Abo
  • Services:
Anzeige
Der Quantenchip des D-Wave 2000Q
Der Quantenchip des D-Wave 2000Q (Bild: Frank Wunderlich-Pfeiffer)

D-Wave: Quantencomputer oder Computer mit Quanteneffekten?

Der Quantenchip des D-Wave 2000Q
Der Quantenchip des D-Wave 2000Q (Bild: Frank Wunderlich-Pfeiffer)

Zusammen mit Volkswagen will D-Wave die Rechentechnik revolutionieren und präsentiert dazu stolz eine Quanten-Rechenmaschine auf der Technikmesse in Hannover. Ob die Technik etwas taugt, muss sie aber noch unter Beweis stellen.
Ein Bericht von Frank Wunderlich-Pfeiffer

Auf der IT-Messe Cebit stellt D-Wave die neue Generation seines gleichnamigen Quantencomputers vor. Mitgebracht hat das Unternehmen aber nicht die gesamte Maschine, die die Rechentechnik revolutionieren soll, sondern nur einen Chip in einer Vitrine. Auf ihm befinden sich neben 2.048 Qubits auch 5.600 Koppler, mit denen diese untereinander verbunden sind. Damit funktioniert das Gerät auf Basis von Quanteneffekten, aber nicht ganz nach dem eigentlichen Prinzip von Quantencomputern. Was die Technik wirklich leisten kann, wird sich erst in der Praxis zeigen.

Anzeige

Mit 2.048 supraleitenden Qubits aus Niob verfügt der neue Quantencomputer über doppelt so viele Qubits wie der Vorgänger. Er soll damit 2.000-mal so schnell wie herkömmliche Computer sein. In Partnerschaft mit Volkswagen soll ein D-Wave 2000Q erstmals Verkehrsanalysen mit einem Quantenrechner durchführen. Dieser Computer kann Quanteneffekte wie den Tunneleffekt, Superposition und Verschränkung von Teilchen ausnutzen, wie D-Wave betont. Die Qubits von D-Wave sind aber zu instabil, um die präzise Manipulation und Interaktion der Quantenzustände zu ermöglichen, die dem Funktionsprinzip von Quantenrechnern eigentlich zugrunde liegen.

Der einfache Weg zum Quantencomputer

D-Wave versucht, den dafür nötigen großen Aufwand zu umgehen, wie bei dem vor kurzem vorgestellten Plan für einen modularen Quantenrechner oder dem Quantenrechner von IBM. Obwohl die Interaktion zwischen den Qubits eingeschränkt ist, soll die Rechenmaschine trotzdem mit Hilfe von quantenphysikalischen Phänomenen einige besonders schwere Rechenaufgaben lösen können.

Dazu wird mit den Qubits auf dem Chip eine mathematische Funktion nachgestellt. Die Aufgabe ist es, schnellstmöglich das absolute Minimum dieser Funktion zu finden. Dazu werden die Qubits weitgehend sich selbst überlassen, aber weiterhin gekühlt, bis sie einen stabilen Zustand erreicht haben. Dieser stabile Zustand ist das Energieminimum, das von der ursprünglichen Aufgabenstellung aus erreicht werden konnte. Wegen der instabilen Qubits kann das aber nicht garantiert werden, weshalb die Messungen mehrfach durchgeführt werden, um ein Ergebnis zu ermitteln.

D-Wave kommt mit vielen Messungen zu besseren Ergebnissen

Volkswagen will in einer Kooperation mit D-Wave Verkehrsanalysen für die chinesische Hauptstadt Beijing liefern, mit denen beispielsweise Taxis die kürzestmögliche Route durch den Verkehr der Metropole finden können. Ähnliche Probleme müssen aber auch bei der Optimierung von Produktionsprozessen gelöst werden.

Nach Aussage der Aussteller soll der große Vorteil des D-Wave dabei sein, dass er mit Sicherheit nicht nur lokale Minima findet. Auf die Frage, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der D-Wave bei einer Messung das tatsächliche Minimum erreicht hat, antwortet D-Wave zunächst, dass wegen der begrenzten Wahrscheinlichkeit mehrere Messungen durchgeführt würden.

Wie hoch die Wahrscheinlichkeit genau ist, beantwortete D-Wave nicht: "Ich kann mir wahrscheinlich eine Antwort ausdenken", sagte der Unternehmensvertreter auf der Messe und führte lediglich aus, die Wahrscheinlichkeit einer korrekten Lösung in einer Messung hänge von den Eigenschaften der Problemstellung ab. Das Gleiche lässt sich aber auch über die bisherigen Lösungsmethoden mit klassischer Computertechnik sagen. Bisher sind die klassischen Computer auch noch sehr konkurrenzfähig mit dem D-Wave 2000Q.

Tiefe Temperaturen brauchen viel Strom 

eye home zur Startseite
led02 30. Mär 2017

Ja, das tut es. Allerdings könnte man die Randbedingungen auch versuchen anders zu...

Themenstart

Salziger 25. Mär 2017

Also man kann diese 25 Millikelvin (0,025K ~ -273,125°C) im Labor recht gut erreichen...

Themenstart

Kommentieren



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Schwarz Zentrale Dienste KG, Neckarsulm
  2. Freie Hansestadt Bremen, Bremen
  3. ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, Bonn
  4. afb Application Services AG, München


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 29,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. (u. a. Hobbit Trilogie Blu-ray 43,89€ und Batman Dark Knight Trilogy Blu-ray 17,99€)
  3. 49,00€ (zzgl. 4,99€ Versand oder versandkostenfrei bei Abholung im Markt)

Folgen Sie uns
       


  1. Bonaverde

    Von einem, den das Kaffeerösten das Fürchten lehrte

  2. Festo

    Der Octopus Gripper nimmt Objekte in den Schwitzkasten

  3. Microsoft

    "Es gilt, die Potenziale von Mädchen zu fördern"

  4. Hochschulen

    Ein Drittel mehr Informatik-Studienanfängerinnen

  5. Webroot Endpoint Security

    Antivirusprogramm steckt Windows-Dateien in Quarantäne

  6. 1 GBit/s

    Mobilfunkbetreiber verkauft LTE als 5G Evolution

  7. 3D Xpoint

    Intels Optane Memory überzeugt nur bedingt

  8. Elektronischer Personalausweis

    Das tote Pferd soll auferstehen

  9. Siege M04 im Test

    Creatives erste Sound-Blaster-Maus überzeugt

  10. Netgear GS510TLP

    Lüfterloser PoE+-Switch mit 75 Watt Power Budget



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
In eigener Sache: Die Quanten kommen!
In eigener Sache
Die Quanten kommen!
  1. In eigener Sache Golem.de führt kostenpflichtige Links ein
  2. In eigener Sache Golem.de sucht Marketing Manager (w/m)
  3. In eigener Sache Golem.de geht auf Jobmessen

Elektromobilität: Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?
Elektromobilität
Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?
  1. Elektroauto Opel Ampera-E kostet inklusive Prämie ab 34.950 Euro
  2. Elektroauto Volkswagen I.D. Crozz soll als Crossover autonom fahren
  3. Sportback Concept Audis zweiter E-tron ist ein Sportwagen

DLR-Projekt Eden ISS: Das Paradies ist ein Container
DLR-Projekt Eden ISS
Das Paradies ist ein Container
  1. Weltraumschrott "Der neue Aspekt sind die Megakonstellationen"
  2. Transport Der Güterzug der Zukunft ist ein schneller Roboter
  3. "Die Astronautin" Ich habe heute leider keinen Flug ins All für dich

  1. Re: Ein Paar AV Hersteller haben extra Whitelists...

    Tuxgamer12 | 12:06

  2. Re: Warum gibt es Studiengänge nur für Frauen?

    FlowPX2 | 12:06

  3. Re: Meione Erfahrugn zeigt, das es nicht reicht...

    FlowPX2 | 12:06

  4. Re: Völliger Bullshit

    neocron | 12:04

  5. Re: Sachbeschädigung mit Vorsatz...

    h3nNi | 12:02


  1. 12:07

  2. 12:04

  3. 11:55

  4. 11:46

  5. 11:22

  6. 10:55

  7. 10:46

  8. 10:05


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel