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Datenklau mit KI: Angreifer infiltrieren Webshops und stehlen Kreditkartendaten

Security-Alert
Mithilfe von KI-Tools sind Angreifer an mindestens 600.000 gültige Kreditkartendaten aus mehreren Webshops gelangt. Die Angriffe dauern an.
/ Marc Stöckel
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Angreifer haben es auf Webshops und Kreditkartendaten abgesehen. (Bild: pexels.com / Sadi Hockmuller)
Angreifer haben es auf Webshops und Kreditkartendaten abgesehen. Bild: pexels.com / Sadi Hockmuller

Sicherheitsforscher von Gambit haben eine KI-gesteuerte Angriffskampagne aufgedeckt, bei der die Angreifer sogenannte Skimmer in Webshops einschleusen und massenhaft Kreditkartendaten der Besucher abgreifen. Mindestens 600.000 gültige Datensätze sollen bereits erbeutet worden sein. Die Kampagne läuft laut Bericht der Forscher(öffnet im neuen Fenster) schon seit Juli 2026 und ist weiterhin aktiv.

Allein in dem begrenzten Zeitraum vom 10. bis zum 15. September wollen die Forscher 105 Angriffe auf die Systeme von Shopbetreibern beobachtet haben. Mindestens 27 Shops wurden dabei laut Gambit erfolgreich kompromittiert. Das Ausmaß der Kompromittierung soll sich aber von Fall zu Fall unterscheiden.

Unterschiedliche Auswirkungen je Shop

Die eingangs genannten 600.000 Kreditkartendaten sollen von lediglich zwei Unternehmen stammen und Kunden aus mehreren Ländern betreffen. An der Spitze stehen dabei die USA, die mit 488.372 Datensätzen rund 79 Prozent der Beute ausmachen. Danach folgen die Vereinigten Arabischen Emirate (2,2 Prozent), Saudi-Arabien (1,1 Prozent), das Vereinigte Königreich (1,0 Prozent) und Neuseeland (0,9 Prozent).

Bei fünf attackierten Unternehmen konnte Gambit die Installation von Skimmern feststellen. Dabei handelt es sich um spezielle Skripte, die die von Besuchern in den jeweiligen Webshops eingegebenen Kreditkartendaten an ein System der Angreifer übermitteln. Die Forscher nennen in ihrem Bericht verschiedene Methoden, durch die die Skimmer eingeschleust wurden.

In einigen Fällen sollen die Angreifer zudem Zugriff auf interne Unternehmensressourcen erlangt haben. Zudem konnten die Gambit-Forscher Fälle beobachten, bei denen nach einer erfolgreichen Datenausleitung alle erbeuteten Daten (und manchmal noch mehr) aus der Datenbank des jeweils kompromittierten Shops gelöscht wurden.

Mehrere KI-Tools genutzt

Den Forschern zufolge haben die Angreifer ihre Kampagne durch den Einsatz mehrerer Open-Source-KI-Tools weitgehend automatisiert. "Drei KI-Tools führten fast die gesamte Angriffskette autonom durch und bearbeiteten dabei zig Unternehmen pro Tag", heißt es im Bericht. Zum Einsatz kamen demnach der KI-Agent Hermes(öffnet im neuen Fenster) sowie zwei KI-Pentesting-Tools namens Strix(öffnet im neuen Fenster) und Cairn(öffnet im neuen Fenster). Die Kosten pro kompromittiertem Shop sollen damit im Durchschnitt nur etwa 25 US-Dollar betragen.

Die Auswahl der Ziele erfolgte laut Gambit bisher meist opportunistisch. Attackiert wurden vor allem Shopsysteme mit eigenem Code, weil die Angreifer annahmen, dass diese mit höherer Wahrscheinlichkeit Sicherheitslücken aufweisen. In einigen Fällen wurden die Angriffsziele aber auch anhand anderer Kriterien bestimmt, etwa weil den Angreifern bereits die nötigen Admin-Passwörter bekannt waren.

Administratoren finden am Ende des Gambit-Berichts(öffnet im neuen Fenster) einige Kompromittierungsindikatoren, die dabei helfen können, die beschriebenen Angriffe zu erkennen und abzuwehren.

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