Dateisystem: Linux-Kernel bekommt neuen NTFS-Treiber
Linux-Chefentwickler Linus Torvalds hat den NTFS-Treiber der Dateisystem-Spezialisten Paragon in den Hauptzweig des Kernels eingepflegt(öffnet im neuen Fenster) . Der Treibercode erscheint damit als Teil der kommenden Version 5.15 von Linux, die wahrscheinlich Anfang November 2021 veröffentlicht wird.
Der neue Linux-Treiber für das Standarddateisystem von Windows wird bereits seit einigen Wochen in einem Entwicklungszweig der Linux-Community getestet, Probleme seien dabei laut Aussage der beteiligten Entwickler nicht aufgetreten. Erstmals angekündigt hatte der Hersteller Paragon seine Arbeiten bereits im August 2020(öffnet im neuen Fenster) . Seitdem hat der Code rund 30 Runden der Revision durchlaufen.
Erklärtes Ziel von Paragon war es, den eigenen NTFS-Treiber für Linux mit Lese- und Schreibfähigkeiten in den Hauptzweig des Linux-Kernels einzupflegen, was das Team nun auch mit expliziter Unterstützung von Torvalds geschafft hat. Die beteiligten Entwickler haben darüber hinaus angekündigt, den Treiber-Code künftig aktiv weiter zu pflegen und auch weiter entwickeln zu wollen. Der Treiber unterstützt Version 3.1 des Windows-Dateisystems und dessen Journal-Funktionen. Kompletter Journal-Support soll folgen.
Aktuelle NTFS-Treiber für Linux
Von einigen Entwicklern und frühen Testern wurden die Arbeiten an einem neuen NTFS-Treiber trotz einiger Probleme mit dem Code positiv aufgenommen. Das liegt vor allem an der bisher eher schlechten Supportsituation für NTFS unter Linux. So unterstützt der aktuell noch vorhandene andere Linux-Kernel-Treiber lediglich einen Lesezugriff und nicht alle neuen Funktionen des Dateisystems. Der per Fuse im Userspace umgesetzte Treiber NTFS-3g wiederum wird seit Jahren kaum noch sinnvoll gepflegt.
Mit dem nun verfügbaren NTFS-Treiber von Paragon, der in wenigen Wochen in einer stabilen Linux-Version erscheinen wird, ändert sich die eher schlechte Treiber-Situation nun grundlegend. Linux-Nutzer sollten künftig deutlich weniger Probleme als bisher haben, auf NTFS-Platten zuzugreifen.
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