Abo
  • Services:

Datenschutz: 18.000 Android-Apps spionieren Nutzer unzulässig aus

Selbst populäre Apps mit Hunderten Millionen Nutzern verstoßen gegen die Werberichtlinien von Google. Das Unternehmen reagierte monatelang nicht auf die Vorwürfe.

Artikel veröffentlicht am ,
Das Zurücksetzen der Werbe-ID hilft bei vielen Android-Apps offenbar wenig.
Das Zurücksetzen der Werbe-ID hilft bei vielen Android-Apps offenbar wenig. (Bild: Screenshot: Golem.de)

Trotz eindeutiger Verbote durch Google senden offenbar zehntausende Android-Apps unveränderliche Geräteangaben an Werbekunden. Das geht aus einer Untersuchung der unabhängigen Forschungseinrichtung Appcensus aus dem kalifornischen Berkeley hervor. Aus einer Datenbank von 24.000 Android-Apps, die die sogenannte Werbe-ID für Smartphones abfragen, griffen der Studie zufolge rund 70 Prozent weitere Identifizierungsmerkmale ab. Mehr als 18.000 unterschiedliche Apps seien betroffen.

Stellenmarkt
  1. IMA GmbH Marketing & Consulting, Saarbrücken
  2. Bosch Gruppe, Frankfurt am Main

Die sogenannte Werbe-ID soll es eigentlich ermöglichen, dass Smartphone-Nutzer personalisierte Werbung erhalten, ohne gleichzeitig kaum oder gar nicht veränderbare Gerätedaten wie die Seriennummer IMEI, Mac-Adressen von Routern oder die Android-ID (SSAID) übertragen zu müssen. Wie bei Browser-Cookies können Nutzer auf Wunsch die Werbe-ID jederzeit zurücksetzen oder deren Übertragung generell deaktivieren.

Google will Problem nun angehen

Werden jedoch unveränderliche Identifikationsmerkmale in Kombination mit der Werbe-ID übertragen, wird dieses Datenschutzmerkmal unterlaufen. Selbst eine neugenerierte ID lässt sich dann wieder eindeutig einem Nutzer zuordnen. Der Studie zufolge verstoßen populäre Apps wie Clean Master und Subway Surfers, die mehr als eine Milliarde Mal installiert wurden, gegen die Werberichtlinien. "Die Werbe-ID darf nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Nutzers mit personenbezogenen Daten oder gleichbleibenden Geräte-IDs wie SSAID, MAC-Adresse oder IMEI verknüpft werden", fordert Google.

Obwohl Google bereits im September 2018 mit den Ergebnissen der Untersuchung konfrontiert worden sei, habe das Unternehmen bis heute nicht die Frage beantwortet, wie dieses Problem bekämpft werden solle, monierte Serge Egelman von Appcensus. Dem US-Computermagazin Cnet sagte ein Google-Sprecher hingegen: "Die Kombination der Werbe-ID mit Gerätekennungen zum Zwecke der Personalisierung von Anzeigen ist strengstens verboten. Wir überprüfen ständig Apps - einschließlich der im Bericht des Forschers genannten - und werden Maßnahmen ergreifen, wenn sie unseren Richtlinien nicht entsprechen."

Google räumte jedoch ein, dass solche Aktivitäten nur erkannt werden könnten, wenn die Apps die Daten auch an Googles eigenes Werbenetzwerk Admob schickten. Außerhalb dieses Netzwerks könnten jedoch keine Verstöße erkannt werden. Zudem sei es durchaus erlaubt, beispielsweise zu Sicherheitszwecken Gerätekennungen oder die Android-ID zu übertragen. Allerdings nicht zu Werbezwecken.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

Bouncy 18. Feb 2019 / Themenstart

Ja in gewohnter Manier, nur nutzloses Geschwafel ohne verwertbare Infos. Journalistische...

Micha_T 17. Feb 2019 / Themenstart

.... können alle weiter kohle scheffeln. https://f-droid.org/en/packages/org.eu...

mgutt 17. Feb 2019 / Themenstart

Ja AquaMail mit dem Pro Key. Und auf keinen Fall BlueMail oder TypeApp: https://www...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Bewerbungsgespräch mit der KI vom DFKI - Bericht

Wir haben uns beim DFKI in Saarbrücken angesehen, wie das Training von Bewerbungsgesprächen mit einer Künstlichen Intelligenz funktioniert.

Bewerbungsgespräch mit der KI vom DFKI - Bericht Video aufrufen
Uploadfilter: Voss stellt Existenz von Youtube infrage
Uploadfilter
Voss stellt Existenz von Youtube infrage

Gut zwei Wochen vor der endgültigen Abstimmung über Uploadfilter stehen sich Befürworter und Gegner weiter unversöhnlich gegenüber. Verhandlungsführer Voss hat offenbar kein Problem damit, wenn es Plattformen wie Youtube nicht mehr gäbe. Wissenschaftler sehen hingegen Gefahren durch die Reform.

  1. Uploadfilter Koalition findet ihren eigenen Kompromiss nicht so gut
  2. Uploadfilter Konservative EVP will Abstimmung doch nicht vorziehen
  3. Uploadfilter Spontane Demos gegen Schnellvotum angekündigt

Geforce GTX 1660 im Test: Für 230 Euro eine faire Sache
Geforce GTX 1660 im Test
Für 230 Euro eine faire Sache

Die Geforce GTX 1660 - ohne Ti am Ende - rechnet so flott wie AMDs Radeon RX 590 und kostet in etwa das Gleiche. Der klare Vorteil der Nvidia-Grafikkarte ist die drastisch geringere Leistungsaufnahme.

  1. Nvidia Turing OBS unterstützt Encoder der Geforce RTX
  2. Geforce GTX 1660 Ti im Test Nvidia kann Turing auch günstig(er)
  3. Turing-Grafikkarten Nvidias Geforce 1660/1650 erscheint im März

Display-Technik: So funktionieren Micro-LEDs
Display-Technik
So funktionieren Micro-LEDs

Nach Flüssigkristallanzeigen (LCD) mit Hintergrundbeleuchtung und OLED-Bildschirmen sind Micro-LEDs der nächste Schritt: Apple arbeitet daran für Smartwatches und Samsung hat bereits einen Fernseher vorgestellt. Die Technik hat viele Vorteile, ist aber aufwendig in der Fertigung.
Von Mike Wobker

  1. AU Optronics Apple soll Wechsel von OLEDs zu Micro-LEDs vorbereiten

    •  /