Datenbrille: Datenschützer halten Google Glass für nicht EU-tauglich
Weltweit haben Datenschutzaufsichtsbehörden den US-Konzern Google aufgefordert, Transparenz zu dem geplanten Produkt Google Glass zu schaffen. Das Schreiben wird auch vom Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar unterstützt(öffnet im neuen Fenster).
Schaar sagte: "Die angekündigte Datenbrille stellt eine neue Qualität der Erfassung alltäglichen menschlichen Verhaltens dar. Eine Prüfung hinsichtlich der Vereinbarkeit mit europäischem Datenschutzrecht ist daher schon jetzt geboten, auch wenn das neue Produkt erst im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll."
In ihrem Schreiben fordern die Datenschützer das Unternehmen auf mitzuteilen, welche Daten für welche Zwecke erhoben werden sollen. Zudem wollen die Datenschützer über eine mögliche Datenweitergabe an Dritte informiert werden. Hintergrund dürfte auch die Weitergabe von Nutzerdaten durch Google an den Geheimdienst NSA im Rahmen des Abhörprogramms Prism sein.

Auch Googles Ankündigung, keine Gesichtserkennungsfunktionalitäten in Google Glass anbieten zu wollen, wird hinterfragt. Neben den Datenschutzbehörden der europäischen Mitgliedstaaten haben auch die Datenschutzbehörden Kanadas, Neuseelands, Australiens, Israels, Mexikos und der Schweiz unterzeichnet.
Wie die Ergebnisse der 36. W3B-Studie(öffnet im neuen Fenster) zeigen, gibt es in Deutschland Interesse an Google Glass. Immerhin 3 Prozent der Befragten schätzen die Datenbrille als "ausgesprochen interessant" ein, wollen sie baldmöglichst erwerben. 29 Prozent finden sie "interessant" und würden sie gern einmal ausprobieren. Diesem Drittel stehen knapp 50 Prozent gegenüber, die das Gerät "nicht besonders interessant" oder "überhaupt nicht interessant" finden. Jeder Fünfte ist über Google Glass nicht informiert und hat sich bislang noch keine Meinung gebildet.
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