Datenschutz: Ask.com zeigt auf Apache-Statusseite Suchanfragen an
Der Suchmaschinenbetreiber Ask.com gibt mehr Informationen preis, als er eigentlich sollte: Auf einer Apache-Statusseite lassen sich zahlreiche Suchanfragen von Nutzern verfolgen. Seit einem Monat hat das Unternehmen nicht auf die Fehlermeldung reagiert.
Die Administratoren der Webseite Ask.com haben bei der Konfiguration der eigenen Server geschlampt. Alle Nutzer, die hinter der eigentlichen URL /server-status eingeben, bekommen eine Übersicht, die die Auslastung der Server, IP-Adressen und zahlreiche Suchbegriffe anzeigt. Ask.com versteht sich als "Antwortseite" im Internet.
Im aktuellen Fall können Nutzer zahlreiche eingegebene Suchstrings als Get-Request bewundern. Neben den Begriffen tauchen außerdem zahlreiche IP-Adressen auf. Viele dieser IPs kommen allerdings gehäuft vor, so dass davon auszugehen ist, dass diese Adressen aus dem Netzwerk von Ask.com selbst stammen und etwa Load-Balancer sind und es sich nicht um die IP-Adressen der Nutzer handelt. Die Statusseite ist eine Standardfunktion von Apache-Webservern, sie sollte aber üblicherweise nicht für die Öffentlichkeit erreichbar sein.
Ask.com handelt unverantwortlich
Trotzdem: Ein Server sollte nicht so betrieben werden. Der Hacker und Golem.de-Autor Hanno Böck hatte den Fehler bereits im März gefunden und an Ask.com gemeldet. Passiert ist bislang nichts. "Es ist sehr unverantwortlich für einen Suchmaschinenbetreiber, seine Server so zu konfigurieren", sagte Böck.
Auch eine erneute Anfrage von Golem.de hat Ask.com-Betreiber IAC Publishing bislang nicht beantwortet. Die Statusseite ist nach wie vor sichtbar. Das Vorgehen erinnert an einen Vorfall bei zahlreichen Tor-Hidden-Services im vergangenen Jahr. Dort hatten viele Admins ebenfalls vergessen, die Statusseite zu deaktivieren. Die Apache-Server laufen im Betrieb als Hidden-Server als Localhost, daher ist das Interface sichtbar, wenn es nicht manuell versteckt wird.
Die Webseite Ask.com ist vielen Nutzern aber vor allem durch die wenig beliebte und oft zwangsweise installierte Ask.com-Toolbar für Browser bekannt. Kommentatoren im Golem.de-Forum bezeichneten die Software daher bei früherer Berichterstattung nicht ganz zu Unrecht selbst als "Malware". Zuletzt hatte der unsicher konfigurierte Update-Prozess dazu geführt, dass Malware verteilt werden konnte.
Nachtrag vom 9. April 2017, 12:17 Uhr
Ask.com hat mittlerweile offenbar reagiert, die Seite ist nicht mehr verfügbar. Unsere Anfrage wurde noch nicht beantwortet.
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... das Geschäftsmodell von Ask besteht darin, unbedarften Nutzern irgendwelche Such...
ask.com hat offenbar reagiert, das Script funktioniert inzwischen nicht mehr.
Yep - einfach zusammen mit G00gle und Yah00 auf die Blacklist setzen und gut ist.
Also wie schon Vorposter meinten: es sind nur private IP-Adressen und wenn ich eine...