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Anonymous-Aktivisten während einer Demo in Paris
Anonymous-Aktivisten während einer Demo in Paris (Bild: Dominique Faget/AFP/Getty Images)

Aus Prinzip launisch

"Expect us!" (Sei auf uns gefasst!) ist das Motto des Kollektivs, Unvorhersehbarkeit sein Grundprinzip. Anonymität macht Strukturen und Personen unangreifbar, aber eben auch Aktionen. Diese beiden Ebenen stehen in ständigem Austausch miteinander. Einschätzungen oder Abgrenzungen bleiben infolge der inhärenten Wandelbarkeit des Phänomens sehr schwierig, was für den Erfolg von Anonymous jedoch extrem wichtig ist.

Die Anonymous-Forscherin Gabriella Coleman beschreibt den Zustand so: "gleichzeitig alles und nichts". Damit fällt es schwer, die Menschen hinter der Idee einigermaßen präzise zu beschreiben. Sie als Geeks und Nerds zu bezeichnen, dürfte der Sache ziemlich nahe kommen. Nerdkultur und Hackerethik spielen allgemein eine wichtige Rolle, beispielsweise bei der Frage nach Inhalten, sprich: Aktionszielen und den dazu notwendigen digitalen Werkzeugen. Doch ist die Nerdkultur keineswegs so stramm politisch, wie die Aktivisten des Mediennetzwerks Indymedia.

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Ein bisschen Spaß ...

Deshalb gehört - wie der Chaos Computer Club es gern beschreibt - auch der "Spaß am Gerät" dazu, also eine durchaus niedrigschwellige Einstiegshürde, wohingegen die linke Szene traditionsgemäß deutlich weniger Spaß in der Politik - und erst recht am digitalen Gerät - verortet. Der Ursprung von Anonymous, das Imageboard 4chan, unterstreicht diese Facette der Hackerszene eindrucksvoll. Gemeinsame Interessen ohne tiefere Absicht können dann schnell zu kollektiven, deutlich ernsthafteren Aktionen führen.

Das Projekt Chanology ist so eine Aktion, hervorgegangen aus 4chans Board /b/ und gerichtet gegen Scientologys Videolöschaktion. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass Spaß der alleinige oder gar der Hauptgrund für Aktionen ist - mit Ausnahme der durchaus kontrovers diskutierten und zugleich von zahlreichen Fans begleiteten Spaßvariante von Anonymous, Lulzsec. Spaß am Hacken und am Erfolg spielen eine große Rolle, ebenso Experimentierfreude, sportlicher Ehrgeiz und Horizonterweiterung. Doch mehrheitlich geht es um Aktionen mit einem - zumindest für die ausführenden Personen - ernsthaften Hintergrund; die jeweiligen Hacks, Defacements oder Leaks folgen einem Wert, der über reinen Zeitvertreib und Belanglosigkeit spürbar hinausgeht.

Hierarchien bei Anonymous?

Spaß fällt auch deshalb schnell als Hauptfaktor aus, weil bei jeder Aktion Hierarchien und Strukturen entstehen, die eher an zielgerichteter Arbeit orientiert sind als an folgenlos verpuffender Freizeitgestaltung. Somit sind Handlungen de facto zurechenbar, haben eine Geschichte und Folgen, sind geprägt durch eine gewisse Stabilität - was der Ursprungsidee der Veränderlichkeit von Anonymous paradoxerweise zuwiderläuft.

Doch häufig ist es eben nicht anders machbar: Das Passwort für den Twitter-Account, der für eine bestimmte Operation genutzt wird, kann nicht öffentlich gemacht werden. Nicht jeder kann anonym loszwitschern, da sonst ein sinnvoller Einsatz des Dienstes und PR-Elements Twitter nicht mehr möglich wäre. Irgendwer engagiert sich immer ein wenig mehr als andere, hat mehr Zeit, Freiräume, Geld, Geduld, Technikkenntnis, Erfahrung oder andere Vorteile. Das führt auch zu einer De-facto-Hierarchisierung im weiteren Umfeld: Während es keine besondere Hürde darstellt, auf einer Demonstration eine Guy-Fawkes-Maske zu tragen, sind anspruchsvolle Hacks etwas ganz anderes.

Deshalb ist das Anonymous-Motto schnell mal getwittert oder unter ein Youtube-Video gesetzt - tatsächlich für eine spektakuläre Aktion verantwortlich und damit viel tiefer im Phänomen verankert zu sein, das erreichen dagegen nur wenige.

 Das Phänomen Anonymous: Niemals sein, immer nur werdenUn-Struktur macht es Gegnern schwer 

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Dystopis 01. Okt 2014

Gestartet sind sie mit einem Ziel und einem Auftrag. Jetzt sind sie zwar bekannt &#8211...

dirk1405 30. Sep 2014

Was bei Facebook läuft ist so und so lächerlich. ICh habe vor einigen Monaten den...

gaym0r 29. Sep 2014

Tolle Quelle...

Crass Spektakel 27. Sep 2014

Mal ehrlich, hat jemand jemals auf Indymedia eine Meldung gelesen die nicht total Bala...

furanku1 25. Sep 2014

Der Artikel postuliert einfach gleich im ersten Satz Anonymous sei "so lebendig wie eh...



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