Datenschutz: Browser sollen Cookie-Banner überflüssig machen

Mit einem neuen Konzept will die Datenschutzorganisation Noyb die Cookie-Banner abschaffen. Nutzer sollen Cookies im Browser zustimmen können.

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Nutzer sollen im Browser entscheiden, welche Cookies sie wollen - und welche nicht.
Nutzer sollen im Browser entscheiden, welche Cookies sie wollen - und welche nicht. (Bild: Tijana Drndarski/Unsplash)

Mit einer neuen Browserschnittstelle möchte die Datenschutzorganisation Noyb die umstrittenen Cookie-Banner abschaffen. Über die Schnittstelle sollen Webseiten maschinenlesbar ihre Datenschutz-Anfragen senden. In einem einheitlichen, simplen Pop-up sollen Nutzer anschließend ihre Daten freigeben können. Die Antwort erhalte die jeweilige Webseite über Header-Signale oder Javascript. Noyb vergleicht das Konzept mit einer Anfrage für eine Kamerafreigabe, welche die Nutzer ebenfalls einheitlich und direkt über den Browser beantworten können.

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Das Advanced Data Protection Control (ADPC) genannte Konzept hat Noyb gemeinsam mit dem Sustainable Computig Lab (CSL) der Wirtschaftsuniversität Wien entwickelt. Angelehnt sei es an Opt-Out-Ansätze wie Do not Track oder Global Privacy Control, die allerdings mit ihrem binären Ansatz den Anforderungen nicht gerecht werden könnten, schreibt Noyb.

Differenzierte Auswahlmöglichkeiten mit Spam-Filter

ADPC hingegen sehe differenziertere Möglichkeiten vor und erlaube beispielsweise auch spezifische Einwilligungen (Opt-In) für eine bestimmte Webseite und einen bestimmten Zweck. Zudem sei ein intelligentes Management von Anfragen und deren automatische Beantwortung möglich: "So könnten gleichartige Anfragen einheitlich für alle Webseiten positiv oder negativ beantwortet werden. Nutzer:innen könnten auch wählen, nur bestimmte Anfragen zu erhalten - ähnlich einem Spam-Filter bei E-Mails", erklärt Noyb.

"Ein Nutzer könnte etwa sagen, 'bitte frage mich erst, wenn ich auf der Seite mehrmals war' oder 'frag mich nach 3 Monaten wieder'. Ebenso ist es möglich, gleichartige Anfragen zentral zu beantworten. ADPC ermöglicht, die Flut von Datenanfragen sinnvoll zu managen", erklärt der Datenschützer Max Schrems, der die Organistation Noyb gegründet hat. Auch Whitelists, "etwa Qualitätsjournalismus oder Kunst und Kultur", sollen mit nur einem Klick möglich sein. Dazu sollen Listen von Verbänden kommen, die Nutzer einfach übernehmen könnten.

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Damit eine solche Schnittstelle erfolgreich sein könne, müsse der Gesetzgeber bei der E-Privacy-Verordnung, die derzeit in der EU verhandelt wird, tätig werden, fordert Schrems. "Wir hoffen, dass die Verhandler der Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments hier für eine solide Rechtsgrundlage sorgen, die schon in kurzer Zeit geltendes Recht sein könnte. Was Kalifornien schon hat, sollte die EU auch können." Weitere Informationen sowie die technischen Spezifikationen finden sich auf der Seite dataprotectioncontrol.org.

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Mit ADPC sollen auch die absurden Klick-Marathons auf absichtlich komplexen Bannern der Vergangenheit angehören. Mit diesen versuchen Anbieter, den Nutzern gegen ihren Willen eine Zustimmung abzuringen. Gegen solche, nach Ansicht von Noyb rechtswidrigen Cookie-Banner ging die Datenschutzorganisation erst kürzlich mit 560 Beschwerdeschreiben an Unternehmen in Europa und den USA vor.

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