Abo
  • IT-Karriere:

Darpa: Memex soll die Suchmaschine für das Deep Web werden

Die US-Behörde Darpa hat die Komponenten ihrer Suchmaschine Memex veröffentlicht. Mit ihr soll auch das Deep Web und vor allem das Tor-Netzwerk durchsucht werden können. Hilfe bekam die Darpa von den Tor-Entwicklern.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Suchmaschine Memex der Darpa soll auch Informationen aus dem Deep Web sammeln können.
Die Suchmaschine Memex der Darpa soll auch Informationen aus dem Deep Web sammeln können. (Bild: Uncharted Software)

Strafverfolgungsbehörden wollen bislang unsichtbare Inhalte im Internet durchsuchen können, um Kriminelle dingfest zu machen. Traditionelle Suchmaschinen reichen hierfür nicht aus und spezielle Suchmaschinen etwa für das Tor-Netzwerk schon gar nicht. Abhilfe soll also die von der US-Behörde Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) vorgestellte Suchmaschine Memex schaffen. Jetzt hat die Darpa die dazu benötigten Werkzeuge veröffentlicht.

Inhalt:
  1. Darpa: Memex soll die Suchmaschine für das Deep Web werden
  2. Suchmaschinen für das Tor-Netzwerk
  3. Auftritt: Memex

Memex soll aber nicht nur Webseiten im Tor-Netzwerk sammeln und indizieren, sondern auch Inhalte im sogenannten Deep Web entdecken. Also jene Seiten, die weder von Google noch von Bing oder Yahoo indiziert werden. Diese Suchmaschinen zeigten nur fünf Prozent des tatsächlichen Inhalts des Internets an, sagte der Hauptentwickler des Memex-Projekts, Chris White, zu CBS.

Werkzeug für Strafverfolgungsbehörden

Memex, oder zumindest ein Teil der Implementierung, werde bereits erfolgreich von Strafverfolgungsbehörden in den USA angewendet, um gegen Kinderpornografie, organisierten Menschen- und Drogenhandel vorzugehen, so der CBS-Bericht. Die gesammelten Informationen, darunter auch von Werbeeinblendungen, werden zusammen mit Standortdaten durch Memex visualisiert und sollen es den Fahndern erlauben, Bewegungsprofile möglicher Täter zu erstellen. Die Fahnder können die Suchergebnisse auch selbst filtern.

Die Darpa hat sich für ihr Projekt Hilfe von einer ganzen Reihe bekannter Einrichtungen geholt, darunter renommierte Universitäten oder Forschungsinstitute. Auch von den Entwicklern beim Tor-Projekt bekommt die Darpa Hilfe, wie der Mitgründer des Projekts Roger Dingledine bestätigte. Im Gegenzug finanziert die Behörde in den nächsten Jahren Verbesserungen im Tor-Netzwerk, die den Datenverkehr beschleunigen und die Sicherheit der Nutzer erhöhen sollen.

Hilfe von Tor-Entwicklern

Stellenmarkt
  1. SSP Deutschland GmbH, Frankfurt
  2. Bechtle Onsite Services GmbH, Stuttgart

Das Tor-Projekt wolle der Darpa und somit den Fahndern ein besseres Verständnis des Netzwerks vermitteln, aber keinesfalls die Anonymität der Benutzer gefährden, schreibt Dingledine. Die Adressen der versteckten Dienste (Hidden Services) im Tor-Netzwerk seien dort immerhin öffentlich und müssten demnach auch indiziert werden dürfen. Dass dort auch Kriminelle ihre Dienste anbieten und Tor einen schlechten Ruf bescheren, ärgert ihn maßlos: "Fuck them, they should get off our network, that's not what Tor is for and they're hurting all of us."

Nach Schätzungen des Forschers Gareth Owen sind durchschnittlich 45.000 Hidden Services pro Tag über Tor erreichbar. Dabei handelt es sich nicht nur um Webseiten, sondern auch auch um andere Dienste, etwa IRC-Server oder Command-and-Control-Server für Botnets. Owens Studie zufolge lassen sich aber weniger als 10.000 Dienste über einen längeren Zeitraum abrufen, etwa die Suchmaschine Duckduckgo oder Facebook, das seit Oktober 2014 ebenfalls eine Onion-Adresse hat. Viele Dienste waren nur über einen kurzen Zeitraum erreichbar - eine Herausforderung für jede Suchmaschine. Die im Vergleich zum offenen Web deutlich geringere Anzahl an zu indizierenden Webseiten hingegen dürfte Datenbanken auch auf Servern mit geringer Kapazität nicht überfordern.

Suchmaschinen für das Tor-Netzwerk 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 44,99€
  2. 34,99€
  3. (-83%) 2,50€
  4. 229,00€

holysmoke 24. Apr 2015

Freiheit kennt keine Kompromisse. Entweder man ist frei, oder eben nicht. Kriminalität...

Oxycodon 23. Apr 2015

@mag +1000 Finde deinen Beitrag sehr gut geschrieben, besser hätte man es nicht...

zufälliger_Benu... 23. Apr 2015

Das "deep web" ist eigentlich einfach alles das über eine "normale" Suchmaschine nicht...


Folgen Sie uns
       


Transparenter OLED-Screen von Panasonic angesehen (Ifa 2019)

Der transparente OLED-Fernseher von Panasonic rückt immer näher. Auf der Ifa 2019 steht ein Prototyp, der schon jetzt Einrichtungsideen in den Kopf ruft.

Transparenter OLED-Screen von Panasonic angesehen (Ifa 2019) Video aufrufen
Verkehrssicherheit: Die Lehren aus dem tödlichen SUV-Unfall
Verkehrssicherheit
Die Lehren aus dem tödlichen SUV-Unfall

Soll man tonnenschwere SUV aus den Innenstädten verbannen? Oder sollten technische Systeme schärfer in die Fahrzeugsteuerung eingreifen? Nach einem Unfall mit vier Toten in Berlin mangelt es nicht an radikalen Vorschlägen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Torc Robotics Daimler-Tochter testet selbstfahrende Lkw
  2. Edag Citybot Wandelbares Auto mit Rucksackmodulen gegen Verkehrsprobleme
  3. Tusimple UPS testet automatisiert fahrende Lkw

Dick Pics: Penis oder kein Penis?
Dick Pics
Penis oder kein Penis?

Eine Studentin arbeitet an einer Software, die automatisch Bilder von Penissen aus Direktnachrichten filtert. Wer mithelfen will, kann ihr Testobjekte schicken.
Ein Bericht von Fabian A. Scherschel

  1. Medienbericht US-Regierung will soziale Netzwerke stärker überwachen
  2. Soziales Netzwerk Openbook heißt jetzt Okuna
  3. EU-Wahl Spitzenkandidat Manfred Weber für Klarnamenpflicht im Netz

Garmin Fenix 6 im Test: Laufzeitmonster mit Sonne im Herzen
Garmin Fenix 6 im Test
Laufzeitmonster mit Sonne im Herzen

Bis zu 24 Tage Akkulaufzeit, im Spezialmodus sogar bis zu 120 Tage: Garmin setzt bei seiner Sport- und Smartwatchserie Fenix 6 konsequent auf Akku-Ausdauer. Beim Ausprobieren haben uns neben einem System zur Stromgewinnung auch neue Energiesparoptionen interessiert.
Ein Test von Peter Steinlechner

  1. Fenix 6 Garmins Premium-Wearable hat ein Pairing-Problem
  2. Wearable Garmin Fenix 6 bekommt Solarstrom

    •  /