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Dark Fiber statt Bitstrom: Telekom kauft bei M-net zu Niedrigpreisen ein

Unter dem Druck eines drohenden Überbaus musste M-net der Telekom einen günstigen Zugang zur eigenen passiven Glasfaser gewähren. Der lokale Netzbetreiber warnt nun davor, dies als Blaupause zu nutzen.
/ Achim Sawall
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(Von links) Rodrigo Diehl (Telekom), Christian Scharpf, Florian Bieberbach und Maximilian Oertle (Bild: M-net)
(Von links) Rodrigo Diehl (Telekom), Christian Scharpf, Florian Bieberbach und Maximilian Oertle Bild: M-net

M-net-Chef Sören Wendler hat den Vertrag mit der Deutschen Telekom als herausfordernd bezeichnet, weil er unter Druck eingegangen worden sei. Wendler sagte Tagespiegel Background (Paywall)(öffnet im neuen Fenster): "Ich glaube, es ist bekannt, dass M-net nicht ganz freiwillig nach Bonn gefahren ist, um diesen Vertrag abzuschließen."

Die Telekom kaufe jetzt bei M-net passive Glasfaserinfrastruktur zu geringeren Kosten ein, als sie das bei einem aktiven Vorleistungsprodukt tun müsste. "Das müssen wir verkraften", erklärte Wendler.

Wenn die Telekom Bitstrom einkaufen würde, wäre die Marge für M-net akzeptabel. Für den passiven Zugang per Dark Fiber bekommt M-net deutlich weniger, stärkt aber trotzdem die Telekom, die im Netzgebiet der M-net jetzt auch FTTH anbieten und damit Kunden abwerben kann.

Wendler betonte: "Für uns ist das eine gangbare Lösung. Das kann aber keine Blaupause für Deutschland sein. Als Platzhirsch hatte M-net vorher schon eine starke Kundenbasis in München. In anderen Städten kann ein solches Modell schnell das Ende eines Netzbetreibers bedeuten."

Kritik: Telekom sandte in München ein fatales Signal

Telekom, M-net und die Münchner Stadtwerke hatten im August 2025 ihre Zusammenarbeit zur Nutzung des Glasfasernetzes vorgestellt. Erst durch den angekündigten und begonnenen Überbau und die Weigerung, das gut ausgebaute FTTB-Netz der Münchner-Stadtwerke-Tochter auf Bitstrom-Basis anzumieten, wurde die Vereinbarung von der Telekom erzwungen.

"Die Telekom sendet in München ein fatales Signal: Gewährt uns Zugang zur passiven Infrastruktur oder ihr werdet überbaut", erklärte VATM-Geschäftsführer Frederic Ufer zuvor dazu.

M-net ist der Netzbetreiber in großen bayerischen Metropolen. Der Glasfaserausbau läuft bereits seit dem Jahr 2010.

Rodrigo Diehl, im Vorstand der Telekom für das Deutschlandgeschäft verantwortlich, sagte im September 2025: "In München kombinieren wir jetzt erstmalig doppelt: Eine Kooperation mit unserem Glasfaser-Eigenausbau flankieren wir mit der kooperativen Erschließung der letzten Teilstücke im Gebäude."

Höttges: M-net hat uns "an der Nase herumgeführt"

Zuvor wurde der Streit offen und erbittert ausgetragen: Telekom-Chef Tim Höttges hatte am 10. Oktober 2024 erklärt, der lokale Netzbetreiber habe die Telekom vier Jahre lang "an der Nase herumgeführt", um den Glasfaserausbau der Telekom in der Münchener Innenstadt zu verhindern. Man habe verabredet, erklärte Höttges, dass M-net Zugang auf die Telekom-Infrastruktur im außerstädtischen Bereich Münchens bekomme, während die Telekom auf Wholesale-Basis reziprok den Zugang auf das M-net-Netz im Stadtkernbereich erhalte. "Dann haben wir vier Jahre verhandelt mit der M-net, um dann zu lernen, dass die nie ein Interesse hatten, uns ihre Infrastruktur zur Verfügung zu stellen", betonte Höttges.


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