DAB+: Bundesrat will Verkauf von reinen UKW-Radios stoppen

Der Bundesrat setzt sich für DAB+-taugliche Radios ein. Der Kulturausschuss empfiehlt, ab dem Jahr 2019 im Wesentlichen nur noch Geräte zum Verkauf zuzulassen, die auch DAB+ unterstützen. Dies würde das Aus für traditionelle UKW-Empfänger beschleunigen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Einen entsprechenden Antrag zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) hatte das Land Rheinland-Pfalz in den Bundesrat eingebracht. Dem Vorschlag hat der Ausschuss in dieser Woche mehrheitlich zugestimmt.
Offen sei, ob der Bundesrat dem Antrag auch folgt. Die TKG-Novelle ist jedoch nicht zustimmungspflichtig, so dass der Bundestag das Votum als Empfehlung werten kann.
Die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz hat den Bericht auf Anfrage von Golem.de nicht kommentiert. Das Analogradio soll abgeschaltet und durch DAB+ ersetzt werden. Ein Termin dafür steht jedoch noch nicht fest.
Kein Abschaltdatum
Statt ein UKW-Abschaltdatum festzulegen, sollten Multinormchips eingesetzt werden. Das forderten Sendervertreter in dieser Woche auf dem Digitalradiotag der Medienanstalten in Berlin. "Wir wollen den verpflichtenden Einbau von Multinormchips, wir setzen weiter auf die Hybridstrategie mit allen Ausspielwegen, und wir wollen kein Abschaltdatum für UKW" , sagte Klaus Schunk, der Vorsitzende des Fachbereichs Radio und Audiodienste beim Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) und Geschäftsführer von Radio Regenbogen.
Auch Karola Wille, ARD-Vorsitzende und Intendantin des MDR, forderte den verpflichtenden Einbau von Multinormchips in allen neuen Empfangsgeräten. Außerdem müsse die Frage, was mit frei werdenden UKW-Frequenzen geschehe, geklärt werden.



