Datenschutz mit Loupe: Neue App gewährt Einblicke in Fingerprinting unter iOS
Wer schon immer mal wissen wollte, welche Informationen Apps auf einem iPhone oder iPad auslesen und zwecks Fingerprinting verarbeiten können, hat mit der Open-Source-App Loupe(öffnet im neuen Fenster) nun die Möglichkeit dazu. Hinter der Anwendung stecken Tommy Mysk und Talal Haj Bakry, zwei Entwickler aus Deutschland und Kanada(öffnet im neuen Fenster), die in der Vergangenheit schon häufiger auf Sicherheitsprobleme im Apple-Ökosystem aufmerksam gemacht haben.
Loupe ist kostenlos nutzbar und seit dem 5. Juni in Apples App Store erhältlich(öffnet im neuen Fenster). Die App kann dort bereits 60 Bewertungen vorweisen. Bisher haben Nutzer ausnahmslos fünf Sterne vergeben, was für eine hohe Zufriedenheit mit der gebotenen Funktionalität spricht. Sie richtet sich primär an Anwender, die viel Wert auf Datenschutz und Privatsphäre legen.
Loupe bietet laut App-Beschreibung einen "geführten Rundgang durch die Daten, die jede App unbemerkt über dich auslesen kann". Das Tool soll aber nicht nur Einblicke in die offengelegten Informationen gewähren, sondern auch Erklärungen liefern, warum sich Nutzer damit identifizieren lassen. "Die App liest dieselben öffentlichen iOS-APIs aus, die auch Apps von Drittanbietern nutzen, zeigt dir die Rohdaten an und erklärt, warum sie wichtig sind", heißt es im App Store.
Loupe wäre ohne KI nicht entstanden
Auslesen lassen sich mit Loupe unter anderem Standortdaten, Spracheinstellungen, Geräteinformationen (etwa zu Speicher, Akku und Bildschirm), Namen gekoppelter Geräte, Listen installierter Apps, der Einrichtungszeitpunkt des iPhones, der aktuelle VPN-Verbindungsstatus(öffnet im neuen Fenster) sowie ein Zähler, der angibt, wie häufig auf dem Zielgerät bereits etwas in die Zwischenablage kopiert wurde(öffnet im neuen Fenster). Sofern Anwender die nötigen Berechtigungen erteilen, kann Loupe zudem auf diverse Sensordaten, Kontakte und Fotos zugreifen.
Wie die beiden Entwickler, die auch den auf Datenschutz ausgerichteten Webbrowser Psylo(öffnet im neuen Fenster) entwickelt haben, auf Mastodon erklären(öffnet im neuen Fenster), wurde Loupe fast vollständig mit KI entwickelt. Durch den Einsatz von KI soll das kleine Entwicklerteam von der Idee bis zur Veröffentlichung der ersten Version nur etwa zwei Monate gebraucht haben – und das in Teilzeit.
"Hätten wir uns entschieden, Loupe zu entwickeln, wenn wir keinen Zugang zu KI gehabt hätten? Wahrscheinlich nicht, und genau darin liegt für uns der größte Wert der KI: Sie senkt die Hürden für die Umsetzung von Ideen drastisch, insbesondere bei Ideen, bei denen der Aufwand im Verhältnis zum potenziellen Nutzen zunächst nicht lohnenswert erscheint", argumentieren die Entwickler. Der Quellcode der Anwendung ist auf Github zu finden(öffnet im neuen Fenster).
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