Dart: Nasa beschießt erfolgreich einen Asteroiden

Asteroiden können eine Gefahr für die Erde darstellen. Die Nasa hat eine Möglichkeit getestet, wie diese Gefahr abgewendet werden kann.

Artikel veröffentlicht am ,
Dimorphos, aufgenommen 11 Sekunden vor dem Aufprall von Dart: Die Umlaufbahn soll um 1 Prozent verkürzt werden.
Dimorphos, aufgenommen 11 Sekunden vor dem Aufprall von Dart: Die Umlaufbahn soll um 1 Prozent verkürzt werden. (Bild: Nasa/Johns Hopkins APL)

Treffer! Aber auch abgelenkt? Die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa) hat einen Himmelskörper beschossen, um ihn von seiner Bahn abzulenken. Damit will sie die Abwehr von Asteroiden testen.

Um 1:15 Uhr unserer Zeit schlug der 570 Kilogramm schwere Impaktor Double Asteroid Redirection Test (Dart) planmäßig mit einer Geschwindigkeit von rund 22.530 km/h auf dem Himmelskörper Dimorphos ein. Von der Erde aus wird nun mit Dutzenden von Teleskopen weltweit beobachtet, wie der Einschlag die Bahn von Dimorphos verändert.

Dimorphos hat einen Durchmesser von nur 160 Metern und umkreist den Asteroiden Didymos, der einen Durchmesser von 780 Metern hat. Wenn die Mission erfolgreich war, verkürzt der Einschlag von Dart die Umlaufbahn von Dimorphos um etwa 1 Prozent. Dann braucht er laut Nasa in Zukunft zehn Minuten weniger, um Didymos einmal zu umrunden. Das soll jetzt verifiziert werden.

Die Nasa wertet die Mission als Erfolg

"Im Kern stellt Dart einen beispiellosen Erfolg für die Verteidigung des Planeten dar, aber es ist auch eine Mission der Einheit mit einem echten Nutzen für die gesamte Menschheit", sagte Nasa-Direktor Bill Nelson. "Die Nasa erforscht zwar den Kosmos und unseren Heimatplaneten, wir arbeiten aber auch daran, diese Heimat zu schützen. Die internationale Zusammenarbeit hat Science Fiction in Science Fact verwandelt und eine Möglichkeit aufgezeigt, die Erde zu schützen."

Die Mission war Ende November vergangenen Jahres gestartet. Die Schwierigkeit bestand darin, das Raumfahrzeug, das etwa die Größe und Form eines Getränkeautomaten hat, zu einem 11 Millionen Kilometer entfernten Himmelskörper zu steuern.

Die letzten 90.000 Kilometer wurde Dart von seinem einzigen Instrument, der Didymos Reconnaissance and Asteroid Camera for Optical Navigation (Draco), und einem Leit-, Navigations- und Kontrollsystem gelenkt. Die Systeme ermöglichten es, die beiden Asteroiden zu identifizieren und zu unterscheiden und den kleineren Körper anzuvisieren.

Ein Cubesat beobachtete den Einschlag

Zu der Mission gehört außerdem ein italienischer Cubesat, der Light Italian Cubesat for Imaging of Asteroids (LICIACube). Er wurde 15 Tage vor dem Einschlag von der Raumsonde aus gestartet, um Bilder von Darts Einschlags und der daraus resultierenden Materiewolke aufzunehmen. LICIACube wird seine Bilder in den kommenden Wochen nach und nach zur Erde übertragen. Zusammen mit den Bildern der Dart-Kamera Draco sollen sie einen Überblick über die Auswirkungen der Kollision geben.

2024 soll die nächste Mission zu Didymos starten: Dann wird die Europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) die Sonde Hera zu den beiden Asteroiden schicken und ab 2026 Dimorphos und Didymos vermessen. Das Interesse gilt vor allem dem Krater, den Dart hinterlassen hat, sowie einer genauen Bestimmung der Masse von Dimorphos.

Objekte mit einem Durchmesser von etwa 100 Metern treffen die Erde etwa alle 100 Jahre. Ziel der Mission ist es, zu testen, wie sich eine Kollision mit der Erde verhindern lässt. Die Idee besteht darin, mit einem Impaktor wie Dart die Bahn des Asteroiden so zu verändern, dass er an der Erde vorbeifliegt. Die Nasa betont, dass diese Gefahr bei den beiden Asteroiden nicht besteht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Updates für GPT-3 und GPT-4
GPT im Geschwindigkeitsrausch

OpenAIs Updates für GPT-4 und GPT-3 machen die Modelle zuverlässiger, vor allem aber anpassungsfähiger. Die Änderungen und neuen Features im Detail.
Von Fabian Deitelhoff

Updates für GPT-3 und GPT-4: GPT im Geschwindigkeitsrausch
Artikel
  1. Candy Crushed: Royal Match wird profitabelstes Mobile Game
    Candy Crushed
    Royal Match wird profitabelstes Mobile Game

    Die langanhaltende Dominanz von Candy Crush Saga ist vorbei. Das meiste Geld verdient jetzt ein Start-up aus Istanbul mit einem Puzzlespiel.

  2. Datenschutz: ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern
    Datenschutz
    ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern

    Eigentlich sollte der Chatbot auf diese Anfrage gar nicht antworten. Tut er es dennoch, lauern womöglich noch viel brisantere Informationen.

  3. Donald E. Knuth: 30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar
    Donald E. Knuth
    30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar

    Ein bisschen theoretische Informatik, Algorithmen oder Mathematik zu Weihnachten? Wer das mag, kann nun sogar alle Vorlesungen hintereinander ansehen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • TeamGroup Cardea Graphene A440 2 TB mit zwei Kühlkörpern 112,89€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • AVM FRITZ!Repeater 3000 AX 129€ • Philips Ambilight 77OLED808 2.599€ • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /