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Daniel Domscheit-Berg: Wikileaks-Mitbegründer ist ein Pirat

Der frühere Sprecher von Wikileaks , Daniel Domscheit-Berg , ist der Piratenpartei beigetreten – seine Frau Anke sagt, sie habe ihn mitgenommen.
/ Achim Sawall
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Daniel Domscheit-Berg (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Daniel Domscheit-Berg Bild: Sean Gallup/Getty Images

"Habe gerade eine schwerwiegende Entscheidung getroffen" , twitterte(öffnet im neuen Fenster) die IT-Unternehmensberaterin und Netzaktivistin Anke Domscheit-Berg. Auf Nachfrage schob sie hinterher, ihren Mann, den früheren Wikileaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg, habe sie gleich mitgenommen. "Wir haben sogar schon den Jahresbeitrag überwiesen" .

Bei den Piraten gebe es zu wenige Frauen, die Kultur gefalle ihr nicht, daher sei sie von den Piraten aufgefordert worden: "Dann komm und hilf sie zu ändern!" , erzählt die frühere Microsoft-Managerin für Government Relations. Viele Außenstehende hätten sowieso schon lange angenommen, dass sie Piratin sei.

Daniel Domscheit-Berg hat 2005 ein Informatikstudium abgeschlossen und arbeitete danach bei EDS als Netzwerkingenieur. Seit 2007 betrieb er zusammen mit Julian Assange hauptberuflich die Enthüllungsplattform Wikileaks. Im September 2010 verließ er im Streit mit Assange Wikileaks. Die Plattform stand zu der Zeit wegen Enthüllungen über mutmaßliche US-Kriegsverbrechen unter starkem Druck. Das hinderte Daniel Domscheit-Berg nicht daran, ein Buch über seine Zeit bei Wikileaks mit dem Titel: "Inside Wikileaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt" zu veröffentlichen. Im Dezember 2010 startete er zusammen mit anderen die Whistleblower-Plattform Openleaks.

Im August 2011 wurde bekannt, dass Daniel Domscheit-Berg im Streit sogar 3.500 bisher unveröffentlichte Wikileaks-Dokumente endgültig zerstört habe , darunter brisantes Material über 20 rechte Organisationen. Domscheit-Berg begründete die Datenlöschung mit dem Schutz der Quellen. Wikileaks könne deren Sicherheit nicht gewährleisten. Diese Begründung wirkte jedoch vorgeschoben. Wikileaks hatte stets erklärt, dass die Systeme so eingerichtet seien, dass Daten anonym übertragen werden und dass auch die Organisation selbst nicht herausfinden kann, wer sie hochgeladen habe.


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