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Dark Orbit: "20 Prozent der Spieler haben gecheatet"

Ein großer Teil der Kundschaft cheatet, die Entwickler haben keine Lust mehr, die Umsätze brechen ein - was tun? Jonathan Lindsay von Bigpoint erzählt, wie er mit seinem Team beim Weltraumspiel Dark Orbit die Kehrtwende geschafft hat.

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Dark Orbit
Dark Orbit (Bild: Bigpoint)

Es stand nicht gut um Dark Orbit. "20 Prozent der Spieler haben gecheatet, der Umsatz ist pro Monat um 100.000 Euro eingebrochen, die Konversionsrate war niedrig, es gab kaum neue Spieler und dann hat auch noch das Entwicklerteam die Hoffnung verloren und wollte an etwas Neuem arbeiten" - so beschreibt der aus Schottland stammende, in Hamburg bei Bigpoint arbeitende Jonathan Lindsay auf der Quo Vadis 2014 die Situation, in der er Anfang 2013 als Producer für das Browser-Weltraumspiel verantwortlich wurde.

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Viele Onlinespiele, die sich in einer derartigen Lage befinden, werden eingestellt - die Liste der gestoppten Titel ist gerade in der vergangenen Zeit wieder länger geworden. Ob dieser Schritt womöglich auch bei Dark Orbit zur Debatte stand, verrät Lindsay nicht. Wie auch immer: Bigpoint hat sich zum Relaunch des sieben Jahren alten - wegen seiner Monetarisierungsmethoden durchaus umstrittenen - Free-to-Play-Titels entschlossen.

Der erste Schritt sei gewesen, mit den Entwicklern zu sprechen. "Ich habe dann aber gemerkt, dass viele Mitglieder des Teams bei einer Tasse Kaffee ganz offen über die nötigen Änderungen gesprochen haben - aber schriftlich wollte sich kaum jemand offen äußern". Trotzdem hat Lindsay nach eigenen Angaben herausgefunden, welche Schritte besonders helfen könnten: zum einen eine strikte Null-Toleranz-Vorgehensweise bei Cheatern, zum anderen spürbar gute und sinnvolle Updates, statt immer wieder kleine Änderungen durchzuführen.

Lindsay beschreibt in seinem Vortrag auf der Quo Vadis einen längeren Prozess, in dem vor allem kommuniziert wurde. Mit dem übergeordneten Management musste er konkrete Ziele definieren, mit dem Team eine Roadmap und Terminplanung vereinbaren und von der Community erfahren, was die neben dem Offensichtlichen von ihrem neuen Dark Orbit eigentlich erwartet.

"Macht es fair!"

Von den Spielern habe es vor allem einen Wunsch gegeben: "Macht es fair", berichtet Jonathan Lindsay. Das stand während der gesamten Phase des Relaunchs ganz oben auf der Liste. Trotzdem haben sich die Entwickler auch um einige andere Details gekümmert: Die Bitmaps im Hintergrund wurden deutlich hübscher gemacht, dann wurden Grafikoptionen mit Auflösungen von mehr als lange nur möglichen 1.280 x 900 Pixeln hinzugefügt.

Der Kampf gegen Cheater lief dabei weiter. "Das war schwierig, weil die Bots ständig neu aufgetaucht sind", so Lindsay. Nach und nach wurden dann auch größere Änderungen umgesetzt: Im August 2013 gab es eine neue Benutzerführung und Homebase, im Dezember 2013 dann einen neuen Einstieg ins Spiel. Beides wurde nach Angaben von Lindsay von der Kundschaft sehr positiv aufgenommen.

Die Aliens bekommen ein Gesicht

Im Januar 2014 gab es dann neue Begleitcharaktere, und "die Aliens haben endlich ein Gesicht bekommen" - vorher wusste niemand, wie die Außerirdischen eigentlich aussehen. "Das war eigentlich eine kleine Sache, aber für uns und die Community hat das viel geändert", so der Producer. Weitere Schritte waren dann überarbeitete Auktionen, die das Team trotz Widerständen im Februar 2014 implementiert hat. "Es gab die Sorge, dass die Ökonomie zusammenbricht, aber dann sind nur die Preise etwas gestiegen", so Lindsay.

Alle Maßnahmen zusammen haben nach seinen Angaben dazu geführt, dass sich die Umsätze wieder auf den Stand von Anfang 2013 eingepegelt haben. Und, dass die Spieler zufrieden sind. Früher habe er sich tage- und nächtelang von wütenden Kunden im Forum beschimpfen lassen müssen. Das habe sich geändert, sagt Jonathan Lindsay: "Heute kann ich ganz friedlich durchs All sausen."



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elidor 11. Apr 2014

League of Legends ist da doch ein tolles Beispiel: Wenn man Geld investiert, sehen die...

M.Kessel 11. Apr 2014

Ja, das kann man in allen Spielen die ich kenne, auch, denn wie könnte man sonst handeln...


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