Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Datenrate: LAA soll LTE mit unlizenziertem 5-GHz-Spektrum entlasten

LTE soll über den Standard LAA entlastet werden, wenn die Kapazität mal wieder nicht ausreicht. Gerade auf Flughäfen könnte Nutzern so eine höhere Datenrate geboten werden – im 5-GHz-Frequenzband, das ein bisschen dem WLAN "gehört", generell aber technologieneutral ist.
/ Achim Sawall
19 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
LAA-Grafik von Ericsson (Bild: Ericsson)
LAA-Grafik von Ericsson Bild: Ericsson

LAA (License Assisted Access)(öffnet im neuen Fenster) soll die LTE-Nutzung in großen Räumen verbessern. Das hat Henning Wiemann, Principal Researcher bei Ericsson, im Gespräch mit Golem.de gesagt. Die Technik richtet sich an Picozellen, kleine Mobilfunkzellen mit niedriger Sendeleistung, die in großen Gebäuden wie Flughäfen benutzt werden können.

LAA wird bald im 5-GHz-Frequenzband verfügbar sein, wo heute schon AC-WLAN funkt, und wird hauptsächlich von Ericsson und Qualcomm vorangetrieben.

"In diesen sogenannten Enterprise-Umgebungen haben Netzbetreiber ohnehin ihre normalen LTE-Basisstationen errichtet", erklärte Wiemann. "Da stoßen sie teilweise aber immer noch an ihre Grenzen und brauchen zusätzliches Spektrum, um die Kapazitätsanforderungen erfüllen zu können."

LAA ist erstmal nur im Downlink verfügbar, von der Basisstation zum Endgerät. In 3GPP Release 14 wird auch die Übertragung des Uplinks im unlizenzierten Spektrum standardisiert. Wiemann: "Es läuft aber immer nur im lizenzierten und unlizenzierten Spektrum, kann also nicht im unlizenzierten Spektrum allein betrieben werden, etwa von Betreibern ohne Lizenz."

LTE-Unlicensed war ein Baby von Verizon

LTE-Unlicensed war dagegen immer eher ein Projekt unter Führung des US-Mobilfunkbetreibers Verizon Wireless, eine kurzfristigere Lösung für den US-Markt. LAA ist ein Versuch, LTE weltweit im unlizenzierten Spektrum nutzbar zu machen.

Bei LAA seien sehr ausführliche Studien gemacht worden, um die strengsten regulatorischen Standards weltweit zu berücksichtigen, erklärte Wiemann. Um LAA global nutzen zu können, seien die strengen Standards in Europa und Japan die Vorgabe gewesen, nicht die weicheren Vorgaben aus den USA oder Indien. So wurde das Listen-Before-Talk-Protokoll (LBT) implementiert, das die Koexistenz mit Wi-Fi-Geräten sichern soll. Bei diesem Mechanismus wartet ein Sender zunächst darauf, dass andere Sender ihre Übertragung beenden, um diese nicht zu stören. Wiemann: "Das beginnt im Mikrosekundenbereich, kann aber auch in den Bereich einiger Millisekunden gehen."

"Wir haben LAA im 3GPP vorangetrieben", sagte Wiemann. Das 3rd Generation Partnership Project (3GPP) ist eine Kooperation von Standardisierungsgremien für den Mobilfunk. LTE-U ist kein 3GPP-Standard.


Relevante Themen