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Data Processing Units: Microsoft baut bald eigene DPUs

Microsoft übernimmt das Start-up Fungible und kann für Azure künftig maßgeschneiderte DPUs bauen. Diese übernehmen Netzwerkaufgaben vom Prozessor.
/ Johannes Hiltscher
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Noch mit alter S1-DPU: Eine FC200-Karte von Fungible für Storage-Server (Bild: Fungible)
Noch mit alter S1-DPU: Eine FC200-Karte von Fungible für Storage-Server Bild: Fungible

Gerüchte gab es bereits vor einem Monat(öffnet im neuen Fenster) , jetzt hat Microsoft es bestätigt(öffnet im neuen Fenster) : Das Unternehmen übernimmt Fungible, ein Start-up, das sogenannte Data Processing Units (DPUs) entwickelt. Das 2015 gegründete Unternehmen wird Teil des Entwicklungsteams für Datacenter-Infrastruktur bei Microsoft.

Microsoft schließt damit zu AWS auf, das seit Jahren unter dem Namen Nitro eigene DPUs entwickelt. In großen Rechenzentren haben DPUs in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Da sie stark auf spezielle Aufgaben optimiert sind, bewältigen sie diese effizienter, kostengünstiger und mit geringerer Latenz als ein normaler Server.

Fungible bewirbt seine F1-DPU(öffnet im neuen Fenster) als Basis für GPU-Cluster, Data Analytics oder, um die Prozessoren eines Servers von Verschlüsselungsaufgaben zu entlasten. Besonders im Fokus stehen Storage Server: Das Storage Cluster(öffnet im neuen Fenster) des Unternehmens nimmt NVMe-SSDs auf, die mittels TCP über das Netzwerk angesprochen werden. Laut Fungible soll es die leistungsfähigste Storage-Lösung auf dem Markt sein, der Chip ist mit 800 GBit/s Netzwerkbandbreite, 52 MIPS64-Kernen, 64 PCIe-Gen4-Lanes sowie 8 GByte HMB-Speicher allerdings auch großzügig ausgestattet.

Übernahme könnte ein Schnäppchen sein

Laut dem Bericht von Blocks and Files ist die Übernahme von Fungible für Microsoft erstaunlich günstig: Lediglich 190 Millionen US-Dollar soll es laut Brancheninsidern kosten. Das ist weniger als die 200 Millionen US-Dollar(öffnet im neuen Fenster) , die Fungible in der letzten Finanzierungsrunde 2019 unter anderem von Softbank, zu dem auch ARM gehört, einsammelte. Eine Bestätigung zum Kaufpreis gab es von Fungible und Microsoft allerdings bislang noch nicht.

Insgesamt wurde Fungible mit über 300 Millionen US-Dollar finanziert, musste allerdings 2022 Angestellte entlassen(öffnet im neuen Fenster) . Im umkämpften DPU-Markt hatte das Start-up augenscheinlich Probleme, gegen größere Konkurrenten wie AMD , Intel und Nvidia sowie diverse andere kleinere Unternehmen im Ringen um Marktanteile zu bestehen. Offen ist noch, ob Fungible künftig exklusiv für Microsoft arbeitet oder seine DPUs auch für andere Kunden erhältlich bleiben.


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