Abo
  • IT-Karriere:

Darknet: Die gefährlichen Anonymitätstipps der Drogenhändler

Wenn sich jemand mit Anonymität im Netz auskennt, dann doch sicher Drogenhändler im Darknet - könnte man meinen. Doch in ihrem Leitfaden zur Anonymität stellen die Betreiber eines Marktplatzes gewagte Theorien auf und vergessen eine ganze Menge.

Artikel von veröffentlicht am
Echte Anonymität im Netz ist nur schwer zu erreichen.
Echte Anonymität im Netz ist nur schwer zu erreichen. (Bild: Carl Court/Getty Images)

"Jeder Mann braucht einen Code": Dieser Satz aus der US-Krimiserie The Wire stammt von Omar, einem Straßenräuber, der sich selbst ein eigenes Regelkorsett verpasst hat. Und natürlich hat er recht. Wer im Internet wirklich anonym bleiben will, der muss die richtige Software benutzen, aber auch sonst eine Menge richtigmachen, wie auch unser Privacy-Boxen-Test gezeigt hat.

Inhalt:
  1. Darknet: Die gefährlichen Anonymitätstipps der Drogenhändler
  2. Keine Überwachung unter Linux?
  3. Risiken im Tor-Netzwerk
  4. Wohin mit dem Zeug?

Im Darknet wird Anonymität besonders geschätzt. Einer der aktuell größten Umschlagplätze ist das Forum Alphabay, das erst vor kurzem durch eine Sicherheitslücke aufgefallen ist, die eigentlich private Nachrichten von Nutzern über eine falsch konfigurierte API auch für Angreifer lesbar machte.

Im Forum der Webseite gibt es eine Reihe von Tipps, die dabei helfen sollen, "perfekte Anonymität" zu erreichen. Wir haben uns angesehen, ob wir davon etwas lernen können. Denn zwar ist der Kauf von Drogen, Waffen und gehackten Accounts über das Internet fraglos strafbar, anonym zu bleiben, ist es aber nicht. Wir mussten allerdings feststellen: Unsere Anonymität würden wir mit diesen Tipps nicht schützen wollen. Es gibt eine ganze Reihe von Fehlern und Missverständnissen.

Zahlreiche Tipps - doch vieles fehlt

Die Tipps auf der Seite reichen von Vorschlägen für die verwendete Software über empfohlene Verhaltensweisen bis hin zur anonymen Bezahlung. Gleich am Anfang machen die Drogenhändler einen Fehler: Sie unterscheiden nicht zwischen Sicherheit und Anonymität. Dieser Unterschied ist aber entscheidend. Denn die Festplatte des eigenen Rechners zu verschlüsseln, schützt zum Beispiel nicht vor einer Identifizierung durch Behörden, während man im Netz ist, sondern kann nur unbefugten Datenzugriff abwehren. Streng genommen sind die Akteure auf einer solchen Plattform, und auch sonst im Netz, in der Regel nicht anonym unterwegs, sondern pseudonym.

Stellenmarkt
  1. Sedus Stoll AG, Dogern
  2. SCHOTT Schweiz AG, St. Gallen (Schweiz)

Ebenfalls zu Beginn lauert eine weitere Fehlerquelle. Es geht darum, die richtigen Adressen von Darknet-Foren zu finden. Weil die Adressen von Tor-Hidden-Services in der Regel automatisch generierte Hash-Werte sind, können die meisten Menschen sie sich vermutlich schlecht einprägen. Daher wäre es für Angreifer leicht, Nutzern eine gefälschte URL unterzuschieben und sie auf einen gefälschten Marktplatz zu schicken. Aus diesem Grund gibt es eigene Foren, die wiederum die aktuellen Links zu Marktplätzen bereitstellen. Den Marktplatz über Google zu suchen und den Link dann in den Tor-Browser zu kopieren, ist sicher keine gute Idee. Doch dazu steht in der Anleitung nichts. Vermutlich wäre es an dieser Stelle dafür allerdings auch schon zu spät.

Grundsätzlich wird auf Alphabay die Verwendung von Linux empfohlen, was im Prinzip keine schlechte Idee ist. Doch den Nutzern wird vorgegaukelt, dass Regierungsbehörden auf Linux-Systemen keine Staatstrojaner installieren könnten, um die Rechner zu überwachen. Das ist ein gefährliches Missverständnis für jemanden, der aus legitimen Gründen auf Anonymität angewiesen ist.

Keine Überwachung unter Linux? 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,99€
  2. 3,99€
  3. 4,99€

sovereign 10. Okt 2017

Freenet ist primär für filesharing würde ich sagen... da man kaum interagieren kann.

darren 31. Mai 2016

ganz genau warum immer so kompliziert: 1) Alter Laptop von einem Flohmarkt 2) offenes...

json 18. Mai 2016

Solange ich mir nur Eigenbedarfsmengen bestelle ist alles kein Problem...

Unix_Linux 16. Mai 2016

Er hat einfach mal Unsinn geschrieben. Und das schwierigste, so im Nebensatz erwähnt...

Flow7 12. Mai 2016

Dafür gibts ja auch die Narando-App. Da kann man die neuesten Artikel zb schon zuhause...


Folgen Sie uns
       


Pixel 3a und 3a XL - Test

Das Pixel 3a und das PIxel 3a XL sind Googles neue Mittelklasse-Smartphones. Beide haben die gleiche Kamera wie das Pixel 3.

Pixel 3a und 3a XL - Test Video aufrufen
Minecraft Dungeons angespielt: Fehlt nur noch ein Klötzchen-Diablo in der Tiefe
Minecraft Dungeons angespielt
Fehlt nur noch ein Klötzchen-Diablo in der Tiefe

E3 2019 Von der Steuerung bis zu den Schatzkisten: Minecraft Dungeons hat uns beim Anspielen bis auf die Klötzchengrafik verblüffend stark an Diablo erinnert - und könnte gerade deshalb teuflisch spaßig werden!

  1. Augmented Reality Minecraft Earth erlaubt Klötzchenbauen in aller Welt
  2. Microsoft Augmented-Reality-Minecraft kommt zum zehnten Jubiläum
  3. Jubiläum ohne Notch Microsoft feiert Minecraft ohne Markus Persson

WD Blue SN500 ausprobiert: Die flotte günstige Blaue
WD Blue SN500 ausprobiert
Die flotte günstige Blaue

Mit der WD Blue SN500 bietet Western Digital eine spannende NVMe-SSD an: Das M.2-Kärtchen basiert auf einem selbst entwickelten Controller und eigenem Flash-Speicher. Das Resultat ist ein schnelles, vor allem aber günstiges Modell als bessere Alternative zu Sata-SSDs.
Von Marc Sauter

  1. WD Black SN750 ausprobiert Direkt hinter Samsungs SSDs
  2. WD Black SN750 Leicht optimierte NVMe-SSD mit 2 TByte
  3. Ultrastar DC ME200 Western Digital baut PCIe-Arbeitsspeicher mit 4 TByte

5G-Auktion: Warum der Preis der 5G-Frequenzen so hoch war
5G-Auktion
Warum der Preis der 5G-Frequenzen so hoch war

Dass die Frequenzen für den 5G-Mobilfunk teuer wurden, lasten Telekom, Vodafone und Telefónica dem Newcomer United Internet an. Doch dies ist laut dem Netzplaner Kai Seim nicht so gewesen.
Eine Analyse von Achim Sawall

  1. Funklöcher Hohe Bußgelder gegen säumige Mobilfunknetzbetreiber
  2. Bundesnetzagentur 5G-Frequenzauktion erreicht 6,5 Milliarden Euro
  3. 5G-Auktion Etablierte wollen Preis für 1&1 Drillisch hochtreiben

    •  /