Dark Vishnya: Kaspersky warnt Banken vor Insider-Angriffen

Der Virenspezialist Kaspersky fand Hardware-basierte Attacken über das lokale Netzwerk in mindestens acht osteuropäischen Bankhäusern. Der Schaden geht in die Millionen Euro. Potenziell gefährdet sein sollen jedoch alle Arten von Unternehmen.

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Frei zugängliche Ethernet-Ports in Bürogebäuden können von Angreifern missbraucht werden.
Frei zugängliche Ethernet-Ports in Bürogebäuden können von Angreifern missbraucht werden. (Bild: Kaspersky)

Einem Blogeintrag des russischen Herstellers von Antivirus-Software Kaspersky zufolge sind mehrere Banken in Osteuropa Opfer ausgeklügelter Hackangriffe geworden. Anstatt über das Internet in die Netze der Geldhäuser einzubrechen, gelang es den Angreifern demnach, ihre eigene Hardware in deren Büros zu installieren und damit lokalen Netzwerkzugriff zu erlangen.

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Für die Attacke mit dem Namen Dark Vishnya schmuggelten die Täter infizierte Laptops, Raspberry Pis oder Bash Bunnys in die Büros und verbanden sie über frei zugängliche Ethernet- oder USB-Anschlüsse mit dem internen Netz der entsprechenden Bank. Bash Bunnys sind Minicomputer in Form eines USB-Sticks, die zum Beispiel von Penetration-Testern genutzt werden.

Infiltration durch Postboten, Exfiltration per 3G

Die Geräte seien möglicherweise von Personen in die Gebäude geschmuggelt worden, die als Postboten, Jobbewerber oder Kundenvertreter getarnt waren. Ethernet-Buchsen sind in vielen Büros in allgemein zugänglichen Bereichen wie Fluren, Konferenzräumen oder im Eingangsbereich installiert und somit leicht für getarnte Angreifer zugänglich. Geräte von der Größe eines Raspi lassen sich ohne Probleme unbemerkt unter dem Kopierer oder dem Sofa im Wartebereich verstecken.

"Je größer die Büros eines Unternehmens sind, desto besser", schreibt Kasperskys Social Media Editor Nikolay Pankov in dem Blogpost. "Es ist viel einfacher, ein bösartiges Gerät in einem großen Büro zu verstecken - und besonders effektiv, wenn eine Firma mehrere Büros weltweit an dasselbe Netzwerk angeschlossen hat." Das Risiko für diese Form des digitalen Angriffs dürfte also genauso auch für Unternehmen aus anderen Sektoren bestehen.

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Die Angreifer statteten die bösartigen Geräte Kaspersky zufolge mit GPRS/3G/LTE-Modems aus und stellten so den Fernzugriff auf das Netzwerk sicher. Anschließend scannten sie das lokale Netzwerk nach Zugriffsmöglichkeiten auf geteilte Ordner, Webserver oder Workstations, mit denen Zahlungen ausgeführt werden. "Gleichzeitig versuchten die Angreifer, Login-Daten für diese Maschinen abzugreifen oder per Brute-Force zu erlangen", schreibt Kasperskys Malware-Spezialist Sergey Golovanov. "Um Firewall-Beschränkungen zu umgehen, platzierten sie Shellcodes mit lokalen TCP-Servern" und "wenn eine Firewall den Zugriff von einem Netzwerksegment auf ein andere blockiert, aber eine Reverse Connection erlaubt, nutzten die Angreifer eine angepasste Payload, um einen Tunnel zu öffnen."

Schutz vor Angriffen von innen

Diese Form des Hardware-basierten Angriffs ist nach Darstellung von Kaspersky besonders schwierig zu bekämpfen, weil der Ursprung der Attacke schwer auszumachen ist. Wenn der genaue Standort des angreifenden Geräts oder selbst dessen Existenz unbekannt sind, müssen im schlimmsten Fall sämtliche Büroräume und Gebäude physisch durchsucht werden, um einen Angreifer unschädlich zu machen.

Um sich zu schützen, empfiehlt Kaspersky Unternehmen, vor allem darauf zu achten, Ethernet- und USB-Anschlüsse in frei zugänglichen Bereichen zu deaktivieren oder diese zumindest in einem separaten Netzwerksegment laufen zu lassen. Auch das Installieren einer Videoüberwachung in Risikobereichen könne abschreckende Wirkung haben und die Aufnahmen im Falle eines Angriffs der Aufklärung dienen.

Bei welchen Banken in Osteuropa Kaspersky diese Form der Attacke entdeckt hat und wie sie den Angreifern auf die Spur kamen, ist nicht öffentlich bekanntgeworden.

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