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Datenanalyse: Ist Wissen auch im Fußball Macht?

Im Baseball kann Datenanalyse erfolgsentscheidend sein, und auch im Fußball wird fleißig gesammelt und verglichen: Wer schießt die meisten Tore, gewinnt die meisten Zweikämpfe, hat den größten mentalen Nutzen für die Mannschaft. Aber wie aussagekräftig sind solche Statistiken?

Artikel veröffentlicht am , Felix Lill
Wer nützt der Mannschaft am meisten? Die Nationalelf beim WM-Training
Wer nützt der Mannschaft am meisten? Die Nationalelf beim WM-Training (Bild: Ina Fassbender/Reuters)

Mit Statistiken hat sich der Baseballklub Oakland Athletics vor der Pleite gerettet und es mit dem Film Moneyball sogar ins Kino geschafft: Oakland fand dadurch wenig geschätzte, aber verblüffend effektive Spieler, dank derer er eine der erfolgreichsten Serien der Klubgeschichte spielte. Heute bieten schon US-Unis Sabermetrics-Kurse an, die die Gewinner im Baseball statistisch erklären. Wenn sich Baseballklubs mit reichlich Zahlenmaterial stärker machen können, muss es so etwas dann nicht auch im Fußball geben, der reichsten aller Sportarten, die zudem so kommerzialisiert ist wie wohl keine zweite? Und könnte man mit solchen Statistiken, ähnlich wie im Baseball, Ergebnisse vorhersagen?

Inhalt:
  1. Datenanalyse: Ist Wissen auch im Fußball Macht?
  2. Fußball ist zu komplex

Denn es geht ja nicht nur für die spielenden Mannschaften um Millionenerlöse, sondern auch für deren Sponsoren, daran angeschlossene Industrien sowie zahlreiche Fans, die selbst Teile ihrer Ersparnisse auf Spielergebnisse verwetten. Natürlich sind deshalb auch im Fußball Statistiker am Werk.

Während Buchmacher für ihre Prognosen vor allem auf die vorigen Spielergebnisse schauen, achten die Analysten der jeweiligen Mannschaften auf Eigenschaften einzelner Spieler. Schon auf Websites wie Bundesliga.de oder Kicker.de werden Spieler anhand ihrer durchschnittlichen Genauigkeit hoher und flacher Pässe, dem Anteil gewonnener offensiver und defensiver Zweikämpfe oder der Ballkontakte pro Spiel verglichen.

Welchen Nutzen hat ein Spieler für die Mannschaft?

Dort fällt auf, dass die bekanntesten Spieler häufig bessere Werte haben. Die Pässe von Bayern Münchens Toni Kroos kommen in 91 Prozent der Fälle beim gewünschten Mitspieler an, und für genau diese Qualität ist der Deutsche Kroos bekannt. Der Pole Robert Lewandowski, der bis diesen Sommer bei Borussia Dortmund spielte, ist dagegen zurecht der Inbegriff eines effektiven Stürmers. Er gewinnt nur 43 Prozent seiner Zweikämpfe, aber macht aus jeder noch so mäßigen Chance ein Tor. Ein schlechter Indikator für die Spielstärke sind solche Statistiken also nicht, und die Klubs und nationalen Verbände führen darüber hinaus noch ihre eigenen, sicher viel stärker ausgefeilten Datenbanken.

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Der Nutzen eines Spielers für seine Mannschaft wird häufig auch mit einer anderen Methode errechnet. Denn ein Problem von Kennzahlen wie Zweikampfstärke oder Chancenverwertung ist, dass etwa der mentale Nutzen, den ein Spieler für seine Kameraden hat, genauso ignoriert wird wie die ständige Interaktion zwischen den Spielern, die auch ohne Ball geschehen kann. Ein alternatives Instrument ist daher der spieltheoretische Shapley Value, begründet durch den Mathematiker und Nobelpreisträger Lloyd Shapley.

Für jede Mannschaftszusammensetzung wird demnach der Spielstand oder das Endergebnis errechnet, so dass bei einer genügend hohen Fallzahl für jeden Spieler der Truppe ein marginaler Nutzen für die Mannschaftsleistung errechnet werden kann. Daniel Altman, Ökonom an der New York University, errechnet mit seinem Analyseinstitut North Yard Analytics so die Nützlichkeit von Fußballern, und hält die Werte für aussagekräftiger als herkömmlichere Kennzahlen. Durch die Art und Weise, wie der Shapley Value ermittelt wird, bleibt zwar im Verborgenen, wie genau der nützlichste Spieler seiner Mannschaft hilft, aber wer am Ende der wichtigste Erfolgsgarant ist, werde eben dennoch klar.

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Fußball ist zu komplex 
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Knueppelknut 23. Jun 2014

Hab noch alle Folgen daheim :)

TraxMAX 19. Jun 2014

Bestechung ist Macht wie bei allen Profisportarten. Aber das ist bestimmt genau so selten...

violator 19. Jun 2014

Das ist halt der Unterschied zwischen dem, was rauskommen müsste und dem was wirklich...

stiGGG 19. Jun 2014

http://spielverlagerung.de/2013/11/01/interview-mit-evgeni-klyopov-von-instatfootball/


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