter
Der Generalangriff auf das Web 2.0

Die EU-Urheberrechtsreform könnte Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten stark behindern. Die Verfechter von Uploadfiltern zeigen dabei ein Verständnis des Netzes, das mit der Realität wenig zu tun hat. Statt Lizenzen könnte es einen anderen Ausweg geben.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Uploadfilter EU-Kommission bezeichnet Reformkritiker als "Mob"
  2. EU-Urheberrecht Die verdorbene Reform
  3. Leistungsschutzrecht und Uploadfilter EU-Unterhändler einigen sich auf Urheberrechtsreform

    •  /