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Daimler findet genug Fachkräfte - außer Security-Experten

Golem.de: Mit welchen Tools bewerten Sie den Projektfortschritt, die Teamkommunikation und den Code?

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Brecht: Ich habe gute Erfahrung mit der Messung von First Time Right - also fehlerfreiem Code in der ersten Auslieferung. Das gilt für interne wie externe Softwareentwicklung. Dieser Key-Performance-Indicator verbessert Geschwindigkeit und Qualität gleichermaßen.

Golem.de: Welche Qualitäten sind Ihnen bei IT-Mitarbeitern besonders wichtig? Was wäre für Sie ein K.O.-Kriterium bei einem Bewerber oder einer Bewerberin?

Brecht: Neben der fachlichen Qualifikation möchte ich verstehen, wie jemand ein wirklich großes Problem erfolgreich gelöst hat - und zwar im Detail. Und ich möchte verstehen, wie die Person mit einem beruflichen Fehlschlag umgegangen ist. Arroganz ist ein K.o.-Kriterium.

Golem.de: Neben Geld - was ist es, das IT-Mitarbeiter von ihrem Arbeitsplatz und Arbeitgeber bei Daimler am meisten erwarten?

Brecht: An spannenden und großen Fragestellungen zu arbeiten, ist ein absoluter Treiber für IT-Mitarbeiter. Darüber hinaus sind auch eine starke Entwickler-Community und agile Karrierepfade und Fachkarrieren wichtig. Ein Entwickler benötigt zudem ein entsprechendes technisches Set-up, in dem er sich entfalten kann.

Golem.de: Sie sagten einmal in einem Interview, die Grundlage der neuen Mobilität seien Daten und Sie bräuchten daher dringend Data Scientists, die diese Daten verstehen. Ist das der einzige Bereich, wo Sie Fachkräfte brauchen? Oder anders gefragt: Gibt es den Fachkräftemangel, wenn es nach Ihren Erfahrungen bei Daimler geht?

Brecht: In Europa finden wir meistens die Fachkräfte, die wir suchen. In Nordamerika ebenfalls, allerdings für deutlich höhere Gehälter. In China ist das allgemein schwierig. Eine Besonderheit sind gute Security-Experten - die sind überall schwer zu finden.

Golem.de: Welches technische oder rechtliche Problem aus ihrem Berufsalltag würden Sie lösen, wenn Sie einen magischen Wunsch frei hätten?

Brecht: Das Dilemma zwischen dem Schutz persönlicher Daten und dem Nutzen aus diesen Daten. Auch persönlich müssen wir uns mehrmals täglich entscheiden, ob wir unsere persönlichen Daten für erhöhten Komfort freigeben oder eher schützen wollen.

Golem.de: Sind die relativ strengen Datenschutzgesetze der EU eher ein Fluch oder ein Segen für deutsche Unternehmen wie Daimler, die zunehmend datengestützt arbeiten?

Brecht: Die Notwendigkeit ist klar und liegt in unser aller Interesse: Die persönlichen Daten müssen geschützt werden. Dass das eigentlich für die direkte Umsetzung gedachte europäische Recht allerdings in Deutschland sowohl auf Bundes- und dann auch noch auf Landesebene interpretiert wird, halte ich hingegen für weniger hilfreich.

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"Der Wert von Daten liegt für uns nicht im Verkauf, sondern in der Nutzung"

Golem.de: Wie genau bestimmen Daten die Zukunft Daimlers und an was arbeiten Sie konkret?

Brecht: Für uns liegt der Wert von Daten nicht darin, sie zu verkaufen, sondern sie zu nutzen, um unsere bestehenden und neuen Geschäftsmodelle voranzutreiben. Dazu drei Beispiele: Wir können Kunden auf Basis ihrer Daten - auch aus dem Fahrzeug - vorausschauend Wartungsangebote machen, etwa bei abgefahrenen Bremsbelägen. Des Weiteren sind Daten natürlich die Basis des autonomen Fahrens. Und sie tragen signifikant zur Effizienz im Unternehmen bei, etwa bei einer Echtzeitsteuerung der Produktionsflüsse.

Golem.de: Können Sie hier noch ein konkretes Beispiel nennen?

Brecht: Ein gutes Beispiel ist unser digitales Ökosystem für die Produktion, MO360, das wir 2020 eingeführt haben: Es umfasst eine Familie von Softwareapplikationen, die durch gemeinsame Schnittstellen und einheitliche Benutzeroberflächen verbunden sind und mit Echtzeitdaten die weltweite Fahrzeugproduktion von Mercedes-Benz Cars unterstützen.

Golem.de: Zum Schluss bitte ich Sie noch um ein paar ganz schnelle Antworten. Denken Sie nicht lange nach, schießen Sie einfach los!

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 Daimler-CIO Jan Brecht: "Arroganz ist ein K.o.-Kriterium!"Windows oder Linux? Android oder iOS? 
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wiseboar 10. Apr 2021 / Themenstart

"Naja, ähm, wir haben da so ein Pilot-Programm mit 3 Fahrzeugen, jedes davon mit 28...

jmaass 10. Apr 2021 / Themenstart

"Was ich mir erhalten konnte, ist die Möglichkeit, nach maximal drei Fragen auch alle...

quineloe 09. Apr 2021 / Themenstart

Meinst du? Hochbezahlte Vorstände sehen das aber ganz anders.

Clown 09. Apr 2021 / Themenstart

Wenn Dir lieber jemand eine halbe Stunde *alles* erklärt, statt nur das Wesentliche...

derFloy 07. Apr 2021 / Themenstart

Leider trifft das meistens nur auf die Hersteller selbst aber selten auf die Zulieferer...

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