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Darpa: Unbemanntes Schiff lässt einen Spionagedrachen steigen

Ausfahrt mit Drachen: Die Darpa testet auf dem Pazifik die U-Boot-Jagd der Zukunft. Ein unbemannter Trimaran soll auf hoher See kreuzen, Radar und andere Aufklärungssensoren schweben dabei Hunderte Meter über ihm.
/ Werner Pluta
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Actuv mit Talons: Reichweite von Funk und Sensoren deutlich vergrößert (Bild: Darpa)
Actuv mit Talons: Reichweite von Funk und Sensoren deutlich vergrößert Bild: Darpa

Leinen los für den unbemannten U-Boot-Jäger: Die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) testet(öffnet im neuen Fenster) das Anti-Submarine Warfare Continuous Trail Unmanned Vessel(öffnet im neuen Fenster) (Actuv, etwa: unbemanntes Schiff für die permanente Verfolgung im Kampf gegen U-Boote). Dabei zog das Schiff einen Kite hinter sich her.

Testfahrt von Actuv mit Kite-Radar – Darpa
Testfahrt von Actuv mit Kite-Radar – Darpa (00:44)

Actuv ist ein gut 40 Meter langer, 140 Tonnen schwerer Trimaran. Er soll monatelang autonom auf See im Einsatz sein und Tausende Seemeilen zurücklegen. Das unbemannte Schiff soll U-Boote aufspüren und verfolgen, kann aber auch als Minensucher eingesetzt werden.

Talons trägt Sensoren

Bei dem Test vor der Küste des US-Bundesstaats Kalifornien zog Actuv einen Kite hinter sich her, an dem Funk, Radar und andere Sensoren angebracht sind. Towed Airborne Lift of Naval Systems (Talons) soll Ausrüstung für die Aufklärung (Intelligence, Surveillance and Reconnaissance, ISR) sowie für die Kommunikation tragen.

Unbemanntes Schiff verfolgt U-Boote – Darpa
Unbemanntes Schiff verfolgt U-Boote – Darpa (01:50)

Ein Schiff zieht den Kite hinter sich, der dann mit seiner Nutzlast in eine Höhe zwischen etwa 150 und 450 Metern aufsteigt. Das erweitert die Reichweite der Sensoren und des Funks deutlich: Bei den Tests schwebte Talons etwa 300 Meter über dem Meer. In der Höhe hat das Radar beispielsweise die sechsfache Reichweite verglichen mit der Reichweite auf Meereshöhe. Die Reichweite des Handfunkgeräts hat sich mehr als verdreifacht. Der Bereich, den der Infrarotscanner abdeckt, verdoppelte sich.

Auf einem unbemannten Schiff gibt es keine Kojen

Actuv ist ein Gemeinschaftsprojekt der Darpa und des Office of Naval Research (ONR), das die Forschungsagenturen des US-Verteidigungsministeriums und der US-Marine 2014 beschlossen haben. Vorteil des unbemannten U-Boot-Jägers: Er braucht keine Unterkünfte und Einrichtungen für die Mannschaft, was die Baukosten verringert. Zudem ist der Einsatz ohne Menschen an Bord günstiger.

Erste Ausfahrt von Actuv – Darpa
Erste Ausfahrt von Actuv – Darpa (01:51)

Das Schiff wurde auf einer Werft im US-Bundesstaat Oregon gebaut . Im Frühjahr wurde es getauft, die erste Testfahrt fand im Juni statt. Darpa und ONR wollen Actuv in den kommenden zwei Jahren intensiv testen. Ab 2018 könnte es regulär von der US-Marine eingesetzt werden.


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