Datenklau bei eHarmony: In 72 Stunden über 1 Million Passwörter entschlüsselt

Sicherheitsexperten haben die von der Onlinekontaktbörse eHarmony gekaperten Passwortdatenbanken analysiert und innerhalb von 72 Stunden fast 80 Prozent der Kennwörter ausgelesen. Sie waren in MD5-Hashes abgelegt.

Artikel veröffentlicht am ,
Passwortklau bei großer US-Datingplattform
Passwortklau bei großer US-Datingplattform (Bild: eHarmony)

Vor wenigen Tagen hatten Hacker von den Servern der Partnervermittlungsseite eHarmony Zugangsdaten entwendet, darunter über 1,5 Millionen gehashte Passwörter. Sicherheitsexperten bei Spiderlabs ist es gelungen, fast 80 Prozent der Passwörter innerhalb von 72 Stunden auszulesen. Wie sich herausstellte, waren sie per MD5 gehasht worden, ohne die Verwendung einer zufällig gewählten Zeichenfolge (Salt).

Stellenmarkt
  1. Softwareentwickler (m/w/d) Schwerpunkt Regelungstechnik/DSP
    KOSTAL Automobil Elektrik GmbH & Co. KG, Dortmund
  2. Software Developer Schwerpunkt Prozessmodellierung - Konstanz oder remote
    SEITENBAU GmbH, Konstanz, remote
Detailsuche

MD5 gilt inzwischen als unsicher und selbst der Entwickler Poul-Henning Kamp von Md5crypt, das per MD5 und Salt verschlüsselt, rät unbedingt von dessen Verwendung ab. In einem Blogpost erklärt er, dass es 1995 noch zu aufwendig war, die mit Md5crypt verschlüsselten Zeichenketten zu knacken. Inzwischen lassen sich die 128-Bit-Hashwerte mit modernen Rechnern jedoch leicht entschlüsseln. Administratoren sollten mindestens zu dem mächtigeren SHA2-Algorithmus greifen.

Entschlüsselt auf Nvidia-GPUs

Die Sicherheitsexperten bei Spiderlabs nutzen drei GPUs auf Nvidias 460GTX-Grafikkarten, um die von eHarmony erbeuteten Passwörter zu entschlüsseln. Den größten Teil der Arbeit erledigte die Anwendung oclHashcat aus der Softwaresammlung Hashcat. In einem zweiten Schritt setzten die Entwickler John the Ripper ein.

Groß- und Kleinschreibung ignoriert

Eine anschließende Analyse der verwendeten Passwörter ergab, dass eHarmony Kleinbuchstaben bei der Passwortvergabe in Versalien konvertierte und grundsätzlich nicht zwischen Groß- und Kleinbuchstaben unterschied, was die Entschlüsselung zusätzlich erleichterte.

Golem Karrierewelt
  1. AZ-500 Microsoft Azure Security Technologies (AZ-500T00): virtueller Vier-Tage-Workshop
    30.01.-02.02.2023, virtuell
  2. Git Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    19./20.01.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Außerdem fiel den Sicherheitsexperten auf, dass kein Passwort mehr als drei Mal vorhanden war. Möglicherweise hätten Hacker eine bereits kompromittierte Version der Passwortliste im Internet ergattert, schreiben die Sicherheitsexperten.

Jungs- und Mädchennamen

Die meisten Passwörter waren siebenstellig gefolgt von sechs- und achtstelligen Zeichenketten. Sonderzeichen fehlten in 99,5 Prozent der Passwörter. Immerhin vergaben mehr als 50 Prozent der Nutzer ein Passwort mit der Kombination aus Buchstaben und Zahlen, 41 Prozent verwendeten nur Buchstaben. Mit 4 Prozent verwendeten die meisten Nutzer einen 2011 populären, männlichen Vornamen, 2 Prozent verwendeten einen populären, weiblichen aus dem gleichen Jahr. 3,5 Prozent der Nutzer entschieden sich für einen Hundenamen, der unter den 100 populärsten im Jahr 2011 war. Ein halbes Prozent der Nutzer wählte ein Passwort aus der Top-25-Liste der schlechtesten Kennwörter im Jahr 2011.

Erwartungsgemäß für eine Onlinekontaktbörse war die meistgenutzte Zeichenkette: "LOVE".

Anfang Januar 2012 hatte The Tech Herald nach einem Hack der Stratfor-Server die dort geklauten Passwörter entschlüsselt und analysiert.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


wonz 28. Jun 2012

Kann man ja ausrechnen ;) Und normalerweise weiss der Hacker ja nicht, dass er überhaupt...

Nasenbaer 27. Jun 2012

Auf Fehler hinweisen ist völlig legitim. Lies dir aber nochmal die Überschrift dieses...

fratze123 27. Jun 2012

schön, dass du nur bauerntrampel kennst. :)

DASPRiD 27. Jun 2012

Lieber gleich Blowfish ;)



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bundesarbeitsgericht
Arbeitgeber müssen Arbeitszeiten zwingend erfassen

Das vollständige Urteil des BAG zur Arbeitszeiterfassung liegt nun vor. Diese muss zwingend erfolgen, aber nicht unbedingt elektronisch.

Bundesarbeitsgericht: Arbeitgeber müssen Arbeitszeiten zwingend erfassen
Artikel
  1. Cyberkriminalität: Jeder vierte Jugendliche ist ein Internettroll
    Cyberkriminalität
    Jeder vierte Jugendliche ist ein Internettroll

    Einer Umfrage zufolge ist bedenkliches bis illegales Verhalten von Jugendlichen im Internet zur Normalität geworden. In Deutschland ist der Anteil sehr hoch.

  2. I am Jesus Christ angespielt: Der Jesus-Simulator lässt uns vom Glauben abfallen
    I am Jesus Christ angespielt
    Der Jesus-Simulator lässt uns vom Glauben abfallen

    Kein Scherz, keine geplante Gotteslästerung: In I am Jesus Christ treten wir als Heiland an. Golem.de hat den kostenlosen Prolog ausprobiert.
    Von Peter Steinlechner

  3. ChatGPT: Der geniale Bösewicht-Chatbot mit Stackoverflow-Bann
    ChatGPT
    Der geniale Bösewicht-Chatbot mit Stackoverflow-Bann

    ChatGPT scheint zu gut, um wahr zu sein. Der Chatbot wird von Nutzern an die (legalen) Grenzen getrieben.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • NBB: Samsung Odyssey G5 WQHD/165 Hz 203,89€ u. Odyssey G9 49"/DQHD/240Hz 849,90€ • ViewSonic VX3258 WQHD/144 Hz 229,90€ • Elgato Cam Link Pro 146,89€ • Mindstar: Alphacool Eiswolf 2 AiO 360 199€ • Alternate: Tt eSPORTS Ventus X Plus 31,98€ • 4x Philips Hue White Ambiance 49,99€ [Werbung]
    •  /