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Echte Anonymität im Netz ist nur schwer zu erreichen.
Echte Anonymität im Netz ist nur schwer zu erreichen. (Bild: Carl Court/Getty Images)

Wohin mit dem Zeug?

Wenn man sich illegale Güter über das Internet bestellt, bleibt natürlich eine wichtige Frage offen: Wohin mit dem Zeug? Darüber ist im Alphabay-Forum eine heiße Diskussion entbrannt. Einige warnen vor Fake-Adressen ("Darüber werdet ihr geschnappt"), die Macher des Marktplatzes empfehlen, Pakete mit der Aufschrift "Zurück an Absender" vor der eigenen Tür zu lagern, wenn man im Drogenrausch doch versehentlich an die eigene Adresse bestellt hat. Die Pakete könnten ruhig "mehrere Wochen" vor der eigenen Haustür gelagert werden. Besonders einleuchtend klingt diese These nicht, insbesondere, wenn geruchsempfindliche Hunde im Haus sind.

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Einige Händler wittern in diesem Punkt offenbar ein gutes Geschäft. Mit einem von ihnen angebotenen gefälschten Ausweis könne man wunderbar Postfächer anmieten, in Deutschland wahlweise auch eine Packstation. Fragt sich nur, wohin der gefälschte Ausweis geschickt werden soll ...

Es gibt aber auch sinnvolle Tipps in dem Dokument. So sollten Nutzer des Tor-Browsers Javascript grundsätzlich deaktivieren, wenn es zur Ausführung der besuchten Seite nicht unbedingt erforderlich ist. Ein Konzept zeigt, wie man Tor-Nutzer mit aktiviertem Javascript per Fingerprinting identifizieren oder zumindest eindeutig wiedererkennen kann.

Anonymität ist für jeden unterschiedlich

Es gibt kein allgemein gültiges Rezept für Anonymität. Doch es gibt viele gute Gründe dafür. In vielen Ländern werden Homosexuelle oder Anhänger religiöser Minderheiten verfolgt und mit dem Tod bedroht. Journalisten und Menschenrechtsaktivisten müssen häufig Maßnahmen ergreifen, um sich dem Zugriff repressiver Staaten und Behörden zu entziehen. Auch private Akteure werden mächtiger, obwohl sie keine staatliche Gewalt gegen Menschen ausüben können.

Für jemanden, der sich in Aserbaidschan vor dem Zugriff der Regierung von Ilham Alijew schützen will, ist Gmail als Mailprovider vermutlich keine so schlechte Wahl. Google hat ein eigenes Team, das sich um Hochrisikonutzer kümmert, und mehr Ressourcen, sich mit Sicherheitsfragen zu beschäftigen als viele andere Anbieter. US-Umweltaktivisten hingegen sollten sich vermutlich nach einem anderen Anbieter umsehen.

Wichtig ist es, ein für die individuellen Bedürfnisse maßgeschneidertes Sicherheitskonzept zu entwickeln. Wovor genau will ich mich eigentlich schützen? Welche Mittel brauche ich? Wie kann ich trotzdem noch meiner Arbeit nachgehen?

"Perfekte Anonymität" ist nicht mit einigen einfachen Maßnahmen zu erreichen. Wir jedenfalls würden unsere Anonymität im Ernstfall nicht mit den Tipps der Marktplatz-Betreiber schützen wollen.

In einem Pilotprojekt mit Narando vertonen wir in den kommenden Wochen zwei bis drei Golem.de-Artikel pro Woche. Die Texte werden nicht von Robotern, sondern von professionellen Sprechern vorgelesen. Über Feedback unserer Zuhörer freuen wir uns - im Forum oder an redaktion@golem.de.

 Risiken im Tor-Netzwerk

eye home zur Startseite
darren 31. Mai 2016

ganz genau warum immer so kompliziert: 1) Alter Laptop von einem Flohmarkt 2) offenes...

json 18. Mai 2016

Solange ich mir nur Eigenbedarfsmengen bestelle ist alles kein Problem...

azeu 16. Mai 2016

Freeent hat gegenüber Tor den Vorteil, dass es in sich geschlossen ist. Mit Tor kannst Du...

Unix_Linux 16. Mai 2016

Er hat einfach mal Unsinn geschrieben. Und das schwierigste, so im Nebensatz erwähnt...

Flow7 12. Mai 2016

Dafür gibts ja auch die Narando-App. Da kann man die neuesten Artikel zb schon zuhause...



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