Abo
  • Services:

Datenleak: Bundestagsabgeordnete sind Zwei-Faktor-Muffel

Weil Politiker die Zwei-Faktor-Authentifizierung ihrer Accounts bislang meiden, prüft Facebook nun eine Pflicht bei den Europawahlen. Die Bundesregierung erwägt inzwischen eine eingeschränkte Meldepflicht für Sicherheitslücken.

Artikel veröffentlicht am ,
Nur die wenigsten Abgeordneten sichern ihre Facebook-Zugänge doppelt ab.
Nur die wenigsten Abgeordneten sichern ihre Facebook-Zugänge doppelt ab. (Bild: Fabrizio Bensch/Reuters)

Nur die wenigsten Bundestagsabgeordneten sichern ihren Facebook-Zugang mit einem zusätzlichen Sicherheitsfaktor ab. Das sagte nach Angaben der Abgeordneten Anke Domscheit-Berg (parteilos) ein Facebook-Vertreter in einer Sitzung des Ausschusses Digitale Agenda am Montag in Berlin. Obwohl das Unternehmen vor der Bundestagswahl 2017 allen Kandidatinnen und Kandidaten persönlich eine Zwei-Faktor-Authentifizierung empfohlen habe, hätten nur 2,1 Prozent davon Gebrauch gemacht. "Das ist erschütternd wenig", sagte Domscheit-Berg (Video). Ein inzwischen identifizierter Hacker hatte im Dezember 2018 umfangreiche persönliche Daten von Politikern ins Netz gestellt, darunter private Chatprotokolle von Facebook-Konten.

Stellenmarkt
  1. Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) gGmbH, Köln
  2. alanta health group GmbH, Hamburg-Jenfeld

Dass die Abgeordneten trotz entsprechender Warnungen und Empfehlungen keine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) nutzen, dürfte vor allem praktische Gründe haben. Da die Zugänge zu den sozialen Medien wie Facebook oder Twitter in der Regel von mehreren Mitarbeitern der Büros genutzt werden, ist das Login mit einem zweiten Faktor wie einem SMS-Code meist unpraktikabel.

GMX plant 2FA im zweiten Quartal

Nach Informationen von Golem.de sagten sämtliche Vertreter der Internetplattformen, dass nur ein Bruchteil der Nutzer eine 2FA aktiviert habe. Dennoch werde eine Ausweitung des Angebots nach dem Datenleak geprüft. So wolle Facebook die Einführung einer verpflichtenden Zwei-Faktor-Authentifizierung für Kandidaten zur Europawahl 2019 prüfen. Twitter wolle ebenfalls versuchen, diesen kaum genutzten Service populärer zu machen. United Internet habe angekündigt, für Dienste wie GMX oder Web.de im zweiten Quartal eine 2FA anzubieten. Allerdings ist dann der Zugriff auf die E-Mails via Imap oder Pop3 nicht mehr möglich.

Nach Angaben von Domscheit-Berg räumten die Dienste zudem ein, bis auf die Länge eines Passworts keine weiteren Vorgaben zur Nutzung sicherer Passwörter zu machen. "Dann kommt leider so etwas dabei raus, wie wir in den Listen der häufigsten Passwörter lesen können: nämlich die Passwörter '1234565' oder das Passwort 'Passwort'", sagte die Abgeordnete. Es sei von den Unternehmen "extrem verantwortungslos", solche einfach zu knackenden Passwörter überhaupt zu ermöglichen. Solange es keine verpflichtenden Vorgaben gebe, sollten Nutzer von sich aus bessere Passwörter verwenden.

Eingeschränkte Meldepflicht

Laut Domscheit-Berg bestätigte Abteilungsleiter Andreas Könen vom Bundesinnenministerium, dass eine Meldepflicht für Sicherheitslücken im geplanten IT-Sicherheitsgesetz 2.0 geprüft werde. Auf Nachfrage habe Könen jedoch eingeräumt, dass diese Meldepflicht für Geheimdienste nur eingeschränkt gelten solle. "Es wird ein Prozess offensichtlich ausgearbeitet, analog zu dem, was man in den USA macht, wo bei den gefährlichsten Sicherheitslücken, den Zero-Day-Exploits, genau überlegt wird, wo ist der potenzielle Schaden so groß, dass man es lieber doch der Öffentlichkeit mitteilt", sagte Domscheit-Berg. Falls nicht, könne man sich "diese süße, kleine Sicherheitslücke vielleicht doch in eine Schublade legen und noch ein bisschen selbst benutzen". Selbst eine eingeschränkte Meldepflicht sei jedoch "mehr, als wir im Moment haben".

Nachtrag vom 15. Januar 2019, 14:42 Uhr

Ein Sprecher von GMX und Web.de sagte auf Anfrage von Golem.de, dass die geplante Zwei-Faktor-Authentifizierung mit POP3 und Imap kompatibel sein werde. Es werde eine Lösung angestrebt, die jeder Kunde nutzen könne. Technische Details wollte der Sprecher jedoch nicht erläutern. Diese sollen in den kommenden Monaten vorgestellt werden.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 59€ (Vergleichspreis 70,98€)
  2. 49€ für Prime-Mitglieder (Vergleichspreis 64,98€)
  3. 59,99€ (Vergleichspreis ca. 90€)

Frostwind 15. Jan 2019

Stell dir dazu noch vor, dass Unternehmen verpflichtet werden, diese Lücken dem BMI zu...

Comicbuchverkäufer 15. Jan 2019

Facebook hat deine Telefonnummer sowieso über WhatsApp bekommen. Nee mal im ernst. Ich...

Comicbuchverkäufer 15. Jan 2019

Bei Googlemail und Microsoft geht das problemlos. Bei Gmx soll das nicht gehen? Komisch...

nimmruht 15. Jan 2019

mein Passwort ändern? Ich bin Politiker .... sowas brauch ich nicht. So wird das ablaufen.


Folgen Sie uns
       


B-all One für Magic Leap - Gameplay

Ein Squash-Spiel zeigt, wie gut bei Magic Leap das Mapping der Umgebung und das Tracking unserer Position klappt.

B-all One für Magic Leap - Gameplay Video aufrufen
Adblock Plus: Adblock-Filterregeln können Code ausführen
Adblock Plus
Adblock-Filterregeln können Code ausführen

Unter bestimmten Voraussetzungen können Filterregeln für Adblocker mit einer neuen Funktion Javascript-Code in Webseiten einfügen. Adblock Plus will reagieren und die entsprechende Funktion wieder entfernen. Ublock Origin ist nicht betroffen.
Von Hanno Böck

  1. Urheberrecht Axel-Springer-Verlag klagt erneut gegen Adblocker
  2. Whitelisting erlaubt Kartellamt hält Adblocker-Nutzung für "nachvollziehbar"
  3. Firefox Klar Mozilla testet offenbar Adblocker

Falcon Heavy: Beim zweiten Mal wird alles besser
Falcon Heavy
Beim zweiten Mal wird alles besser

Die größte Rakete der Welt fliegt wieder. Diesmal mit voller Leistung, einem Satelliten und einer gelungenen Landung im Meer. Die Marktbedingungen sind für die Schwerlastrakete Falcon Heavy in nächster Zeit allerdings eher schlecht.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer und dpa

  1. SpaceX Raketenstufe nach erfolgreicher Landung umgekippt
  2. Raumfahrt SpaceX zündet erstmals das Triebwerk des Starhoppers
  3. Raumfahrt SpaceX - Die Rückkehr des Drachen

Online-Banking: In 150 Tagen verlieren die TAN-Zettel ihre Gültigkeit
Online-Banking
In 150 Tagen verlieren die TAN-Zettel ihre Gültigkeit

Zum 14. September 2019 wird ein wichtiger Teil der Zahlungsdiensterichtlinie 2 für die meisten Girokonto-Kunden mit Online-Zugang umgesetzt. Die meist als indizierte TAN-Liste ausgegebenen Transaktionsnummern können dann nicht mehr genutzt werden.
Von Andreas Sebayang

  1. Banking-App Comdirect empfiehlt, Sicherheitswarnung zu ignorieren

    •  /