Datenbank: Börsengang von MongoDB soll 100 Millionen US-Dollar bringen

Das MongoDB-Unternehmen hat sich wie zuvor vermutet bei der US-Börsenaufsicht SEC für den Aktienverkauf an der Nasdaq registriert. Irritierenderweise werden Investoren dabei unter anderem vor der Community-Version der Datenbank gewarnt.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin
Der geplante Börsengang von MongoDB ist offiziell.
Der geplante Börsengang von MongoDB ist offiziell. (Bild: Garrett Heath, flickr.com/CC-BY 2.0)

Vor einigen Wochen ist durch einen Medienbericht bekannt geworden, dass der gleichnamige Hauptsponsor und -entwickler der freien NoSQL-Datenbank MongoDB offenbar seinen Börsengang vorbereitet. Diese Informationen haben sich als richtig erwiesen und die bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen sind nun öffentlich einsehbar.

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Das Kürzel an der Nasdaq wäre demnach MDB, mit seinem Börsengang will der Datenbank-Anbieter offiziell 100 Millionen US-Dollar einnehmen. Wie bei einem Börsengang zwingend erforderlich, listet der Antrag auch die vom Unternehmen selbst eingeschätzten Risikofaktoren auf. Die nehmen mehr als 30 Seiten ein und lesen sich teils drastisch. Allerdings listete auch Google 20 Seiten mit Risikofaktoren auf, Amazon immerhin noch 10.

MongoDB sei noch ein recht junges Unternehmen, die Einkünfte seien nicht konsistent. Es sei daher schwierig, die künftigen Erfolgsmöglichkeiten abzuschätzen. Von Beginn an habe das Unternehmen Verluste angehäuft, bis zum 31. Juli 2017 ein Defizit von 393,2 Millionen US-Dollar. Die Ausgaben sollen sich nach dem Börsengang noch deutlich erhöhen, etwa im Sales- und Marketingbereich, Forschung und Entwicklung, Betrieb und Infrastruktur. Zudem kämen weitere Kosten für Anwälte und Buchhaltung hinzu. Sollten also die Umsätze künftig langsamer steigen als die Kosten, werde man nicht profitabel werden. Man werde voraussichtlich weiter Verluste einfahren und könne nicht garantieren, in Zukunft profitabel zu arbeiten oder, falls doch, profitabel zu bleiben.

Finanzrisiko Community

Und das ist noch lange nicht alles. Da die Datenbankplattform das einzige Produkt sei, sei deren Kundenannahme kritisch für das Geschäft. Einige Faktoren unterlägen dabei nicht der Kontrolle der MongoDB-Macher, etwa die Marktakzeptanz bei den Entwicklern oder die Verfügbarkeit der Community-Version von MongoDB. Man habe ernsthafte Konkurrenz durch relationale und nicht-relationale Datenbanken und Cloudanbieter wie AWS und Google.

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Es sei zudem unklar, ob die Nutzer der freien MongoDB-Version später auch Kunden werden. Es könne sich negativ auswirken, wenn sich die GNU AGPLv3 und andere Lizenzen vor Gericht nicht durchsetzen lassen. Der Community-Server könnte das Geschäft schädigen, der integrierte Code von Drittanbietern könnte Probleme bereiten.

Auch signifikante Sicherheitsverletzungen, technische Probleme und Unterbrechungen im Betrieb listet die Firma als mögliche Beeinträchtigungen auf. Dazu zählt auch die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. "Wenn unsere Sicherheitsmaßnahmen und die unserer Service Provider durchbrochen werden oder auf anderen Wegen Zugang zu privaten oder proprietären Daten erlangt wird, wird unsere Software womöglich als unsicher wahrgenommen."

Tatsächlich hatte MongoDB in letzter Zeit mehrfach mit Sicherheitsproblemen zu kämpfen, die allerdings überwiegend auf einen falschen Betrieb zurückzuführen waren. Viele Admins hatten ihre MongoDB-Datenbanken einfach schlecht abgesichert. Sie waren über das Internet erreichbar, was Hacker auf den Plan rief, die die Daten der veralteten und fehlerhaft konfigurierten Datenbanken stahlen, um die Betreiber anschließend für die Rückgabe zahlen zu lassen.

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