Dampfreformierung mit Erdgas dominiert die Wasserstoffproduktion

Jedoch spielen die Elektrolyse und andere klimafreundliche Verfahren bislang mengenmäßig nahezu keine Rolle bei der Wasserstoffherstellung. Das zurzeit dominierende Verfahren ist die bereits erwähnte Dampfreformierung von Methan aus Erdgas. Dazu kommt ein nicht unerheblicher Teil, der mit Hilfe von Kohle gewonnen wird, sowie kleinere Mengen, die in der Ölindustrie und in der Chlorchemie als Nebenprodukt entstehen.

Stellenmarkt
  1. BI-Manager (w/m/d)
    VGH Versicherungen, Hannover
  2. Mitarbeiter (m/w/d) - Planung und Betrieb des Kommunikationsnetzes
    Universität Hamburg, Hamburg
Detailsuche

Bei der Dampfreformierung wird Methan - der Hauptbestandteil von fossilem Erdgas - aufgespalten. Dabei entsteht zunächst ein Gasgemisch von Kohlenmonixid und Wasserstoff. In einem zweiten Schritt, der als Wassergas-Shift-Reaktion bezeichnet wird, reagiert das Kohlenmonoxid mit Wasser zu Kohlendioxid und Wasserstoff.

Größere Produktionsanlagen mittels Dampfreformierung gibt es in Deutschland etwa bei den Stickstoffwerken Piesteritz in Wittenberg oder bei BASF in Ludwigshafen.

Wasserstoffwirtschaft für 2 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich

Die Wasserstoffindustrie ist laut Zahlen der Internationalen Energieagentur alleine für etwa 830 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich verantwortlich. Das sind etwa 2 Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen.

Golem Akademie
  1. Jira für Systemadministratoren: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    24.–25. Januar 2022, virtuell
  2. Apache Kafka Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    21.–22. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Zu den Kohlendioxid-Emissionen kommen noch Emissionen von Methan, das selbst ein starkes Treibhausgas ist und bei der Erdgas-Förderung und -Verarbeitung unweigerlich in gewissen Mengen entweicht. Wie hoch diese sind, hängt stark von den Förderbedingungen und der Infrastruktur ab.

Wasserstoff in der Fahrzeugtechnik: Erzeugung, Speicherung, Anwendung (ATZ/MTZ-Fachbuch)

Wenn Wasserstoff von einem Problem zu einer Lösung in der Klimakrise werden soll, müssen Dampfreformer und andere fossile Produktionsanlagen von Wasserstoff in absehbarer Zeit stillgelegt werden. Dass trotzdem noch neue fossile Wasserstoffproduktionskapazitäten gebaut werden, überrascht daher. Die Linde AG, die in Leuna einen neuen Dampfreformer baut, hat eine Anfrage von Golem.de nicht beantwortet.

Nachtrag vom 2. August 2021, 12:03 Uhr

Die Firma Linde hat inzwischen angekündigt, dass die Pläne für den Bau des im Artikel erwähnten Dampfreformers in Leuna aufgegeben wurden. Zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung war das noch nicht bekannt.

Woher kommt der Wasserstoff? In einer Artikelserie gehen wir der Frage nach, wie Wasserstoff heute und in Zukunft produziert wird. Gerne versuchen wir auch, Fragen unserer Leser zu beantworten, bitte stellt diese im Forum oder wendet euch per E-Mail an den Autor.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Dampfreformierung: Die fossile Wasserstoffindustrie
  1.  
  2. 1
  3. 2


BlindSeer 05. Aug 2021

Ja, die deutsche Politik hat die Industrie "verzogen". Wie bei einem Kind das immer etwas...

GangnamStyle 18. Dez 2020

Dickwandiger Druckbehälter nicht heute nicht mehr nötig. Für Wasserstofftanks werden...

GangnamStyle 18. Dez 2020

So läuft aber der Kapitalismus nicht. Es setzt sich ein Verfahren durch, was günstiger...

hab (Golem.de) 17. Dez 2020

Berechtigte Frage. Hier findet man eine Liste von 2017, da sind beide Ableger der Linde...

senf.dazu 17. Dez 2020

Neben der Wasserstoffproduktion durch Elektrolyse gibt's aber auch die Alternative den...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Fernwartung
Der Kundenansturm, der Teamviewer nicht gut getan hat

Wie schätzt man die weitere Geschäftsentwicklung ein, wenn die Kunden in der Pandemie plötzlich Panikkäufe machen? Das gelang bei Teamviewer nicht.
Ein Bericht von Achim Sawall

Fernwartung: Der Kundenansturm, der Teamviewer nicht gut getan hat
Artikel
  1. Netzneutralität: Google und Meta verteidigen sich gegen Telekom-Vorwürfe
    Netzneutralität
    Google und Meta verteidigen sich gegen Telekom-Vorwürfe

    Die beiden großen Internetkonzerne Google und Meta verweisen im Gespräch mit Golem.de auf ihren Beitrag zur weltweiten Infrastruktur wie Seekabel und Connectivity.

  2. Pluton in Windows 11: Lenovo will Microsofts Sicherheitschip nicht aktivieren
    Pluton in Windows 11
    Lenovo will Microsofts Sicherheitschip nicht aktivieren

    Die neuen Windows-11-Laptops kommen mit dem Chip Pluton. Lenovo will diesen aber noch nicht selbst aktivieren.

  3. Probefahrt mit BMW-Roller CE 04: Beam me up, BMW
    Probefahrt mit BMW-Roller CE 04
    Beam me up, BMW

    Mit futuristischem Design und elektrischem Antrieb hat BMW ein völlig neues Fahrzeug für den urbanen Bereich entwickelt.
    Ein Bericht von Peter Ilg

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3070 989€ • The A500 Mini Retro-Konsole mit 25 Amiga-Spielen vorbestellbar 189,90€ • RX 6800 16GB 1.129€ • Intel Core i9 3.7 459,50€ Ghz • WD Black 1TB inkl. Kühlkörper PS5-kompatibel 189,99€ • Switch: 3 für 2 Aktion • RX 6700 12GB 869€ • MindStar (u.a. 1TB SSD 69€) [Werbung]
    •  /