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DAB+: Sender wollen Multinormchips statt UKW-Abschaltdatum

Vor der UKW-Abschaltung herrscht offenbar Angst bei den Senderbetreibern. Gerade kleinere Sender fürchten, nicht mehr auf allen Radios im Haushalt verfügbar zu sein. In Deutschland steht nur in etwa 13 Prozent der Haushalte mindestens ein DAB+-Radiogerät.
/ Achim Sawall
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Die Diskussion während der Ifa 2016 (Bild: Andreas Franke - panabild.de)
Die Diskussion während der Ifa 2016 Bild: Andreas Franke - panabild.de

Statt ein UKW-Abschaltdatum festzulegen, sollten Multinormchips eingesetzt werden. Das forderten(öffnet im neuen Fenster) Sendervertreter auf dem Digitalradiotag der Medienanstalten in Berlin. "Wir wollen den verpflichtenden Einbau von Multinormchips, wir setzen weiter auf die Hybridstrategie mit allen Ausspielwegen, und wir wollen kein Abschaltdatum für UKW" , sagte Klaus Schunk, der Vorsitzende des Fachbereichs Radio und Audiodienste beim Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) und Geschäftsführer von Radio Regenbogen. DAB+ gilt für kleine Stationen als zu teuer und nicht flexibel genug.

Digitalradios sind als Multinormgeräte zusätzlich mit UKW ausgestattet. Karola Wille, ARD-Vorsitzende und Intendantin des MDR, forderte den verpflichtenden Einbau von Multinormchips in allen neuen Empfangsgeräten. Außerdem müsse die Frage, was mit frei werdenden UKW-Frequenzen geschehe, geklärt werden.

Angebote müssen stimmen

Auch "die Medienanstalten setzen auf eine hybride Strategie" , erklärte Martin Deitenbeck, Mitglied des Fachausschusses Technik, Netze, Konvergenz der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) und Geschäftsführer der Sächsischen Landesmedienanstalt. Um das terrestrische Digitalradio weiter voranzubringen, wollten die Medienanstalten die Voraussetzungen für mehr DAB+-Angebote schaffen. Darum hätten die Medienanstalten die Anmeldung eines zweiten bundesweiten Multiplex beschlossen. Deitenbeck: "Eine Technik setzt sich immer dann besonders gut durch, wenn die Angebote stimmen."

So gab es beispielsweise in Österreich im Jahr 2015 rund 15,5 Millionen Radiogeräte, pro Haushalt waren es 5,5 Radiogeräte: im Auto, im Bad, im Kinderzimmer. Es wird bezweifelt, dass all diese Geräte ausgetauscht werden.

In Deutschland ist in etwa 13 Prozent der Haushalte mindestens ein DAB+-Radiogerät. Ist so ein Gerät vorhanden, werde in den Haushalten Digitalradio-Empfang auch häufig genutzt, ergab eine Umfrage laut Landesmedienanstalten. "DAB+ ist auf einem guten Weg - aber kein Selbstläufer" , sagte der DLM-Vorsitzende Siegfried Schneider.

Das Analogradio soll abgeschaltet und durch DAB+ ersetzt werden.


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