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Darknet: BKA zerschlägt Kinderpornoplattform Boystown

Rund 400.000 Accounts soll die kinderpornografische Plattform laut Polizei gehabt haben. Drei Administratoren aus Deutschland wurden festgenommen.
/ Moritz Tremmel
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Ein Polizist im Einsatz (Symbolbild) (Bild: planet_fox/Pixabay)
Ein Polizist im Einsatz (Symbolbild) Bild: planet_fox/Pixabay

Wegen des Verdachts der bandenmäßigen Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten hat die Polizei mehrere Männer in Deutschland festgenommen. Ihnen wird der Betrieb beziehungsweise die Nutzung einer der weltweit größten kinderpornografischen Plattformen vorgeworfen. Vorausgegangen waren aufwendige Ermittlungen und mehrere Hausdurchsuchungen.

Die Plattform mit dem Namen Boystown soll seit mindestens Juni 2019 existiert und zuletzt mehr als 400.000 Accounts gezählt haben, schreibt das Bundeskriminalamt (BKA) in einer Pressemitteilung. Auf der Plattform seien vornehmlich Missbrauchsaufnahmen von Jungen geteilt worden, darunter schwerster sexueller Missbrauch von Kleinkindern. Die Plattform sei international ausgerichtet gewesen und nur über das sogenannte Darknet erreichbar gewesen, erklärte das BKA.

"Bei den drei Hauptbeschuldigten handelt es sich um einen 40 Jahre alten Mann aus dem Kreis Paderborn, einen 49 Jahre alten Mann aus dem Landkreis München und einen 58 Jahre alten, aus Norddeutschland stammenden Mann, der seit mehreren Jahren in Südamerika lebt," schreibt das BKA in einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) .

Den drei Männern wird vorgeworfen, die kinderpornografische Plattform als Administratoren betrieben zu haben, also für die Einrichtung und Wartung der Serverinfrastruktur sowie die Einrichtung der Webseite und die Betreuung von deren Mitgliedern verantwortlich gewesen zu sein. Zudem hätten sie den Mitgliedern Sicherheitsratschläge gegeben, um ein Entdeckungsrisiko durch Strafverfolgungsbehörden zu minimieren, teilte das BKA mit.

Boystown und weitere Chatplattformen vom Netz genommen

Einem weiteren Beschuldigten, einem 64-Jährigen aus Hamburg, wird vorgeworfen, einer der aktivsten Nutzer der Plattform gewesen zu sein und insgesamt über 3.500 Beiträge gepostet zu haben. Alle Beschuldigten wurden Mitte April nach der Durchsuchung ihrer Wohnungen festgenommen und befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Gegen den Tatverdächtigen in Paraguay liege ein internationaler Haftbefehl vor, auf dessen Grundlage eine Auslieferung nach Frankfurt am Main erfolgen solle, schreibt das BKA.

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Die kinderpornografische Plattform Boystown wurde im Anschluss an die Durchsuchungen abgeschaltet. Auch weitere, nicht genannte Chatplattformen wurden vom Netz genommen. Dem erfolgreichen Schlag gegen die Kinderpornoplattform waren aufwendige internationale Ermittlungen vorausgegangen, an der neben dem BKA auch Strafverfolgungsbehörden aus den Niederlanden, Schweden, Australien, den USA und Kanada sowie Europol beteiligt waren.


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