Abo
  • Services:

Datenschutz-Ärger: Microsoft sammelt bis zu 25.000 Ereignistypen bei Office

Nicht nur Windows 10 sendet viele Nutzerdaten an die Server von Microsoft. Bis zu 25.000 Ereignistypen sollen es bei Office-Produkten sein. Ist das noch mit der DSGVO vereinbar?

Artikel veröffentlicht am ,
Microsofts Office-Programme telefonieren fleißig nach Hause.
Microsofts Office-Programme telefonieren fleißig nach Hause. (Bild: Mike Blake/Reuters)

Die Überwachung von Nutzern bestimmter Office-Pakete von Microsoft verstößt laut einer niederländischen Studie gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). "Microsoft erhebt und speichert personenbezogene Daten über das Verhalten einzelner Mitarbeiter in großem Umfang ohne öffentliche Dokumentation", heißt es in der Zusammenfassung einer Folgenabschätzung im Auftrag des niederländischen Justizministeriums. Untersucht wurde das Office-Paket Pro Plus (Office 2016 MSI and Office 365) mit den Anwendungen Word, Excel, Powerpoint und Outlook, das von 300.000 Regierungsmitarbeitern in den Niederlanden genutzt wird.

Inhalt:
  1. Datenschutz-Ärger: Microsoft sammelt bis zu 25.000 Ereignistypen bei Office
  2. Manche Daten werden unbegrenzt gespeichert

Die Datensammelwut von Microsoft steht schon seit längerem im Fokus der Datenschützer. Kritik gab es beispielsweise an den umfangreichen Voreinstellungen von Windows 10 zur Übertragung von Nutzerdaten. Schon 2016 gab es Berichte, wonach der Einsatz von Windows 10 die Datenschutzrechte von Arbeitnehmern verletzen könnte. Forscher hatten zudem herausgefunden, dass die Office-Programme (Version 2013 und 2016) Access, OneNote, PowerPoint, Project, Publisher, Visio und Word jede Konfiguration und Interaktion an Microsoft schicken.

Deutlich mehr Telemetriedaten als bei Windows

Doch das Ausmaß der Überwachung von Office-Nutzern übersteigt die Auswertung von Windows-Daten bei weitem. Wie aus der 91 Seiten umfassenden Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) des Beratungsunternehmens Privacy Company hervorgeht, gibt es bei Office zwischen 23.000 und 25.000 Ereignisarten, die vom Telemetrie-Client des Pakets an Microsofts Cosmos-Datenbank in den USA gesendet werden. Bei Windows 10 werden den Angaben zufolge nur 1.000 bis 1.200 Ereignisse überwacht.

Während acht bis zehn Entwickler-Teams die Windows-10-Daten auswerteten, analysierten 20 bis 30 Teams die Office-Daten. Nicht einmal Microsoft selbst weiß, welche Ereignisse protokolliert werden. "Es gibt keine Dokumentation oder Übersicht über die Telemetrie-Daten, die von der Office-Software gesammelt werden", teilte Microsoft der Privacy Company mit. Bis vor kurzem habe es nicht einmal allgemeine Regeln für die Datensammlung gegeben. Die einzelnen Teams hätten selbst entscheiden können, wenn sie neue Ereignisarten anfordern wollten. Da Microsoft den gesamten Datenverkehr verschlüsselt, war es der Privacy Company nicht möglich, die gesendeten Daten zu analysieren.

Deaktivierung unmöglich

Stellenmarkt
  1. ALDI International Services GmbH & Co. oHG, Mülheim an der Ruhr
  2. DATEV eG, Nürnberg

Gesammelt werden laut Microsoft beispielsweise Daten, wie lange ein Nutzer mit Word oder Powerpoint gearbeitet hat und ob es Fehlermeldungen gab. Das US-Unternehmen nannte das folgendes fiktive Beispiel für die Auswertung von Inhalten: "Ein Benutzer tippt ein Wort ein, drückt die Rücktaste, gibt das Wort mit einer anderen Schreibweise ein und wiederholt das einige Male. In einem solchen Fall möchten wir die Telemetriedaten verwenden, um herauszufinden, ob wir die Verwendung des Online-Wörterbuchs empfehlen, nachdem ein Benutzer die Rücktaste gedrückt hat."

Den Angaben zufolge werden manche Ereignisse von allen Nutzern protokolliert, in den meisten Fällen sind jedoch nur zwei Prozent der Anwender betroffen. Allerdings zeigt Office den Nutzern nicht an, ob sie für eine Stichprobe zur Ereignisauswertung ausgewählt wurden. Die Auswahl erfolgt automatisch. Es gibt jedoch keine Möglichkeit, der Datenauswertung zu widersprechen.

Manche Daten werden unbegrenzt gespeichert 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-80%) 11,99€
  2. (-72%) 5,50€
  3. (u. a. Life is Strange Complete Season 3,99€, Deus Ex: Mankind Divided 4,49€)
  4. 32,25€ (5% Extra-Rabatt mit Gutschein GRCCIVGS (Uplay-Aktivierung))

RobZ 24. Nov 2018

Ich erinnere mich noch an eine veröffentlichte Stellenanzeige als *.doc. Die hab ich mir...

Benutzer0000 21. Nov 2018

Ausgehende Verbindungen eines bestimmten Programmes zu blockieren vehindert keineswegs...

DY 21. Nov 2018

na weil man mit den Daten Geld verdienen will bzw. verdient. Google liefert auch...

Potrimpo 21. Nov 2018

Auf was wolltest Du Deinen Arbeitgeber verklagen? Rechtsgrundlage?

maci23 21. Nov 2018

Da hat Microsoft wieder mal so gearbeitet wie früher Urlaube usw. bezahlt. Dann können...


Folgen Sie uns
       


Dirt Rally 2.0 angespielt

In Köln konnten wir das nahezu fertige Dirt Rally 2.0 ausführlich anspielen und mit den Entwicklern reden.

Dirt Rally 2.0 angespielt Video aufrufen
Klimaschutz: Energieausweis für Nahrungsmittel
Klimaschutz
Energieausweis für Nahrungsmittel

Dänemark will ein Klimalabel für Lebensmittel. Es soll Auskunft über den CO2-Fußabdruck geben und dem Kunden Orientierung zu Ökofragen liefern.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Standard Cognition Konkurrenz zu kassenlosen Amazon-Go-Supermärkten eröffnet
  2. Amazon-Go-Konkurrenz Microsoft arbeitet am kassenlosen Lebensmittel-Einkauf

WD Black SN750 ausprobiert: Direkt hinter Samsungs SSDs
WD Black SN750 ausprobiert
Direkt hinter Samsungs SSDs

Mit den WD Black SN750 liefert Western Digital technisch wie preislich attraktive NVMe-SSDs. Es sind die kleinen Details, welche die SN750 zwar sehr gut, aber eben nicht besser als die Samsung-Konkurrenz machen.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. WD Black SN750 Leicht optimierte NVMe-SSD mit 2 TByte
  2. Ultrastar DC ME200 Western Digital baut PCIe-Arbeitsspeicher mit 4 TByte
  3. Western Digital My-Cloud-Lücke soll nach 1,5 Jahren geschlossen werden

Emotionen erkennen: Ein Lächeln macht noch keinen Frohsinn
Emotionen erkennen
Ein Lächeln macht noch keinen Frohsinn

Wer lächelt, ist froh - zumindest in der Interpretation eines Computers. Die gängigen Systeme zur Emotionserkennung interpretieren den Gesichtsausdruck als internes Gefühl. Die interne Gefühlswelt ist jedoch sehr viel komplexer. Ein Projekt des DFKI entwickelt ein System, das Gefühle besser erkennen soll.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Ökostrom Wie Norddeutschland die Energiewende vormacht
  2. Magnetfeld Wenn der Nordpol wandern geht
  3. Computational Periscopy Forscher sehen mit einfacher Digitalkamera um die Ecke

    •  /