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Datenschützer: Facebook betreibt Nutzerforschung "wie mit Laborratten"

Die Verhaltensforschung mit 700.000 Nutzern, deren Newsfeed manipuliert wurde, gleiche Experimenten von Verhaltensforschern mit Laborratten. Bemerkenswert sei, dass Facebook es als sein selbstverständliches Recht ansehe, den Nachrichtenstrom seiner Nutzer zu manipulieren, so ein Landesdatenschützer.
/ Achim Sawall
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Facebooks Hauptsitz in Menlo Park, Kalifornien (Bild: Stephen Lam/Getty Images)
Facebooks Hauptsitz in Menlo Park, Kalifornien Bild: Stephen Lam/Getty Images

Der rheinland-pfälzische Landesdatenschützer Edgar Wagner hat Facebook für eine Nutzerstudie kritisiert. "Dies erinnert an Experimente von Verhaltensforschern mit Laborratten" , erklärt Wagner(öffnet im neuen Fenster) . Facebook hatte das Experiment verteidigt, bei dem der Feed der Statusmeldungen von fast 700.000 Nutzern manipuliert worden ist . Für das soziale Netzwerk sei es wichtig zu verstehen, wie Mitglieder auf verschiedene Inhalte reagierten, erklärte ein Facebook-Forscher.

Bei dem Experiment waren ohne Vorwarnung die Newsfeeds von 689.003 Nutzern der englischsprachigen Facebook-Version manipuliert worden. Über drei Millionen Einträge wurden nach Stichworten von einer Software ausgewertet, die diese bestimmten Gefühlen zuordnete. Bei dem einwöchigen Experiment im Januar 2012 wurden die Einträge vorgefiltert: Einer Gruppe wurden mehr positive Nachrichten angezeigt, der anderen mehr negative. Die Studie ergab, dass Menschen, die mehr positive Nachrichten sahen, eher dazu neigten, auch selbst Einträge mit positivem Inhalt zu veröffentlichen – und umgekehrt.

Bemerkenswert an diesem Vorgehen von Facebook ist laut Wagner, dass Facebook es als sein selbstverständliches Recht ansieht, den Nachrichtenstrom, den es an seine Nutzer leitet, an seinen Bedürfnissen auszurichten. Ein Recht der Nutzer auf möglichst objektive und umfassende Information wird nicht anerkannt.

Es ist nach Wagner ein wichtiges Ziel von Facebook herauszufinden, wie seine Nutzer manipuliert werden können, und für dieses Ziel wird viel Geld investiert. Nutzer werden nicht als Individuen mit eigenen Rechten betrachtet, sondern als Masse, die Facebook nach Kräften so steuern kann, wie es in sein Geschäftsmodell und seine Interessen passt. Bei der monopolähnlichen Stellung von Facebook mit über 1 Milliarde Nutzern ist eine solche Haltung laut dem Datenschützer besonders gefährlich.

Facebook ist demnach kein neutraler Dienstleister, der nur den Austausch von Informationen zwischen seinen Nutzern erleichtern will. "Facebook ist ein Unternehmen, das vor der gezielten Beeinflussung der Nachrichten nicht zurückschreckt" , so der Datenschützer.


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