Darkmarket: Ehepaar wegen riesigen illegalen Marktplatzes angeklagt

Ein Ehepaar soll einen der größten illegalen Handelsplätze im Darknet betrieben haben. Jetzt wurde in Trier Anklage gegen die beiden erhoben.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Über Darkmarket wurden vor allem Drogen verkauft.
Über Darkmarket wurden vor allem Drogen verkauft. (Bild: A_Different_Perspective/Pixabay)

Nach der Schließung eines der weltweit größten illegalen Marktplätze im Darknet im Januar 2021 ist gegen ein australisches Ehepaar auf Europareise in Trier Anklage erhoben worden. Den beiden werde vorgeworfen, die Plattform Darkmarket mit rund einer halben Million Nutzern und mehr als 2.400 Verkäufern betrieben zu haben, teilte die rheinland-pfälzische Landeszentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am 29. Juni 2021 mit.

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"Auf Darkmarket wurde mit illegalen Drogen aller Art, Falschgeld, gestohlenen oder gefälschten Kreditkarten, Schadsoftware und vielen weiteren illegalen Waren gehandelt", hieß es weiter. Mindestens 320.000 Geschäfte für insgesamt mehr als 140 Millionen Euro mit erst vier und dann fünf Prozent Provision für das Ehepaar seien abgewickelt worden. Gezahlt worden sei mit Kryptowährungen wie Bitcoin und Monero. Die Ermittlungen führte die Zentrale Kriminalinspektion Oldenburg.

Der 34-jährige beschuldigte Australier war laut der Mitteilung Administrator des Marktplatzes, der die Verkäufer freigeschaltet sowie mehrere noch nicht identifizierte Mittäter überwachte und bezahlte. Seine 32-jährige beschuldigte Ehefrau sei für das Design von Darkmarket und die Schlichtung von Streit zwischen Verkäufern und Kunden zuständig gewesen. Beide haben ihren Wohnsitz laut Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer noch in Australien, waren aber mit einem schulpflichtigen Kind "auf einer langfristigen Rundreise durch Europa" unterwegs.

Wegen Beihilfe zu über 170.000 Drogengeschäften angeklagt

Die auf Drogengeschäfte beschränkte Anklageschrift legt den beiden Angeschuldigten zur Last, vom Juli 2019 bis Januar 2021 insgesamt 1.499 Verkäufer auf dem Marktplatz freigeschaltet und so zu 172.562 Drogengeschäften Beihilfe geleistet zu haben. Zudem sollen sie aus Dänemark 1.023 Tabletten des Opioids Oxycodon eingeführt und "hierbei zugriffsbereit ein Butterfly-Messer mit sich geführt" haben.

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Der illegale Marktplatz soll laut Brauer im Juni 2019 im sogenannten Cyberbunker in Traben-Trarbach an der Mosel gestartet worden sein. In dem alten Bunker soll eine Bande schon vorher jahrelang ein illegales Rechenzentrum für kriminelle Geschäfte im Darknet betrieben haben.

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Im September 2019 hoben Hunderte Polizisten den unterirdischen Cyberbunker aus. Schon seit längerem läuft in Trier ein Prozess gegen acht mutmaßliche Betreiber. Im Fall von Darkmarket beschlagnahmten Ermittler schließlich mehr als 20 Server in Moldawien und in der Ukraine. Laut Brauer sollen die Daten von Darkmarket nach der Abschaltung des Cyberbunkers dorthin verlagert worden sein.

Die Angeschuldigten wurden im Januar 2021 nach ihrer Einreise aus Dänemark festgenommen und sitzen in Rheinland-Pfalz in Untersuchungshaft. Sie schweigen vorerst zu den Vorwürfen. Die Anklage wurde beim Landgericht Trier erhoben, weil in dessen Bezirk in einem Eifeldorf einer der maßgeblichen Verkäufer von Darkmarket gewohnt haben soll. Auch er sitzt in Rheinland-Pfalz in Untersuchungshaft.

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