Datenleck: Abgeordnete im Facebook-Leak

Auch etliche Politiker sind vom Facebook-Leak betroffen. Die Sicherheitsforscher Moritz Gruber und Matteo Große-Kampmann von der Sicherheitsfirma Aware7 haben die Datenbank nach den Namen von Bundestagsabgeordneten durchsucht und sind in über 30 Fällen fündig geworden.
Betroffen waren Abgeordnete aller im Bundestag vertretenen Fraktionen, unter anderem Philipp Amthor (CDU), Martina Renner (Linke) und Canan Bayram (Grüne). Zudem entdeckten die Sicherheitsforscher mit Kevin Kühnert (SPD) und Thomas L. Kemmerich (FDP) auch zwei Politiker, die aktuell nicht Teil des Bundestages sind. Von ihnen waren die Telefonnummer, teils auch die E-Mail-Adresse und weitere Informationen wie Wohnort oder Geschlecht einsehbar.
Noch mehr betroffene Politiker und Prominente im Datenleck
Um die betroffenen Bundestagsabgeordneten zu finden, haben die beiden Sicherheitsforscher auf eine Opendata-Liste der Bundestagsmitglieder zurückgegriffen(öffnet im neuen Fenster) , die sie entsprechend nach den aktuellen Abgeordneten parsen mussten. Anschließend haben sie die Facebook-Datenbank nach Vor- und Nachnamen durchsucht und die Ergebnisse durchgesehen.
"Das war nur eine grobe Prüfung," sagte Gruber zu Golem.de. Sicher seien weitere Politiker, aber auch Prominente, für die es keine entsprechend aufbereitete Liste gebe, vom Datenleck betroffen. Die CSV-Dateien des Facebook-Leaks umfasse allein 600 MByte für Personen aus Deutschland, erklärt Gruber.
"Hass-Nachrichten bekommen über die Verbreitung per SMS noch mal einen persönlichen Touch und können wesentlich intimer zugestellt werden als über Facebook oder Twitter," gibt Große-Kampmann auf Twitter zu bedenken(öffnet im neuen Fenster) . Im Wahljahr seien besonders Politiker interessante Angriffsziele. In der Vergangenheit sei bereits klar geworden, dass es hier an der nötigen Sensibilisierung fehle, betont Große-Kampmann.
Teil des Datenlecks sind neben den Nutzernamen, E-Mail-Adressen und Telefonnummer auch Geschlecht, Beruf, Stadt, Land und Beziehungsstatus. Rund 9 Millionen Betroffene gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Daten stehen schon seit geraumer Zeit zum Verkauf. So konnte beispielsweise gegen Zahlung von 20 US-Dollar die Telefonnummer zu einem Facebook-Nutzernamen über einen Telegram-Bot abgefragt werden.



