Daedalic Entertainment: Gollum-Macher stellen Spieleentwicklung ein

Preisgekrönte Bestseller wie Edna bricht aus, Flops wie Gollum: Das Entwicklerstudio Daedalic Entertainment macht keine neuen Spiele mehr.

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Artwork von Gollum
Artwork von Gollum (Bild: Daedalic Entertainment)

Ende Mai 2023 hat das Hamburger Entwicklerstudio Daedalic Entertainment sein auf Der Herr der Ringe basierende Action-Adventure Gollum veröffentlicht. Nun zeichnet sich ab, dass es das letzte eigene Spiel der traditionsreichen Firma sein wird.

Ab sofort will Daedalic selbst keine Games mehr produzieren, sondern sich auf das Publishing der Werke anderer Teams kümmern. Das bedeutet: vielversprechende Titel identifizieren und dann je nach Situation ganz oder zum Teil finanzieren und vermarkten.

Das Unternehmen nannte laut Gameswirtschaft keinen Grund für die Neuausrichtung, offensichtlich dürften aber die Probleme von Gollum eine wesentliche Ursache sein.

Das Spiel (Test auf Golem.de) kam mit technischen Problemen auf den Markt und erhielt fast durchgehend schlechte Bewertungen – insbesondere im wichtigen US-Markt.

Die Arbeit an einem noch nicht näher vorgestellten zweiten Spiel auf Basis von Der Herr der Ringe wird eingestellt. Für Gollum soll noch ein Patch erscheinen. Es ist aber nicht absehbar, wie viel Aufwand Daedalic noch in die Verbesserung des Titels steckt. Von den zuletzt rund 90 Angestellten von Daedalic sollen rund 25 ihren Job verlieren.

Daedalic ist schon länger als Publisher tätig, bekannte Titel sind unter anderem Barotrauma und Witch It. Für das laufende Geschäftsjahr sind acht derartige Veröffentlichungen geplant.

Dazu gehört auch ein Story-Survivalgame namens Surviving Deponia. Die Survival-Marke entstand zwar bei Daedalic, den Ableger macht aber Atomic Torch Studio.

Daedalic Entertainment: Glanzzeit mit Edna bricht aus

Deponia stammt aus der vermutlich besten Zeit, die Daedalic hatte. Die Firma verbuchte eine Zeitlang mit Adventures wie Edna bricht aus (2008), The Whispered World (2009) und schließlich Deponia (2012) gute Verkaufszahlen und viele Auszeichnungen bei Preisverleihungen.

Schwierig wurde es dann mit Lizenztiteln: Eine Umsetzung von Ken Follets Romanerfolg Die Säulen der Erde (2017) machte wenig Spaß und brachte wohl auch längst nicht den nötigen Umsatz.

Daedalic gehörte zeitweise zum Buchverlag Bastei Lübbe. Im Februar 2022 wurde das Unternehmen für 53 Millionen Euro vom französischen Publisher Nacon übernommen.

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CS-Cmdr 03. Jul 2023

Ich fand die Idee, ein Spiel über Gollum zu machen anfangs sehr spannend! Endlich mal...

loktron 03. Jul 2023

und da es trotz müll grafik auch noch grottig läuft, hätte die switch das eh nicht...

loktron 03. Jul 2023

dass man es nicht (mehr) kann und aufgeben. Piranha Bytes ist in meinen Augen auch bald...

Tris 03. Jul 2023

... über nun die Mitarbeiter springen müssen. Ich kann mir kaum vorstellen das die mit...



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