Datenpanne: Monit verursachte Ausfall bei Protonmail

Ein irrtümlich nicht abgeschaltetes Tool hat beim Schweizer Maildienst Protonmail dafür gesorgt, dass Nachrichten von Kunden verloren gingen. 95 Prozent der gelöschten E-Mails sollen wiederhergestellt sein, und auch die Ursachenforschung dokumentiert das Unternehmen sehr offen.

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Protonmail hat E-Mails seiner Kunden verloren.
Protonmail hat E-Mails seiner Kunden verloren. (Bild: Protonmail/Screenshot: Golem.de)

Die Cern-Ausgründung Protonmail, die von Ende zu Ende verschlüsselte Maildienstleistungen erbringt, hat die Hintergründe seiner jüngsten Datenpanne erklärt. In einem Blogeintrag beschreibt das Unternehmen, warum vor gut einer Woche bei einigen Kunden über einen Zeitraum von 20 Stunden Mails verloren gingen. Diese wurden von den Systemen selbsttätig automatisch gelöscht. Inzwischen, so Protonmail in einem Blogeintrag, habe man 95 Prozent dieser Mails wiederherstellen können, für die restlichen Nachrichten gibt es kaum noch Hoffnung.

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Laut der Darstellung arbeiten die Server mit dem Standardtool Monit. Es überwacht unter Linux laufende Prozesse und kann diese neu starten, wenn sie abgestürzt sind. Das kann bei einem geplanten Eingriff in ein System aber dazu führen, dass ein Prozess wieder ausgeführt wird, der gerade gar nicht laufen soll - so kam es auch zum Mailausfall.

Laut Protonmail hatte ein neuer Mitarbeiter Monit nicht beendet, bevor er sich an die Arbeit an einer Datenbank machte. Die wurde dann von Monit neu gestartet, was zu fehlerhaften Daten führte. Das Unternehmen will die Schuld aber nicht auf den Mitarbeiter allein abwälzen, sondern gibt zu, dass es in seinen Vorschriften für die internen Abläufe nicht genau genug war. Bisher waren bestimmte "Abkürzungen", so Protonmail, in den Abläufen toleriert worden, was nun verboten sei.

Zu dieser Situation sei es gekommen, weil die Nutzerzahlen ständig stark wüchsen, beschreibt die Firma. An anderer Stelle gibt das Unternehmen an, dass es in zwei Monaten von 1.000 auf 250.000 Kunden gewachsen sei. Daher hätten die Mitarbeiter unter einem hohen Zeitdruck gestanden. Dem soll nun unter anderem durch neue Stellen entgegengewirkt werden, dafür sucht Protonmail derzeit sieben neue Kollegen.

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