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DAL: AMDs Linux-Treiber profitiert von Windows

Ein großer Teil des Codes im neuen Linux-Treiber von AMD wird auch unter Windows genutzt. Das sei von Anfang an so geplant gewesen, erklärt Entwickler Harry Wentland. Die Neuentwicklung ist auch der Grund für das Ende von Catalyst unter Linux.
/ Sebastian Grüner
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Der AMD DAL-Treiber ist auf Linux ausgelegt. (Bild: AMD)
Der AMD DAL-Treiber ist auf Linux ausgelegt. Bild: AMD

Auf der Grundlage des neuen einheitlichen Linux-Treibers AMDGPU erstellt das zuständige Team des Herstellers AMD mit DAL (Display Abstraction Layer) Code, der moderne Anforderungen auch von Spielen erfüllt. Er soll Ansprüchen etwa durch HDMI 2.0, Freesync, oder Multi Stream Transport (MST) für Display Port genügen. Auf der X.org Developers Conference ( XDC(öffnet im neuen Fenster) ) hat der AMD-Angestellte Harry Wentland erklärt, dass Version 3 des DAL bei AMD seit dem Beginn der Neuentwicklung im Jahr 2015 mit Blick auf die Linux-Unterstützung entstanden sei. Das gehe sogar so weit, dass das Team Funktionen aus Linux auf ihren Windows-Treiber portieren könne, um die darüber liegende Schicht einheitlich zu halten.

Aus diesem Vorgehen ergeben sich für das Team laut Wentland einige Vorteile. Denn so können große Teile des Codes einfacher plattformübergreifend genutzt werden. Das Design , das DAL3 zugrunde liegt, trennt zudem zwischen Hardware-spezifischen Funktionen (Display Core) und plattformspezifischen Methoden. Für das Team folgt daraus, dass von der vergleichsweise viel größeren Nutzerbasis unter Windows letztlich auch direkt der Linux-Treiber profitiert. Das gelte insbesondere für die vielen verschiedenen Display-Konfigurationen, die sich in Auflösung, Bildwiederholrate, Verbindung oder der Anzahl der angeschlossenen Ausgabegeräte unterscheiden können.

Darüber hinaus sei DAL3 erstellt worden, um auf moderne Konzepte im Grafikbereich reagieren zu können. Dazu gehören neben den eingangs erwähnten Techniken auch die dynamische Anpassung der Bildwiederholraten, die Komprimierung auf der GPU oder ein großer Gamut(öffnet im neuen Fenster) sowie die Unterstützung für HDR. Letztlich könne mit dem Code auch besser auf neue Entwicklungen der Industrie reagiert werden.

Neu an DAL3 ist auch, dass es sich dabei um Kernel-Code mit der erwähnten nativen Linux-Unterstützung handele, die darauf ausgelegt sei, neue Chip-Generation von AMD so früh wie möglich zu unterstützen. Die Vorversion DAL2, welche für Catalyst genutzt worden ist, war hingegen Userspace-Code, der zunächst nur für Windows entstanden ist und erst anschließend auf Linux portiert wurde. Dies erklärt letztlich auch, warum AMD den proprietären Catalyst-Treiber unter Linux aufgegeben hat.

Zusammenarbeit mit der gesamten Community

Aufgrund der vielen AMD-spezifischen Abstraktionen in dem DAL-Code ist dieser noch nicht in den Hauptentwicklungszweig des Linux-Kernel aufgenommen worden, sondern wird als Open-Source-Code in einem eigenständigen Zweig von AMD gepflegt und als DKMS-Modul als Teil des AMDGPU-Pro-Treibers vertrieben. Die Aufnahme in den Linux-Kernel hängt davon ab, ob Bestandteile, die theoretisch auch von anderen Grafiktreiber wiederverwendet werden könnten, so umgestaltet werden können, dass dies auch tatsächlich praktisch möglich ist.

Wentland betont am Ende seines Vortrages, dass AMD und sein Team gewillt seien, weiterhin aktiv Linux zu unterstützen und dafür mit der Community zusammenzuarbeiten - auch wenn dies aufgrund firmeninterner Regelungen nicht immer so möglich sei wie vielleicht gewünscht. Außerdem will das Team seine Erfahrungen auch aus anderen Bereichen seiner Arbeit teilen, etwa aus den Diskussionen in Standardisierungsgremien der Industrie. Auch davon dürften alle anderen Treiber profitieren.


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