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Das Imperium schlägt zurück: Der beste Star-Wars-Film wird 45

Der zweite Teil der ursprünglichen Trilogie gilt den meisten als der beste Film der Saga – nur George Lucas sieht das anders.
/ Peter Osteried
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Luke Skywalker stellt sich Darth Vader. (Bild: Lucasfilm)
Luke Skywalker stellt sich Darth Vader. Bild: Lucasfilm

Nach einem großen Filmerfolg eine gute Fortsetzungsstory zu finden, ist nicht immer einfach. Bei Das Imperium schlägt zurück war die fünfte Version des Drehbuchs die finale, geschrieben von Lawrence Kasdan, der die Arbeit der verstorbenen Leigh Brackett weiterführte.

Übrigens sollte in einer der vorherigen Versionen noch nicht enthüllt werden, dass Darth Vader Lukes Vater ist. Stattdessen hätten die Zuschauer Anakin Skywalker als Macht-Geist sehen sollen.

Im fertigen Skript(öffnet im neuen Fenster) war die große Enthüllung dann drin, es lag am 20. Februar 1979 vor, rund zweieinhalb Jahre nach dem US-Start von Episode IV.

Ein Regisseur war mittlerweile auch gefunden: Irvin Kershner. Er interessierte sich zwar nicht für Filme mit vielen Spezialeffekten, mochte aber die Figuren und arbeitete mit Kasdan daran, sie zu vermenschlichen.

Die Dreharbeiten begannen am 5. März 1979, und zwar mit einem Dreh an einer echten Location, nicht im Studio. So begab sich die Produktion nach Finse in Norwegen – und zwar in einem Jahr, in dem einer der kältesten Winter in Norwegen verzeichnet wurde.

Miese Wetterbedingungen

Die Wetterbedingungen waren katastrophal, der Schneesturm wurde immer stärker, was die Dreharbeiten zur Schlacht von Hoth erst einmal unmöglich machte. Die Produktion war zwei Tage lange von der Umwelt abgeschnitten, nicht einmal Züge fuhren mehr. Zudem war der Acetat-Film bei dem kalten Wetter anfällig – er wird dann brüchig, und die Ränder werden scharf wie Rasierklingen.

Darum beschloss Kershner, hinter dem Hotel zunächst Material mit Mark Hamill zu drehen, wie dieser aus der Wampa-Höhle flieht und durch die Eislandschaft stolpert. Außerdem drehte er ein paar Szenen mit den Tauntauns. Drei Tage später waren dann aber auch die Hoth-Schlachtszenen im Kasten, die Crew fuhr zurück nach Bergen, nur Hamill und Des Webb waren noch vor Ort, da sie mit der zweiten Unit noch ein paar Pick-up-Shots absolvieren mussten.

Splitter im Tank

In England nutzte man wieder die Elstree Studios, außerdem die Lee International Studios in London. Gedreht wurde diesmal aber auch viel in den USA. Außenaufnahmen fanden in Hillsboro, Forest Grove und Banks im US-Bundesstaat Oregon statt, außerdem in San Francisco, wo Ben Burtt unter anderem Tonaufnahmen auf der Gefängnisinsel Alcatraz machte.

In den britischen Studios standen zunächst Szenen im Millennium Falcon auf dem Plan. Die Crew bestand aus rund 700 Mitarbeitern, von denen viele schon beim ersten Teil mitgemacht hatten. Am 19. März wurde eine Szene mit Luke Skywalker in einem Tank gedreht, in dem er geheilt wird. Hamill wäre dabei beinahe in Gefahr geraten, denn kurz bevor er hineinging, brach die obere Luke und riesige Glassplitter fielen in den Tank.

Vom 20. bis zum 21. März wurden Szenen im Rebellen-Hauptquartier auf Hoth gedreht, darunter der mittlerweile berüchtigte Kuss von Luke und Leia. Dass beide Geschwister sind, fand man erst im dritten Teil heraus. Vom 26. bis zum 28. März folgte das Filmen des Eindringens der imperialen Truppen unter Führung von Darth Vader in das Hauptquartier der Rebellen.

"Hemorrhoids don't concern me, I need to shit"

Die Szenen in der Wolkenstadt wurden dann von Mitte bis Ende April gedreht. Dave Prowse war wieder als Vader aktiv und merkte schnell, dass die Leute kaum verstanden, was er unter der Maske sagte. Er machte sich einen Spaß daraus, aus "The asteroids do not concern me, I want that ship" einfach "Hemorrhoids don't concern me, I need to shit" zu machen. Er wusste ja, dass er später von James Earl Jones nachsynchronisiert(öffnet im neuen Fenster) werden würde.

Vom 1. bis 8. Mai wurden Szenen im imperialen Sternenzerstörer gedreht – eine Zeit, in der der Film finanziell aus dem Ruder lief. Erst sollte er 16 Millionen US-Dollar kosten, dann 17, aber weil es in Wahrheit sehr viel mehr war, musste Lucas mit der Bank neu verhandeln. Der neue Kostenpunkt: 25 Millionen US-Dollar.

Vader-Darsteller wusste nichts von der großen Enthüllung

Herausfordernd waren Anfang Juli die Szenen für das Duell zwischen Darth Vader und Luke Skywalker. Hamill und Prowses Stuntdouble trainierten tagelang und studierten die Choreografie des Kampfs.

Ende Juli wurden die letzten Szenen mit Vader und Luke gefilmt. Dabei ließ man Prowse im Unklaren darüber, was wirklich gesagt wurde. Er wusste nicht, dass Vader Lukes Vater ist. Hamill indes erzählte man, wie der wahre Dialog aussah – er wusste also, wie er auf Prowses falschen Text reagieren sollte.

Das Prunkstück des Franchises

Im August fand die Puppenarbeit mit Yoda statt, der von Frank Oz animiert und gesprochen wurde. Ende August war dann Alec Guinness im Studio – für seine wenigen Szenen als Macht-Geist von Obi-Wan Kenobi.

Die Dreharbeiten endeten am 24. September 1979. Größere Nachdrehs fanden Anfang 1980 statt. Zudem war ILM stark beansprucht, die Vielzahl von Effekten unter Dach und Fach zu bringen. Es waren diesmal weit mehr als beim ersten Teil.

Das Imperium schlägt zurück ist bis heute das Prunkstück des Franchises, möglicherweise gerade deshalb, weil der Film deutlich düsterer ausfällt als sein Vorgänger und zeigt, dass die Rebellen als Helden keineswegs automatisch triumphieren. In dieser Episode sind sie auf der Flucht – und erleiden auch Niederlagen.

Der Film endet zudem mit einem Cliffhanger: Han Solo wird an Kopfgeldjäger Boba Fett übergeben, die Rebellen müssen sich nach einem neuen Stützpunkt umsehen und Luke erfährt, dass Darth Vader sein Vater ist. Die Schlussstimmung ist bedrückend, aber nicht hoffnungslos – wichtig für das Publikum, immerhin musste es drei Jahre lang auf die Auflösung des Cliffhangers warten.

Der Film startete in den USA am 17. Mai 1980 in den Kinos, in Deutschland am 11. Dezember. Die Special Edition mit neuen Effekten kam am 21. Februar 1997 in die US- und am 10. April 1997 in die deutschen Lichtspielhäuser. 1984 kam der Film als VHS-Kassette in den Verleih, zu kaufen gab es ihn 1988. Die Fassung war damals FSK 6 und in der ohnehin eher harmlosen Folterszene von Han Solo durch den Droiden minimal gekürzt. Die DVD erschien am 17. Mai 2005, die erste Blu-ray folgte am 5. November 2015. Seit dem 30. April 2020 gibt es den Film erstmals als UHD.

Das Imperium schlug wahrlich zurück

Vielen gilt dieser Film noch immer als der Beste von allen – und das zurecht, da die Figurenkonstellation noch besser ist, die Dramatik noch stärker ausgereizt wird und ein konstantes Gefühl der Verfolgung herrscht. Das Imperium schlägt wahrlich zurück, und unsere Helden sind über die gesamte Laufzeit auf der Flucht.

George Lucas sah das anders. Bei einer Rede der Publicist's Guild im Jahr 2007(öffnet im neuen Fenster), bei der Sid Ganis, der für Episode V der Publizist war, geehrt wurde, erklärte Lucas: "Sid ist der Grund, wieso der Film immer als bester von allen bezeichnet wird, während er tatsächlich der schlechteste ist."


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