Abo
  • IT-Karriere:

Datenhack: Adobe warnt deutsche Kunden vor Kreditkartenmissbrauch

Das ganze Ausmaß des Adobe-Hacks ist immer noch nicht abzusehen. Gegenüber deutschen Kunden räumte der Softwarekonzern nun ein, dass wahrscheinlich Kreditkartendaten gestohlen und Kartennummern auf den Systemen entschlüsselt wurden.

Artikel veröffentlicht am ,
Passwörter zum Selberraten: ein Kreuzworträtsel mit gehackten Adobe-Daten
Passwörter zum Selberraten: ein Kreuzworträtsel mit gehackten Adobe-Daten (Bild: http://zed0.co.uk/crossword/Screenshot: Golem.de)

Deutsche Kunden des Softwarekonzerns Adobe sind in den vergangenen Tagen vor dem Missbrauch ihrer Kreditkartendaten in Folge des umfangreichen Hacks gewarnt worden. In dem Schreiben, das Golem.de vorliegt, heißt es wenig beruhigend: "Obwohl die Ermittlungen noch andauern, glauben wir, dass unbefugte Dritte unseren Systemen Kundennamen, Gültigkeitsdaten von Kreditkarten, verschlüsselte Kreditkartennummern und andere mit Kundenbestellungen zusammenhängende Informationen entnommen haben. Zusätzlich wurden unsere Systeme dazu genutzt, einige Kartennummern zu entschlüsseln. Es konnte jedoch nicht bestätigt werden, dass auch entschlüsselte Kreditkartennummern kopiert wurden." Das Schreiben ist auf den 23. Oktober 2013 datiert, als Absenderadresse ist das Postfach einer externen Adobe-Kundenverwaltung in den USA angegeben, in dem Schreiben selbst ist Adobe Systems Software Ireland Limited als Absender genannt.

Stellenmarkt
  1. mobilcom-debitel GmbH, Büdelsdorf
  2. igefa IT-Service GmbH & Co. KG, Ahrensfelde bei Berlin, Dresden

Nach Angaben des Unternehmens wurden "die zuständigen Behörden sowie alle Banken informiert, die Zahlen für Adobe verarbeiten". Den Kunden wird empfohlen, ihre Konten "bezüglich unerwarteter Buchungen zu überwachen, die auf Betrug und Identitätsdiebstahl hinweisen". US-Kunden wurden Medienberichten zufolge schon Mitte Oktober auf das Kreditkartenproblem aufmerksam gemacht. In seinen FAQ zu dem Hack schreibt Adobe weiterhin: "Kunden, deren Kredit- oder EC-Kartendaten betroffen sein könnten, werden derzeit gezielt informiert. Diese Kunden werden ein Schreiben von Adobe erhalten, das weitere Informationen über notwendige Schritte zum Schutz vor einem möglichen Missbrauch ihrer persönlichen Daten enthält." Auch auf den englischsprachigen Hinweisseiten wird der mutmaßliche Hack der Kreditkarten nicht erwähnt.

Kreuzworträtsel aus beliebtesten Passwörtern

Das Ausmaß des Sicherheitsdesasters ist immer noch schwer abzuschätzen. Jüngsten Berichten zufolge kursiert eine komprimierte 4-GByte-Datei mit 150 Millionen Datensätzen im Netz, die von Adobe-Kunden stammen könnten. Die Firma selbst sprach zunächst von 2,9 Millionen Datensätzen, später berichteten Sicherheitsexperten, dass eine Datei mit 38 Millionen Kundenpasswörtern gestohlen worden sei. Laut Adobe sind jedoch nur die Kreditkartendaten der genannten 2,9 Millionen Kunden betroffen. Dem Anschreiben an die deutschen Kunden zufolge passierte der Datendiebstahl zwischen dem 11. und 17. September 2013.

Der Programmierer Ben Falconer machte sich inzwischen einen Spaß aus der Liste der 1.000 beliebtesten Kundenpasswörter, indem er ein Kreuzworträtsel daraus bastelte. Als Lösungshilfe gibt er die 50 häufigsten Sicherheitshinweise der Kunden zu ihrem Passwort an. Die richtigen Antworten hat er zum einen aus der Liste der 100 beliebtesten Passwörter entnommen, die kürzlich von der Stricture Group veröffentlicht worden war. Von den übrigen 900 will er 65 Prozent in jeweils weniger als zehn Sekunden erraten haben. Die übrigen seien meist Eigennamen oder fremdsprachige Begriffe. Nutzern, die ihr eigenes Passwort in dem Kreuzworträtsel entdecken, rät Falconer, die Zugangsdaten schnell zu ändern und dabei einen Passwortgenerator oder eine Passwortverwaltung zu nutzen.

Nachtrag vom 18. November 2013, 17:25 Uhr:

Auf Nachfrage teilte Adobe mit: "Das Schreiben wurde von Adobe direkt aus den USA an alle betroffenen Kunden weltweit geschickt, warum es jedoch so lange gedauert hat, bis der betreffende Brief bei Ihrem Leser eintraf, ist uns nicht klar. Zur Anzahl der betroffenen Kunden aus Deutschland können wir leider keine Angaben machen."



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-78%) 11,00€
  2. 4,19€
  3. (-80%) 6,99€
  4. 229,00€

hertus 19. Nov 2013

Ja den Brief erhielt meine Freundinn gestern (18.Nov) - hier in der Schweiz. Nun da sie...

DebianFan 18. Nov 2013

Weil die dort hinterlegten Kartendaten längst abgelaufen sind: Das letzte Mal habe ich...

Anonymer Nutzer 18. Nov 2013

Schliesslich versichert doch adobe bei der Registrierung das alles sicher wäre.

elgooG 18. Nov 2013

Also wenn Hersteller ihre Produkte schon nur mehr als SaaS im Abo raushauen, dann sollten...

Endwickler 18. Nov 2013

Alle meine Passwörter in einem Kreuzworträtsel zusammengefasst. Wer braucht da noch ein...


Folgen Sie uns
       


Smarte Wecker im Test

Wir haben die beiden smarten Wecker Echo Show 5 von Amazon und Smart Clock von Lenovo getestet. Das Amazon-Gerät läuft mit dem digitalen Assistanten Alexa, auf dem Lenovo-Gerät läuft der Google Assistant. Beide Geräte sind weit davon entfernt, smarte Wecker zu sein.

Smarte Wecker im Test Video aufrufen
Programmiersprache: Java 13 bringt mehrzeilige Strings mit Textblöcken
Programmiersprache
Java 13 bringt mehrzeilige Strings mit Textblöcken

Die Sprache Java steht im Ruf, eher umständlich zu sein. Die Entwickler versuchen aber, viel daran zu ändern. Mit der nun verfügbaren Version Java 13 gibt es etwa Textblöcke, mit denen sich endlich angenehm und ohne unnötige Umstände mehrzeilige Strings definieren lassen.
Von Nicolai Parlog

  1. Java Offenes Enterprise-Java Jakarta EE 8 erschienen
  2. Microsoft SQL-Server 2019 bringt kostenlosen Java-Support
  3. Paketmanagement Java-Dependencies über unsichere HTTP-Downloads

Umwelt: Grüne Energie aus der Toilette
Umwelt
Grüne Energie aus der Toilette

In Hamburg wird in bislang nicht gekanntem Maßstab getestet, wie gut sich aus Toilettenabwasser Strom und Wärme erzeugen lassen. Außerdem sollen aus dem Abwasser Pflanzennährstoffe für die Landwirtschaft gewonnen werden. Dafür müssen aber erst einmal die Schadstoffe aus den Gärresten gefiltert werden.
Von Monika Rößiger

  1. Fridays for Future Klimastreiks online und offline

Ryzen 7 3800X im Test: Der schluckt zu viel
Ryzen 7 3800X im Test
"Der schluckt zu viel"

Minimal mehr Takt, vor allem aber ein höheres Power-Budget für gestiegene Frequenzen unter Last: Das war unsere Vorstellung vor dem Test des Ryzen 7 3800X. Doch die Achtkern-CPU überrascht negativ, weil AMD es beim günstigeren 3700X bereits ziemlich gut meinte.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Agesa 1003abba Microcode-Update taktet Ryzen 3000 um 50 MHz höher
  2. Agesa 1003abb Viele ältere Platinen erhalten aktuelles UEFI für Ryzen 3000
  3. Ryzen 5 3400G und Ryzen 3 3200G im Test Picasso passt

    •  /