Abo
  • Services:

Datenschützer: Facebook hat keinen Respekt vor Privatsphäre

Datenschützer aus Belgien fordern Facebook dazu auf, das Sammeln von Nutzerdaten einzuschränken. Sollte das Unternehmen nicht auf die Forderungen reagieren, könnte es zu rechtlichen Schritten kommen.

Artikel veröffentlicht am , Hakan Tanriverdi/Sddeutsche.de
Daumen rauf, Daumen runter: Facebook sei intransparent, monieren belgische Datenschützer.
Daumen rauf, Daumen runter: Facebook sei intransparent, monieren belgische Datenschützer. (Bild: Lionel Bonaventure/AFP/Getty Images)

Belgische Datenschützer fordern Facebook dazu auf, das Sammeln von Nutzerdaten stark einzuschränken. Sollte sich das Unternehmen weigern, könnten Strafanwälte rechtliche Schritte in Erwägung ziehen, berichtet die Website Politico. Die Datenschützer fordern demnach, das soziale Netzwerk dürfe externe Plugins auf Drittseiten nur dann zum Datensammeln nutzen, wenn die Nutzer explizit zugestimmt hätten. Mit diesen externen Like- und Teilen-Knöpfen konnte Facebook das Datensammeln enorm intensivieren. Statt nur eine Quelle zu haben, aus der sich Nutzerdaten abschöpfen lassen - nämlich die Seite facebook.com -, sind es seit der Einführung 13 Millionen mehr. So viele Webseiten sollen diese Buttons auf der eigenen Seite eingebettet haben.

Stellenmarkt
  1. TUI Business Services GmbH, Hannover
  2. InnoLas Solutions GmbH, Krailling Raum München

Facebook behandle das Privatleben seiner Nutzer "ohne Respekt". Das Problem müsse angegangen werden, sagte Willem Debeuckelaere, Präsident der belgischen Datenschutzkommission dem Guardian zufolge.

Klarere Kommunikation, wie Cookies eingesetzt werden

Die Datenschützer verlangen außerdem, dass Facebook klarer mitteilt, wie sogenannte Cookies eingesetzt werden. Cookies sind Dateien, die Informationen abspeichern. Auf diese Weise müssen Passwörter nicht bei jedem Webseitenbesuch neu eingegeben werden. Cookies können aber auch dazu verwendet werden, Nutzer beim Surfen durch das Netz zu verfolgen. Genau das war Facebook in einer Studie vorgeworfen worden.

Das sind die Ergebnisse der Studie

Forscher der Universität im belgischen Löwen hatten im Auftrag der belgischen Datenschützer untersucht, wie Facebook-Nutzer verfolgt werden. Unter anderem fanden sie heraus, dass Facebook Cookies einsetzt, mit denen Nutzer verfolgt werden, die sich explizit dagegen ausgesprochen haben - und sogar Nutzer, die über gar kein Konto bei Facebook verfügen. Das Vorgehen Facebooks sei ein Verstoß gegen europäisches Recht, so die Forscher.

So reagierte Facebook

Facebook betonte, dass die Privatsphäre der Nutzer wichtig sei: "Wir arbeiten hart, um sicherzustellen, dass die Nutzer Kontrolle darüber haben, welche Informationen sie mit wem teilen." Facebook werde bereits in Europa reguliert und halte sich an europäisches Datenschutzrecht. Es sei unklar, wie die Befunde der Datenschützer anzuwenden seien. Die Behörde selbst ist nicht dazu befugt, Facebook mit Strafzahlungen zu belegen. Ein entsprechendes Gesetz solle aber bis Jahresende vorliegen.

In Europa gilt eine Datenschutz-Grundverordnung aus dem Jahr 1995. Darin steht, dass Unternehmen, die bereits in einem europäischen Land reguliert werden, auch in anderen Teilen Europas operieren dürfen. Facebook hat eine Tochtergesellschaft in Irland gegründet. Kritiker argumentieren, dass auf diese Weise ein stärkerer Datenschutz, wie zum Beispiel der in Deutschland, ausgehebelt werden kann. Auf europäischer Ebene wird deshalb seit Jahren daran gearbeitet, ein Nachfolge-Modell zu finden.

Die Studie selbst kritisierte Facebook mit harschen Worten. Zentrale Befunde seien schlicht falsch. Doch es habe Fälle gegeben, in denen auch dann Cookies verschickt wurden, wenn Nutzer nicht auf Facebook angemeldet gewesen seien. Dabei habe es sich jedoch lediglich um Bugs gehandelt, also unabsichtliche, technische Fehler, die mittlerweile korrigiert worden seien.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 35€
  2. 99€
  3. 39€
  4. 64€

FreiGeistler 28. Mai 2015

Ich habe mein Facebook-Konto vor Jahren gelöscht. Nun muss ich aktiv Gegenmassnahmen...

FreiGeistler 19. Mai 2015

Ich nutze im FF "Self-destructing Cookies", für Chrome wäre evtl "Tab Cookies" geeignet...

violator 19. Mai 2015

Immerhin mehr zum Thema beigetragen als du.

DY 18. Mai 2015

Cookie Culler und vor allem Self-Destructing Cookies !

Mr Miyagi 18. Mai 2015

Wenn man Probleme mit Facebooks Umgang mit der Privatsphäre hat - sollte man es...


Folgen Sie uns
       


Kaihua Kailh Speed-Switches - Test

Die goldenen KS-Switches von Kaihua haben einen kürzeren Hinweg als Cherry MX Blue und sind in der alltäglichen Nutzung angenehmer. Das liegt auch an der besseren Verarbeitung.

Kaihua Kailh Speed-Switches - Test Video aufrufen
Ryzen 5 2600X im Test: AMDs Desktop-Allrounder
Ryzen 5 2600X im Test
AMDs Desktop-Allrounder

Der Ryzen 5 2600X ist eine der besten sechskernigen CPUs am Markt. Für gut 200 Euro liefert er die gleiche Leistung wie der Core i5-8600K. Der AMD-Chip hat klare Vorteile bei Anwendungen, das Intel-Modell in Spielen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Golem.de-Livestream Wie gut ist AMDs Ryzen 2000?
  2. RAM-Overclocking getestet Auch Ryzen 2000 profitiert von schnellem Speicher
  3. Ryzen 2400GE/2200GE AMD veröffentlicht sparsame 35-Watt-APUs

Leserumfrage: Wie sollen wir Golem.de erweitern?
Leserumfrage
Wie sollen wir Golem.de erweitern?

In unserer ersten Umfrage haben wir erfahren, dass Sie grundlegend mit uns zufrieden sind. Nun möchten wir wissen: Was können wir noch besser machen? Und welche Zusatzangebote wünschen Sie sich?

  1. Stellenanzeige Golem.de sucht Redakteur/-in für IT-Sicherheit
  2. Leserumfrage Wie gefällt Ihnen Golem.de?
  3. Jahresrückblick 2017 Das Jahr der 20 Jahre

Xbox Adaptive Controller ausprobiert: 19 x Klinke, 1 x Controller, 0 x Probleme
Xbox Adaptive Controller ausprobiert
19 x Klinke, 1 x Controller, 0 x Probleme

Microsoft steigt in den Markt der zugänglichen Geräte ein. Der Xbox Adaptive Controller ermöglicht es Menschen mit temporärer oder dauerhafter Bewegungseinschränkung zu spielen, ohne enorm viel Geld auszugeben. Wir haben es auf dem Microsoft Campus in Redmond ausprobiert.
Von Andreas Sebayang

  1. Firmware Xbox One erhält Option für 120-Hz-Bildfrequenz
  2. AMD Freesync Xbox One erhält variable Bildraten
  3. Xbox One Streamer können Gamepad mit Spieler teilen

    •  /