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Datenschutz bei KI: OpenAI verwendet Nutzerdaten für gezielte Werbung

OpenAI passt seine Datenschutzregeln in den USA an: Nutzerdaten fließen in personalisierte Werbung auf Drittplattformen wie Instagram.
/ Nils Matthiesen
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OpenAI schaltet in den USA personalisierte Werbung. (Bild: Andrew Neel / Pexels)
OpenAI schaltet in den USA personalisierte Werbung. Bild: Andrew Neel / Pexels

OpenAI hat seine Datenschutzrichtlinien in den USA aktualisiert, um gezieltes Marketing auf Drittplattformen zu ermöglichen. Wie das Unternehmen in einer E-Mail an seine Nutzer mitteilte, kommen künftig Cookies zum Einsatz, um OpenAI-Produkte und -Dienste auf anderen Webseiten zu bewerben.

Die Änderung betrifft primär die Vermarktung von Diensten wie ChatGPT außerhalb der eigenen Plattform. Laut OpenAI-Sprecherin Taya Christianson bleibt die Vertraulichkeit der Chatinhalte dabei gewahrt; Konversationen oder private Inhalte sollen demnach nicht mit Marketingpartnern geteilt werden.

Vielmehr nutzt das Unternehmen begrenzte Identifikatoren wie Cookie-IDs, Geräte-IDs oder E-Mail-Adressen, um die Relevanz von Werbemaßnahmen zu erhöhen und deren Effektivität zu messen. Damit will OpenAI prüfen, ob Nutzer nach dem Kontakt mit einer Anzeige bestimmte Aktionen ausführen, etwa die Anmeldung für das KI-Werkzeug Codex.

Diese Form der Datenverarbeitung wird in der neuen Richtlinie explizit als "Targeted Advertising" oder "Cross-Context Behavioral Advertising" eingestuft. In der vorherigen Fassung seiner Datenschutzrichtlinien für die USA erklärte das Unternehmen noch, es nutze personenbezogene Daten nicht für derartige Zwecke.

Opt-out und Marktstrategie

Die Analyse der neuen Bestimmungen zeigt, dass die Marketing-Einstellungen bei kostenlosen Nutzerkonten in den USA standardmäßig aktiviert sind. In Stichproben des Magazins Wired(öffnet im neuen Fenster) waren diese Optionen bei Gratis-Accounts auf Ein gesetzt, während sie bei Plus- und Enterprise-Abos deaktiviert waren.

Anwender können der Datennutzung in den Kontoeinstellungen unter dem Punkt Marketing Privacy widersprechen. Für nicht angemeldete Besucher steht ein Link zu den Datenschutzoptionen auf der Webseite zur Verfügung.

Parallel zur externen Werbung weitet OpenAI sein Werbenetzwerk innerhalb von ChatGPT aus. Ein formales Werbe-Testprogramm für eingeloggte, erwachsene Nutzer in den USA mit Free- und Go-Tarifen startete am 9. Februar 2026. Das Unternehmen strebt für das Jahr 2026 ein internes Werbeumsatzziel von 2,4 Milliarden US-Dollar an.

Die beschriebene Situation mit automatisch aktivem Tracking und der Möglichkeit zum Opt-out gilt spezifisch für den US-Markt. In Deutschland gelten höhere Hürden wie aktive Einwilligung, Recht auf Widerruf und strenge Zweckbindung.

OpenAI plant zwar die EU-Expansion seiner Werbedienste, muss dabei aber ein rechtskonformes Einwilligungsmodell aufbauen. Ob und wie gut das gelingt, bleibt abzuwarten und dürfte unter Beobachtung europäischer Datenschutzbehörden stehen.


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