Abo
  • IT-Karriere:

Daala: Dritter im Codec-Kampf

Die Xiph-Foundation arbeitet mit Daala ebenfalls an einem patentfreien Videocodec der nächsten Generation. Unterstützt wird das Projekt von Mozilla. Zuletzt hatte Google seinen Codec VP9 als Konkurrenz zu HEVC präsentiert.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Dalaa: patentfreier Videocodec der nächsten Generation
Dalaa: patentfreier Videocodec der nächsten Generation (Bild: Xiph.org/Screenshot: Golem.de)

Neben Google und der MPEG LA will auch die Xiph-Foundation bald einen Videocodec der nächsten Generation präsentieren. Red-Hat-Entwickler Christopher Montgomery, der meist nur unter seinem Nicknamen Monty auftritt, erläutert in einem Dokument die wichtigsten Funktionen des kommenden Videocodecs Daala.

Stellenmarkt
  1. PAUL HARTMANN AG, Heidenheim an der Brenz
  2. Dataport, Bremen, Magdeburg, Hamburg, Rostock, Altenholz bei Kiel, Halle (Saale)

Im Januar wurde der von der MPEG LA entwickelte Codec HEVC/H.265 von der Itu als Standard verabschiedet. Zuletzt präsentierte Google dazu sein Konkurrenzprodukt VP9. Während HEVC patentiert ist und für seine Nutzung Lizenzzahlungen fällig werden, präsentiert Google VP9 als kostenlos nutzbare Alternative. Möglicherweise steht hier allerdings noch eine rechtliche Auseinandersetzung mit Nokia an. Daala soll ebenfalls frei von Patenten sein.

"Die Codecs der nächsten Generation VP9 und HEVC sind die jüngsten inkrementellen Verfeinerungen eines Grundkonzepts, das 25 Jahre zu H.261 zurückreicht", schreibt Monty über die aktuelle Entwicklung. Im Kern basieren diese und fast alle älteren Codecs auf der sogenannten blockweisen diskreten Kosinustransformation (DCT).

Es seien hier in der Vergangenheit große Fortschritte erreicht worden, aber das Konzept stoße an seine Grenzen, erklärt Monty. Daher wolle man bei Daala einen größeren Sprung wagen und setze auf neue Konzepte der Videokompression. Das soll auch, so hoffen die Entwickler, die Bedrohung durch Patentklagen verringern.

Überlappende Blöcke

Traditionelle DCT-basierte Videocodecs unterteilen das Bild in kleine Blöcke, etwa in einer Größe von 8 x 8 oder 16 x 16 Pixeln, und repräsentieren diese mit einer Reihe von Wellenfunktionen. Die diskrete Kosinustransformation ähnelt einer Fourier-Transformation. Dieses Verfahren ist - wie bei Videocodecs üblich - verlustbehaftet.

Als zentrale Neuerung setzt Daala auf überlappende Blöcke (lapped transform). Statt ein Bild in feste quadratische Einheiten einzuteilen, können die Wellenfunktionen aus einem Block in einen anderen Block übergehen. Die Blockgröße soll zudem variabel gestaltet werden können.

Die Entwickler rechnen damit, dass Daala deutlich mehr CPU-Leistung als klassische Codecs benötigen wird. Daher ist auch die Multiprozessor-Unterstützung ein Fokus bei der Entwicklung.

Erster Prototyp verfügbar

Während die Formate von HEVC und VP9 bereits fertig sind, befindet sich Daala in einem frühen Entwicklungsstadium. Inzwischen existiert jedoch ein erster Prototyp eines Encoders und Decoders. Einen Zeitplan für die Fertigstellung des Codecs und die Finalisierung des Bitstreams gibt es bislang nicht.

Daala wird unter dem Dach der Xiph-Foundation entwickelt, die sich der Entwicklung freier Multimedia-Codecs verschrieben hat. Unterstützt werden die Bemühungen weiterhin von Mozilla. Die Entwickler wollen darauf hinarbeiten, dass der Codec später als Internetstandard unter dem Dach der IETF verabschiedet wird. Zahlreiche Entwickler des im vergangenen Jahr veröffentlichten Audiostandards Opus arbeiten an Daala mit.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 54,00€
  2. 19,99€ (Release am 1. August)
  3. 69,00€ (Bestpreis!)
  4. (aktuell u. a. AMD Ryzen 7 2700X für 284,00€, Lego Overwatch verschiedene Versionen ab 29,99€)

red creep 21. Jun 2013

Oder besser, wenn sich der Codec schon per GPU (z.B. OpenCL) optimal beschleunigen...

malmi 21. Jun 2013

Das ganze klingt ja eher danach als ob man die Nachfolger von HEVC und VP9 als Konkurrenz...

Satan 21. Jun 2013

...dass da nicht auch noch tausend Patentklagen auf das Projekt zukommen werden. Diese...

RitterRunkel 21. Jun 2013

Find ich auch spannend. Aber die Platzierung der ersten 5 hier ist zufällig, oder? War...


Folgen Sie uns
       


Workers Resources Soviet Republic - Test

Wem Aufbaustrategiespiele wie Anno oder Sim City zu einfach sind, sollte Workers & Resources: Soviet Republic ausprobieren. Das Spiel ist Wirtschaftssimulation und Verkehrsmanager in einem.

Workers Resources Soviet Republic - Test Video aufrufen
Bundestagsanhörung: Beim NetzDG drohen erste Bußgelder
Bundestagsanhörung
Beim NetzDG drohen erste Bußgelder

Aufgrund des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes laufen mittlerweile über 70 Verfahren gegen Betreiber sozialer Netzwerke. Das erklärte der zuständige Behördenchef bei einer Anhörung im Bundestag. Die Regeln gegen Hass und Hetze auf Facebook & Co. entzweien nach wie vor die Expertenwelt.
Ein Bericht von Justus Staufburg

  1. NetzDG Grüne halten Löschberichte für "trügerisch unspektakulär"
  2. NetzDG Justizministerium sieht Gesetz gegen Hass im Netz als Erfolg
  3. Virtuelles Hausrecht Facebook muss beim Löschen Meinungsfreiheit beachten

Sicherheitslücken: Zombieload in Intel-Prozessoren
Sicherheitslücken
Zombieload in Intel-Prozessoren

Forscher haben weitere Seitenkanalangriffe auf Intel-Prozessoren entdeckt, die sie Microarchitectural Data Sampling alias Zombieload nennen. Der Hersteller wusste davon und reagiert mit CPU-Revisionen. Apple rät dazu, Hyperthreading abzuschalten - was 40 Prozent Performance kosten kann.
Ein Bericht von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Open-Source Technology Summit Intel will moderne Firmware und Rust-VMM für Server
  2. Ice Lake plus Xe-GPGPU Intel erläutert 10-nm- und 7-nm-Zukunft
  3. GPU-Architektur Intels Xe beschleunigt Raytracing in Hardware

Homeoffice: Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst
Homeoffice
Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst

Homeoffice verspricht Freiheit und Flexibilität für die Mitarbeiter und Effizienzsteigerung fürs Unternehmen - und die IT-Branche ist dafür bestens geeignet. Doch der reine Online-Kontakt bringt auch Probleme mit sich.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Bundesagentur für Arbeit Informatikjobs bleiben 132 Tage unbesetzt
  2. IT-Headhunter ReactJS- und PHP-Experten verzweifelt gesucht
  3. IT-Berufe Bin ich Freiberufler oder Gewerbetreibender?

    •  /