Daniel Stenberg: HTTP/2 verbreitet sich schnell
Abhängig von der konkreten Umsetzung könnte der Anteil der Web-Verbindungen, die HTTP/2 verwenden, Ende dieses Jahres bei weit über 10 Prozent liegen, vermutet der Curl-Entwickler und Mozilla-Angestellte Daniel Stenberg in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) . Möglich seien gar bis zu 30 Prozent Anteil. Im Jahr 2016 würden die von den Browsern ausgehenden HTTP-Anfragen zudem mehrheitlich die neue Protokollversion einsetzen.
Stenberg stützt seine Aussage auf ihm zur Verfügung stehende Daten(öffnet im neuen Fenster) zur Umsetzung von HTTP/2. So sei die neue Version bereits Ende Januar für 5 Prozent der Verbindungen des Chrome-Browsers genutzt worden. Anfang Februar dieses Jahres habe Mozilla die Verwendungsrate gar bei 9 Prozent der Firefox-Nutzer gemessen, die ihre Telemetrie-Daten bereitstellen.
Infrastruktur als kritische Komponente
Zweifel daran, dass die Browser dieser Prognose gerecht werden, hat Stenberg kaum. So nutzten Firefox und Chrome bereits HTTP/2. Microsoft hat die Unterstützung bereits in Vorschauversionen gezeigt. Dementsprechend werde Ende 2015 die Mehrheit der Browser-Nutzer das neue Protokoll verwenden können.
Die tatsächliche Benutzung hängt aber sehr stark von der Implementierung bei den Servern ab. Doch auch die am meisten verwendeten Webserver würden noch in diesem Jahr HTTP/2 implementieren, dies sei in Vorbereitung und angekündigt. Das gelte auch für Proxys wie Squid. Selbst Varnish(öffnet im neuen Fenster) werde die Protokollversion bei großer Verbreitung wohl umsetzen, auch wenn der Varnish-Autor, Poul-Henning Kamp, HTTP/2 stark kritisiert .
Auch Dienstleister wie die Betreiber von Content-Delivery-Networks, zum Beispiel Akamai und Cloudflare, haben öffentliche Unterstützung angekündigt. Amazon hat sich jedoch bisher nicht dazu geäußert. Webseitenbetreiber mit vielen Aufrufen wie Google oder Twitter verwenden das Protokoll bereits, für eine große Marktverbreitung müssten aber weitere wie Facebook und Yahoo folgen.
Damit aber auch private Betreiber mit geringem Budget auf HTTP/2 wechseln könnten, werde die Initiative Let's Encrypt kostenlose TLS-Zertifikate zur Verfügung stellen. Zwar ist die Verschlüsselung von HTTP/2 nicht im Standard vorgesehen, doch Stenberg nimmt an , dass Chrome und Firefox die Verschlüsselung dennoch faktisch erzwingen.
HTTP/1.1 werde aber auch langfristig nicht völlig verschwinden. Ein niedriger zweistelliger Prozentanteil der Internetseiten werde aus unterschiedlichen Gründen auch noch in vielen Jahren das alte Protokoll verwenden, glaubt Stenberg.
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.