Dailymotion: Wenn das Admin-Passwort auf Github landet

Die französische Aufsichtsbehörde für den Datenschutz CNIL hat der Videoplattform Dailymotion die Zahlung eines Bußgelds in Höhe von 50.000 Euro auferlegt. Grund ist der Hack von 82,5 Millionen E-Mail-Adressen und 18,3 Millionen Passwörtern durch unbekannte Täter im Jahr 2016.
Wie die Behörde am Donnerstag auf Ihrer Webseite bekannt gab(öffnet im neuen Fenster) , konnten die Hacker in eine Datenbank von Dailymotion eindringen, weil sie die Zugangsdaten eines Datenbank-Admins im Github-Repository des Unternehmens(öffnet im neuen Fenster) gefunden hatten. Anschließend hätten sie eine Sicherheitslücke auf der Plattform ausgenutzt, die sie im auf Github veröffentlichten Quellcode gefunden hatten. Außerdem kritisiert die CNIL, dass es bei Dailymotion möglich gewesen sei, sich von außen ohne ein VPN mit dem internen Firmennetz zu verbinden.
Pflicht verletzt trotz Hashing
Früheren Berichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) waren die Passwörter mit der Hash-Funktion Bcrypt verschlüsselt. Das mache den Missbrauch der Daten zwar nicht unmöglich, erschwere ihn je nach Stärke der Passwörter aber zumindest. Dailymotion riet seinen Nutzern(öffnet im neuen Fenster) damals daher "sehr" , ihre Passwörter zu ändern.
Die CNIL habe das Bußgeld ausgesprochen, weil "das Unternehmen seiner Verpflichtung zur Absicherung der persönlichen Daten nicht nachgekommen ist" , heißt es in der Mitteilung der Behörde. Der Angriff wäre zudem nicht erfolgreich gewesen, wenn Dailymotion "elementare Maßnahmen im Bereich der Sicherheit" ergriffen hätte. Da es sich bei den exponierten Daten lediglich um E-Mail-Adressen und verschlüsselte Passwörter handelte, fällt die Strafe wohl dennoch relativ niedrig aus. Maximal hätte die CNIL ein Bußgeld in Höhe von 3 Millionen Euro verhängen können. Seit Inkrafttreten der europäischen Datenschutz-Grundverordnung am 25. Mai 2018 liegt das Limit dagegen bei 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Nicht der erste erfolgreiche Angriff
Für Dailymotion war das Datenleck von 2016 nicht der erste sicherheitsrelevante Vorfall. Bereits zwei Jahre zuvor war es Hackern gelungen, die Webseite des Unternehmens mit einem gefährlichen Exploitkit zu infizieren . Dieser nutzte mehrere Sicherheitslücken im Internet Explorer, in Java sowie dem damals noch weit verbreiteten Flashplayer, um Besuchern von Dailymotion Malware unterzujubeln.
Das seit 2015 vollständig zum französischen Medienkonzern Vivendi gehörende Dailymotion ist eine der erfolgreichsten Videoplattformen im Netz und insbesondere in Frankreich eine beliebte Alternative zu Youtube.



