Dateisystem: FreeBSD will für ZFS auf Code von Linux-Port wechseln

Kurz nachdem Oracle Sun übernommen hatte, bildeten sich Community-Forks, die die Open-Source-Projekte von Sun unter eigener Leitung meist bis heute weiterführen - so auch für das ursprünglich für Solaris entwickelte Dateisystem ZFS. Trotz mehrerer Versuche einer koordinierten Zusammenarbeit unterscheiden sich die Portierungen und für verschiedene Betriebssysteme genutzten ZFS-Implementierungen aber nach wie vor voneinander. Das FreeBSD-Projekt plant nun jedoch einen Wechsel ihrer Codequelle für ZFS auf den Linux-Port des Dateisystems (ZoL). Dieser wird damit wohl die Hauptquelle für die Weiterentwicklung von ZFS.
Bisher nutzte FreeBSD als Ausgang für seinen ZFS-Code jene Implementierung, die in der Opensolaris-Weiterführung Illumos bereitsteht. Einer der zuständigen Entwickler, Matthew Macy, berichtet nun auf einer Mailingliste von FreeBSD(öffnet im neuen Fenster) , dass der bisher letzte verbliebene kommerzielle Unterstützer des ZFS-Codes in Illumos künftig allerdings auf die ZoL-Implementierung wechseln wolle.
In Illumos werde damit die Entwicklung neuer Funktionen nur noch sehr klein ausfallen oder eben gar nicht mehr stattfinden. ZoL hingegen wird auch künftig weiterhin aktiv weitergeführt und hat in der Vergangenheit schon wichtige Funktionen oder Fehlerbehebungen erhalten, die nicht in dem Code von Illumos gelandet sind und damit auch nicht in FreeBSD.
FreeBSD-Support kommt in ZoL
Ein Wechsel von FreeBSD auf den in ZoL gepflegten Code ist also eigentlich eine logische Konsequenz aus den beschriebenen Entwicklungen. Derzeit plant das Team, seine für FreeBSD notwendigen Änderungen direkt in den Codezweig von ZoL einpflegen zu können. Die Arbeiten hierfür sind zwar schon vorbereitet, aber noch nicht ganz abgeschlossen. So sind etwa noch einige Integrationsarbeiten zu leisten und das Team will auch umfangreiche Tests durchführen.
Der Code soll dann letztlich im kommenden Januar zusammengeführt werden und die neue ZFS-Basis daraufhin etwa Mitte April in den aktuellen Hauptzweig von FreeBSD eingepflegt werden. Nutzer sollen so mindestens drei Monate Zeit haben, den neuen ZFS-Code ausgiebig zu testen. Im Zweifel könnte der aktuell geplante Termin auch weiter hinausgeschoben werden.



