• IT-Karriere:
  • Services:

Profiling für Arbeitnehmer?

Bisher hat sich die Datenschutzkonferenz der Aufsichtsbehörden von Bund und Ländern zur Analytics-Thematik noch nicht offiziell geäußert. Marit Hansen hat sich für Golem.de die "Wohlbefinden"-Analyse näher angesehen. Sie sieht einen Personenbezug gegeben, "denn das System kennt beispielsweise nicht nur einen Zähler für die Zugriffe für ein Dokument, sondern auch, wer zugegriffen hat, selbst wenn später diese Information für eine Analytics-Auswertung nicht dem Arbeitgeber, der Teamleitung oder den Beschäftigten dargestellt wird."

Stellenmarkt
  1. Volkswagen Vertriebsbetreuungsgesellschaft mbH, Wolfsburg
  2. Föderale IT-Kooperation (FITKO), Frankfurt am Main

Marit Hansen sieht darin ein "Profiling" nach der DSGVO: "Es findet ein Profiling im Hintergrund statt, das den Nutzern erst einmal gar nicht bewusst ist." Dass jeder Klick, jede Interaktion mit anderen und auch jede Nicht-Interaktion gemessen und interpretiert werden kann, hält sie für "bedenklich". Für sie ist klar: "Das verstößt gegen den Datenschutzgrundsatz, dass nur die erforderlichen Daten verarbeitet werden dürfen." Hier müsse dargelegt werden, warum diese Analysen in ihrem Umfang und ihrer Ausführlichkeit notwendig sein sollen.

Datenschutzfolgenabschätzung erforderlich

"Ein Profiling findet nicht statt", sagt hingegen der Microsoft-Compliance-Experte Ralf Wigand, "denn dem Unternehmen stehen die Daten aus MyAnalytics nicht zur Verfügung". Der Mitarbeiter könnte überdies frei über die Nutzung entscheiden, weil es sich um keine geschäftskritische Anwendung handle. Microsofts Sicherheitsexperte Komotoglou stellt klar: "Die Standardeinstellung von MyAnalytics besteht darin, dass der Nutzer als einziger Zugriff auf seine eigenen Daten hat." Selbst ein Admin hat keinen Zugriff auf diese Daten, das System ist entsprechend abgesichert.

Marit Hansen weist allerdings darauf hin, dass bei einem KI-Einsatz durch einen globalen Dienstleister im Beschäftigtenverhältnis ein "voraussichtliches hohes Risiko für die betroffenen Personen" nicht fern liege. Daher müsste eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchgeführt werden. "Die Datenschutzfolgen-Abschätzung ist Sache des Unternehmens, das Office 365 einsetzt", betont Wigand. Microsoft hat Hilfestellungen für die Datenschutz-Folgenabschätzung entwickelt, die sich allerdings nicht auf die MyAnalytics-Funktion, sondern auf den verwandten, sehr viel mächtigeren Auswertedienst "Workspace Analytics" bezieht, der Analysen für den Arbeitgeber bereitstellt.

Golem Akademie
  1. OpenShift Installation & Administration
    14.-16. Juni 2021, online
  2. C++ Clean Code - Best Practices für Programmierer
    7.-11. Juni 2021, online
Weitere IT-Trainings

Hier wünscht sich Marit Hansen klarere Informationen: "Wie hängen diese verschiedenen Analytics-Auswertungen zusammen?" Hier sei Transparenz für Betriebsräte und Datenschutzbeauftragte nötig. Doch ein Grundproblem bleibe, so Hansen: "Wir haben es mit einem komplexen System zu tun, das sich ständig verändern kann. Schon deswegen stoßen Personalvertretungen und Datenschutzbeauftragte, die solche Verfahren prüfen sollen, an Grenzen."

Nachdem weitere Mitarbeiter bei Golem.de die E-Mail von MyAnalytics bekommen hatten, hat der Systemadministrator inzwischen das Tool firmenweit deaktiviert. Nun müssen die Redakteure auch ohne Microsofts Hilfe merken, ob sie mal einen ruhigen Tag hatten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Microsoft: Unternehmen hat volle Kontrolle
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

Nasenbaer 08. Mär 2020

Es ist peinlich Microsoft Office einzusetzen? Und Office bedeutet heutzutage nunmal...

Kaiser Ming 04. Mär 2020

auf der Suche nach Funktionen die man im alten Menü sofort gefunden hat

Estimator 04. Mär 2020

Diese ganze - vordergründige - Performance-Messerei geht mir auf den ...k. Mit etwas...

Estimator 04. Mär 2020

Solange es deutsche - oder auch europäische - Unternehmen gibt, die ihr eigenes...

PinguinLogo 04. Mär 2020

Ich weiß, gehört nicht direkt zum Thema. Aber: Muss bei Office 365 der 29. Februar...


Folgen Sie uns
       


Geforce RTX 3060 - Test

Schneller als eine Geforce RTX 2070, so günstig wie die Geforce GTX 1060 (theoretisch).

Geforce RTX 3060 - Test Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /