Abo
  • IT-Karriere:

DAL: AMDs Linux-Treiber profitiert von Windows

Ein großer Teil des Codes im neuen Linux-Treiber von AMD wird auch unter Windows genutzt. Das sei von Anfang an so geplant gewesen, erklärt Entwickler Harry Wentland. Die Neuentwicklung ist auch der Grund für das Ende von Catalyst unter Linux.

Artikel veröffentlicht am ,
Der AMD DAL-Treiber ist auf Linux ausgelegt.
Der AMD DAL-Treiber ist auf Linux ausgelegt. (Bild: AMD)

Auf der Grundlage des neuen einheitlichen Linux-Treibers AMDGPU erstellt das zuständige Team des Herstellers AMD mit DAL (Display Abstraction Layer) Code, der moderne Anforderungen auch von Spielen erfüllt. Er soll Ansprüchen etwa durch HDMI 2.0, Freesync, oder Multi Stream Transport (MST) für Display Port genügen. Auf der X.org Developers Conference (XDC) hat der AMD-Angestellte Harry Wentland erklärt, dass Version 3 des DAL bei AMD seit dem Beginn der Neuentwicklung im Jahr 2015 mit Blick auf die Linux-Unterstützung entstanden sei. Das gehe sogar so weit, dass das Team Funktionen aus Linux auf ihren Windows-Treiber portieren könne, um die darüber liegende Schicht einheitlich zu halten.

Stellenmarkt
  1. Vossloh AG, Werdohl
  2. ASCon Systems GmbH, Stuttgart

Aus diesem Vorgehen ergeben sich für das Team laut Wentland einige Vorteile. Denn so können große Teile des Codes einfacher plattformübergreifend genutzt werden. Das Design , das DAL3 zugrunde liegt, trennt zudem zwischen Hardware-spezifischen Funktionen (Display Core) und plattformspezifischen Methoden. Für das Team folgt daraus, dass von der vergleichsweise viel größeren Nutzerbasis unter Windows letztlich auch direkt der Linux-Treiber profitiert. Das gelte insbesondere für die vielen verschiedenen Display-Konfigurationen, die sich in Auflösung, Bildwiederholrate, Verbindung oder der Anzahl der angeschlossenen Ausgabegeräte unterscheiden können.

Darüber hinaus sei DAL3 erstellt worden, um auf moderne Konzepte im Grafikbereich reagieren zu können. Dazu gehören neben den eingangs erwähnten Techniken auch die dynamische Anpassung der Bildwiederholraten, die Komprimierung auf der GPU oder ein großer Gamut sowie die Unterstützung für HDR. Letztlich könne mit dem Code auch besser auf neue Entwicklungen der Industrie reagiert werden.

Neu an DAL3 ist auch, dass es sich dabei um Kernel-Code mit der erwähnten nativen Linux-Unterstützung handele, die darauf ausgelegt sei, neue Chip-Generation von AMD so früh wie möglich zu unterstützen. Die Vorversion DAL2, welche für Catalyst genutzt worden ist, war hingegen Userspace-Code, der zunächst nur für Windows entstanden ist und erst anschließend auf Linux portiert wurde. Dies erklärt letztlich auch, warum AMD den proprietären Catalyst-Treiber unter Linux aufgegeben hat.

Zusammenarbeit mit der gesamten Community

Aufgrund der vielen AMD-spezifischen Abstraktionen in dem DAL-Code ist dieser noch nicht in den Hauptentwicklungszweig des Linux-Kernel aufgenommen worden, sondern wird als Open-Source-Code in einem eigenständigen Zweig von AMD gepflegt und als DKMS-Modul als Teil des AMDGPU-Pro-Treibers vertrieben. Die Aufnahme in den Linux-Kernel hängt davon ab, ob Bestandteile, die theoretisch auch von anderen Grafiktreiber wiederverwendet werden könnten, so umgestaltet werden können, dass dies auch tatsächlich praktisch möglich ist.

Wentland betont am Ende seines Vortrages, dass AMD und sein Team gewillt seien, weiterhin aktiv Linux zu unterstützen und dafür mit der Community zusammenzuarbeiten - auch wenn dies aufgrund firmeninterner Regelungen nicht immer so möglich sei wie vielleicht gewünscht. Außerdem will das Team seine Erfahrungen auch aus anderen Bereichen seiner Arbeit teilen, etwa aus den Diskussionen in Standardisierungsgremien der Industrie. Auch davon dürften alle anderen Treiber profitieren.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

cpt.dirk 28. Sep 2016

Meinst du mit "modesetting" die 2D-Performance im Vergleich zu "amdgpu"? Und weshalb...

gaciju 26. Sep 2016

7970 (Tahiti) ist erste Generation GCN, also 1.0 wenn du so willst. Unterstuetzung...

gaciju 25. Sep 2016

Wieso koennen sie nicht DRI/DRM auf "normaler" Weise um die fehlenden Funktionen...


Folgen Sie uns
       


Möve Franklin E-Fly Komfort Pedelec - Test

Ein Pedelec, zwei Technologien: geht das gut?

Möve Franklin E-Fly Komfort Pedelec - Test Video aufrufen
Serielle Hybride: Unterschätzte Zwischenlösung oder längst überholt?
Serielle Hybride
Unterschätzte Zwischenlösung oder längst überholt?

Die reine E-Mobilität kommt nicht so schnell voran, wie es Klimaziele und Luftreinhaltepläne erfordern. Doch viele Fahrzeughersteller stellen derweil eine vergleichsweise simple Technologie auf die Räder, die für eine Zukunft ohne fossile Kraftstoffe Erkenntnisse liefern kann.
Von Mattias Schlenker

  1. ADAC Keyless-Go bietet Autofahrern keine Sicherheit
  2. Gesetzentwurf beschlossen Regierung verlängert Steuervorteile für Elektroautos
  3. Cabrio Renault R4 Plein Air als Elektro-Retroauto

E-Auto: Byton zeigt die Produktionsversion des M-Byte
E-Auto
Byton zeigt die Produktionsversion des M-Byte

IAA 2019 Die Premiere von Byton in Frankfurt ist überraschend. Da der M-Byte im kommenden Jahr in China startet, ist die Vorstellung des produktionsreifen Elektroautos in Deutschland etwas Besonderes.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. IAA 2019 PS-Wahn statt Visionen

Ryzen 7 3800X im Test: Der schluckt zu viel
Ryzen 7 3800X im Test
"Der schluckt zu viel"

Minimal mehr Takt, vor allem aber ein höheres Power-Budget für gestiegene Frequenzen unter Last: Das war unsere Vorstellung vor dem Test des Ryzen 7 3800X. Doch die Achtkern-CPU überrascht negativ, weil AMD es beim günstigeren 3700X bereits ziemlich gut meinte.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Agesa 1003abba Microcode-Update taktet Ryzen 3000 um 50 MHz höher
  2. Agesa 1003abb Viele ältere Platinen erhalten aktuelles UEFI für Ryzen 3000
  3. Ryzen 5 3400G und Ryzen 3 3200G im Test Picasso passt

    •  /