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Kopf für Kopf

Weil die neuen Köpfe nicht so exakt wie beim Hersteller eingebaut werden können, fallen sie meist nach einiger Zeit aus. Dann beginnt der Prozess von vorn: Die Platte wird geöffnet, ein neues Modell wird aus dem Lager geholt, ausgeweidet und anschließend mit neuem Laufwerksarm und Kopf weiter ausgelesen. Weil die einzelnen Platten mitunter chemisch gereinigt werden müssen und die Kalibrierung der Köpfe oft aufwendig ist, kann der Prozess einige Stunden dauern und beginnt dann mit jedem neuen Kopf von vorn.

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"Es erfordert immenses handwerkliches Geschick und eine lange Erfahrung, um den Kopf so zu wechseln, dass er nicht sofort wieder beschädigt wird", sagt Lars Müller. Jetzt bekomme ich eine Ahnung, warum eine Datenrettung so teuer ist. Bei Preisen von bis zu 100 Euro für eine durchschnittliche Festplatte kommen schnell Materialkosten von einigen Hundert Euro zusammen. Das Risiko, im Voraus zu schätzen, wie viele Datenträger geopfert werden müssen, trägt Data Recovery. In unserem Fall sind es sechs - oberer Durchschnitt.

Ende gut, alles gut

Mich erinnert die feinmechanische Arbeit an Uhrmacher. Bis auf das Summen der Platten und die Lüftergeräusche herrscht konzentrierte Stille, während geschraubt, mikroskopiert und gemessen wird. Aber im Gegensatz zum Uhrmacher ist Datenretter kein Ausbildungsberuf. Müller erzählt: "Bei uns bewerben sich die unterschiedlichsten Leute, aber wichtig sind eigentlich nur ein technisches Grundverständnis und eine sehr ruhige Hand. Das hat man oder man hat es nicht."

Weil die Bauweise immer weiter miniaturisiert wird und die Software sich ändert, lernen die Datenretter nie aus. So ist die Herangehensweise an moderne Festspeicher wie SSDs und Speicherkarten völlig anders als bei klassischen Festplatten. Doch auch bei denen gibt es neue Herausforderungen. So berichtet Lars Müller über die Rettung von mit Helium gefüllten Platten, die eine enorm hohe Datendichte aufweisen und deren Reparatur leicht mehrere Tausend Euro kosten kann. Im Vergleich dazu sind wir mit unserer Standardplatte gut dran. Der Datenstrom ist ausgelesen und die Laufwerksstruktur wiederhergestellt. Eigentlich will mir Lars Müller die Platte gleich in die Hand drücken. Ich verzichte aus zwei Gründen: Erstens will ich Grits Daten ungern in meinem Rucksack zurück nach Berlin befördern und zweitens möchte ich gern sehen, wie die Festplatte verpackt bei uns ankommt. Auf ein paar Tage kommt es jetzt auch nicht mehr an. Das Angebot, den defekten Datenträger als Andenken mitzunehmen, schlage ich dankend aus.

Meine Mission ist beendet, das Unterrichtsmaterial gerettet - und so setze ich mich in den Zug zurück nach Berlin. Als die Platte in einem recht großen Karton eintrifft, ist sie von vielen Lagen Blisterfolie umwickelt und hat einen Aufkleber mit den Kontaktdaten der Leipziger - sicher ist sicher. Während wir beim Kaffee auf ihrem Balkon sitzen, erzähle ich Grit vom Weg ihrer Festplatte. Derweil liegt das Ersatzexemplar von Data Recovery drinnen auf dem Schreibtisch und surrt: Gleich mal ein Backup machen!

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my3cents 18. Okt 2018

Hm, also mich hat der Artikel nicht vom Hocker gehauen. Er enthält kaum tiefgreifende...

magnolia 20. Aug 2018

+1 Ein sehr interessanter Artikel!

Aluz 10. Aug 2018

Privat: Handy mit google coud PC hat nen RAID 1 drin (5 konnte ich mir leider nicht...

SJ 10. Aug 2018

Es ist bekannt, dass alle einmal defekt geht... sei es CD-Spieler, Fernseher, Handy...

Aluz 10. Aug 2018

Ja und? Vielen Menschen, welche sich nicht in technischen Berufen befinden geht es so...


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