Dark Patterns: "Populäre Spiele nutzen die Unerfahrenheit von Kindern aus"

Nachdem Lootboxen über die letzten Monate verstärkt in den Fokus von Jugendschützern gerückt sind, betont eine nun veröffentlichte Studie im Auftrag der Kommission für Jugendschutz(öffnet im neuen Fenster) (KJM) die Dringlichkeit einer Regulierung. Viele Spiele würden Dark Patterns einsetzen, um eine junge Zielgruppe zu manipulieren.
Der KJM-Vorsitzende Marc Jan Eumann nannte das Ergebnis "leider" eindeutig: "Viele populäre Spiele nutzen die Unerfahrenheit von Kindern und Jugendlichen aus." Er forderte neben technisch umgesetzten Alterskontrollen auch mehr Transparenz von den Anbietern entsprechender Spiele, etwa was die Wahrscheinlichkeiten einzelner Gegenstände in Lootboxen und eine bessere Kostenkontrolle.
Untersucht wurden für die Studie mit Minecraft , FIFA 23, Fortnite , Clash of Clans, World of Warcraft, League of Legends, Toca Life World, Pokémon Go , Modern Ops und Barbie Dreamhouse Adventure insgesamt zehn Spiele, die nach ihrer Popularität und Umsatz in jungen Zielgruppen ausgewählt wurden.
Debatte von Transparenzpflicht bis Verbot
Der Autor der Studie, Rudolf Kammerl, sagte, teils entstehe "der Eindruck, dass Spieleanbieter durch komplizierte Elternmenüs und -informationen erzieherische Spielebeschränkungen mutwillig nicht unterstützen." Erziehende bräuchten "klar erkennbare Hinweise auf die Risiken für problematisches Gaming und seitens der Spielehersteller mehr Design-Mechanismen beziehungsweise Beschränkungen gegen exzessives Gaming."
Vergangene Woche lud der staatliche Glücksspielbetreiber Westlotto zu einer Expertenrunde in Berlin ein, bei der über eine Anpassung des Jugendschutzes gesprochen wurde (g+). Die Westdeutsche Lotterie GmbH hatte vergangenes Jahr einen umstrittenen Gesetzesentwurf vorgelegt , der eine strengere Regulierung fordert.
Konkreter wurde die Debatte zuletzt auch durch einen Antrag der bremischen Landesregierung. Ein im Februar 2024 verabschiedeter Beschluss geht weiter und möchte Lootboxen gänzlich verbieten . Die Regierungskoalition will sich über den Bundesrat für eine Umsetzung einsetzen. Einer der Initiatoren des Verbots bezeichnete den Vorschlag von Westlotto gegenüber Golem.de als "enttäuschend" . Der Linken-Abgeordnete Dariush Hassanpour sagte, es würde nicht ausreichen, Regelungen aus herkömmlichem Online-Glücksspiel auf Computerspiele zu übertragen.



