Datenfunde: Jeffrey Epstein hatte Verbindungen zur Gaming-Welt

Neu ausgewertete E-Mails und Dokumente aus US-Gerichtsakten haben neue Details zur Mediennutzung des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein offengelegt, darunter mehrere Bezüge zur Computerspielewelt. Das berichten mehrere US-Medien, darunter Kotaku(öffnet im neuen Fenster) .
Demnach wurde ein mit seinem Namen verknüpftes Konto bereits 2013 dauerhaft von Xbox Live ausgeschlossen. In der Sperrmitteilung war von Belästigungen und unangemessenem Verhalten gegenüber anderen Nutzern die Rede.
Parallel dazu legen Unterlagen nahe, dass der Bann auch im Zusammenhang mit Auflagen der Staatsanwaltschaft stand, die registrierten Sexualstraftätern den Zugang zu bestimmten Onlineplattformen untersagen sollten. Ob Epstein den Dienst aktiv nutzte oder lediglich ein Konto besaß, bleibt unklar.
In den Akten finden sich zudem Hinweise darauf, dass er zumindest zeitweise ein Konto bei World of Warcraft gehabt haben soll. Konkrete Belege für eine regelmäßige Nutzung oder besondere Aktivitäten liegen jedoch nicht vor.
Interesse an Pokémon Go
Weitere E-Mails zeigen, dass Epstein Bekannten empfahl, das damals neue Augmented-Reality-Spiel Pokémon Go auszuprobieren. Nach bisherigem Kenntnisstand war dies weder rechtlich noch inhaltlich problematisch. Die Erwähnungen wirken beiläufig und beziehen sich auf einen populären Trend der Zeit.
Zwar richtet sich das Spiel auch an ein junges Publikum und nutzt reale Treffpunkte im öffentlichen Raum, doch es gibt keine Hinweise auf missbräuchliche Nutzung oder einen problematischen Kontext.
In anderen Korrespondenzen geht es um wirtschaftliche Themen der Spielebranche. So werden unter anderem Mikrotransaktionen als Geschäftsmodell diskutiert. In einem weiteren Austausch zeigte sich Epstein beeindruckt vom Battle-Royale-Modus Blackout aus der Call-of-Duty-Reihe und sah darin einen möglichen Konkurrenten zu Fortnite.
Laut den Unterlagen dachte er zudem über größere Investitionen in den Publisher Activision Blizzard nach. Abgesehen von der Sperre in Xbox Live zeichnen die Dokumente kein Bild eines engagierten Spielers, sondern eher das eines gelegentlichen Nutzers mit Interesse an Trends und wirtschaftlichen Entwicklungen der Unterhaltungsindustrie.