Abo
  • Services:

Daimler-Sicherheitschef: Selbstfahrende Autos sollen zuerst Insassen retten

In der Debatte über die Ethik autonomer Autos prescht Daimler vor. Die Sicherheit der Fahrzeugsinsassen solle im Zweifel zuerst geschützt werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Im Idealfall hält der autonome Mercedes F015 vor Fußgängern und projiziert sogar einen Zebrastreifen auf die Fahrbahn.
Im Idealfall hält der autonome Mercedes F015 vor Fußgängern und projiziert sogar einen Zebrastreifen auf die Fahrbahn. (Bild: Daimler)

In der Debatte über "ethische Entscheidungen" selbstfahrender Autos will Daimler dem Schutz von Fahrzeuginsassen eine höhere Priorität beimessen. "Wenn man das Leben zumindest einer Person retten kann, rettet man wenigstens das eine: das in dem Auto", sagte der Abteilungsleiter Aktive Sicherheit von Daimler, Christoph von Hugo, der US-Website Caranddriver.com auf dem Pariser Autosalon. Wenn man sichergehen könne, einen Verkehrstoten zu verhindern, habe das die höchste Priorität, fügte Hugo hinzu.

Stellenmarkt
  1. Ultima (Deutschland) GmbH, Münster
  2. Continental AG, Frankfurt am Main, Wolfsburg

Ende September hatte sich in Berlin erstmals die von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eingesetzte Ethik-Kommission zum automatisierten Fahren getroffen. Das Gremium unter dem Vorsitz des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Udo Di Fabio soll Leitlinien für die Programmierung automatisierter Fahrsysteme entwickeln. Di Fabio forderte nach dem Treffen: "Automatisierte Fahrsysteme müssen sich in eine Rechtsordnung einfügen, die den Menschen in seiner körperlichen Integrität und als selbstbestimmte Persönlichkeit in den Mittelpunkt stellt."

Ausweichen oder vollbremsen

Bislang antworten die Autohersteller eher ausweichend auf die Frage, wie sich die autonomen Autos in sogenannten Dilemma-Situationen verhalten sollen. Beispielsweise: Soll das Fahrzeug eher in eine Fußgängergruppe fahren oder in den Gegenverkehr ausweichen? Derzeit stünden Unfallvermeidung und eine generelle Schadensminimierung im Vordergrund, teilten jüngst die deutschen Hersteller Daimler, Audi, BMW und Volkswagen mit. Die Strategien zur Unfallvermeidung konzentrierten sich generell auf "sichere Ausweichmanöver". Sei dies nicht möglich, solle das Auto versuchen, "die Fahrgeschwindigkeit in der Fahrspur maximal zu reduzieren", sagte Daimler.

Eine solche Vollbremsung hält Hugo demnach auch für am sinnvollsten, wenn ein Auto beispielsweise auf eine Kindergruppe zufährt und kein sicheres Ausweichen möglich ist. "Man könnte das Auto opfern. Aber dann weiß man immer noch nicht, was mit den Menschen passiert, die man ursprünglich gerettet hat, da solche Situationen oft sehr komplex sind. Daher rettet man die, von denen man weiß, dass man sie retten kann", sagte Hugo. Das heißt, durch ein unkontrolliertes Ausweichmanöver oder eine Kollision mit einem Hindernis in unmittelbarer Nähe könnten die Menschen, denen ausgewichen wurde, nachträglich doch noch verletzt oder getötet werden.

Autos sollen Dilemma-Situationen vermeiden

Hugo hält die ethische Diskussion allerdings für weit weniger relevant als viele Menschen heute glaubten. "Das wird viel seltener passieren", sagte der Daimler-Manager und fügte hinzu: "99 Prozent der Entwicklungsarbeit besteht darin, zu verhindern, dass solche Situationen überhaupt auftreten. Wir arbeiten daran, dass unsere Autos überhaupt nicht erst in solche Situationen geraten und potenzielle Situationen vermeiden, in denen solche Entscheidungen getroffen werden müssen."

Mit seinen Überlegungen entspricht Hugo wohl auch den Erwartungen der meisten potenziellen Autokäufer. Die Menschen finden "ethische Autos" zwar prinzipiell gut, wollen im Zweifel aber lieber in einem Auto fahren, das vor allem seine Insassen schützt. "Die Leute wollen Autos, die sie selbst und ihre Mitfahrer um jeden Preis schützen. Sie finden es toll, wenn alle anderen ethische Autos fahren, aber sie wollen solch ein Auto ganz bestimmt nicht für ihre Familie", sagte der MIT-Professor Iyad Rahwan nach einer entsprechenden Umfrage. Derzeit sei kein einfacher Weg erkennbar, Algorithmen zu programmieren, die moralische Werte und persönliche Eigeninteressen miteinander verbinden könnten.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 103,03€ für Prime-Mitglieder (aktuell günstigste M.2-SSD mit 512 GB)
  2. 139,90€ + 5,99€ Versand (Vergleichspreis 172,73€)
  3. 69,90€ + 3,99€ Versand (Bestpreis!)
  4. (u. a. Gear S3 Frontier für 209€ und Galaxy S8+ für 469€ - Bestpreise!)

Dwalinn 12. Okt 2016

Nur das ich nicht glaube das jemand gezielt in eine Gruppe Menschen Lenkt. Er hat...

Dwalinn 12. Okt 2016

Uhhhh bitte mit Sonderausstattung Spikes an den Rädern

highfive 12. Okt 2016

Wie auch schon bei dem anderen Beitrag geantwortet: So ein System wird töten, so lang...

highfive 12. Okt 2016

Deine Darstellung kann ich verneinen. Der BMW mit dem Lenkproblem war immer in der...

pel3 12. Okt 2016

Genau die Problematik meine ich. Wieso sollte ein Auto wenn 3 Kinder auf die Fahrbahn...


Folgen Sie uns
       


Galaxy Note 9 - Test

Das Galaxy Note 9 von Samsung bietet neben dem S Pen nur sehr wenige Unterschiede zum Galaxy S9+. Samsung sollte sich überlegen, wie sich die Note-Reihe in Zukunft wieder etwas interessanter gestalten lässt.

Galaxy Note 9 - Test Video aufrufen
Always Connected PCs im Test: Das kann Windows 10 on Snapdragon
Always Connected PCs im Test
Das kann Windows 10 on Snapdragon

Noch keine Konkurrenz für x86-Notebooks: Die Convertibles mit Snapdragon-Chip und Windows 10 on ARM sind flott, haben LTE integriert und eine extrem lange Akkulaufzeit. Der App- und der Treiber-Support ist im Alltag teils ein Manko, aber nur eins der bisherigen Geräte überzeugt uns.
Ein Test von Marc Sauter und Oliver Nickel

  1. Miix 630 Lenovos ARM-Detachable kostet 1.000 Euro
  2. Qualcomm "Wir entwickeln dediziertes Silizium für Laptops"
  3. Windows 10 on ARM Microsoft plant 64-Bit-Support ab Mai 2018

Smartphone von Gigaset: Made in Bocholt
Smartphone von Gigaset
Made in Bocholt

Gigaset baut sein Smartphone GS185 in Bocholt - und verpasst dem Gerät trotz kompletter Anlieferung von Teilen aus China das Label "Made in Germany". Der Fokus auf die Region ist aber vorhanden, eine erweiterte Fertigung durchaus eine Option. Wir haben uns das Werk angeschaut.
Ein Bericht von Tobias Költzsch

  1. Bocholt Gigaset baut Smartphone in Deutschland

Razer Huntsman im Test: Rattern mit Infrarot
Razer Huntsman im Test
Rattern mit Infrarot

Razers neue Gaming-Tastatur heißt Huntsman, eine klare Andeutung, für welchen Einsatzzweck sie sich eignen soll. Die neuen optomechanischen Switches reagieren schnell und leichtgängig - der Geräuschpegel dürfte für viele Nutzer aber gewöhnungsbedürftig sein.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Huntsman Razer präsentiert Tastatur mit opto-mechanischen Switches
  2. Razer Abyssus Essential Symmetrische Gaming-Maus für Einsteiger
  3. Razer Nommo Chroma im Test Blinkt viel, klingt weniger

    •  /